ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax belastet von US-Autozöllen

27.03.25 17:59 Uhr

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Für den DAX ist es am Donnerstag angesichts der angekündigten US-Autozölle weiter abwärts gegangen. Allerdings wurden die Anleger nach dem ersten Schock, der den Dax kurz unter die Marke von 22.500 Punkten drückte, zumindest wieder etwas gelassener.

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Aus dem Handel ging der deutsche Leitindex bei 22.678,74 Punkten. Mit 0,7 Prozent hat sich der bis zu 1,6 Prozent hohe Abschlag also letztlich noch mehr als halbiert. Der Dax verblieb jedoch unter der 21-Tage-Durchschnittslinie, die ihm bei der Konsolidierung vom Rekordhoch von 23.476 Punkten bis vor kurzem noch Halt geboten hatte. Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen gab am Donnerstag um 0,82 Prozent auf 28.628,56 Punkte nach.

US-Präsident Donald Trump machte seine Drohungen wahr und kündigte für Anfang April Zusatzzölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Autoimporte an. Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank sprach von einem "schweren Schlag für die deutsche Autoindustrie", deren Aktien die Kursverluste im Dax mitprägten.

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Geht es nach den Experten von Index Radar, ist damit aber nun "die Katze zumindest teilweise aus dem Sack". Sie sprachen jedoch eher von "Nervosität statt Panik" vor dem, was kommt. "Entscheidend ist weniger die Politik selbst als die Unsicherheit über ihre wirtschaftlichen Folgen", schrieben sie.

Im Dax litten die Anteile der Autobauer Porsche AG (Porsche), Mercedes-Benz (Mercedes-Benz Group (ex Daimler)), BMW und Volkswagen (Volkswagen (VW) vz). Sie büßten zwischen 1,5 und 2,7 Prozent wegen der erwarteten Belastungen, die mit den US-Zöllen einhergehen, ein. Wie Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank schrieb, dürften im US-Geschäft die Gewinnmargen sinken. Anderswo befürchtet der Experte mehr Wettbewerbsdruck, sollten andere Länder wie Japan oder Südkorea ihre Exporte verstärkt nach Europa umlenken.

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Ein weiterer großer Dax-Verlierer waren die BASF-Anteile (BASF) mit minus 3,5 Prozent. Die US-Bank JPMorgan wird pessimistischer für die Chemiebranche und sprach dabei dem deutschen Branchenkonzern ein negatives Votum aus. Den Ludwigshafenern attestierte Analyst Chetan Udeshi dabei auch eine vergleichsweise hohe Bewertung.

Auch Zahlenvorlagen beschäftigten vereinzelt wieder die Anleger. RATIONAL etwa kam wegen eines verhaltenen Ausblicks mächtig unter Druck obwohl dieser nicht ganz überraschte. Nach einem Spitzenverlust, der über acht Prozent groß war, wurde das Minus bei dem Großküchenausrüster mit letztlich fast fünf Prozent nur etwas kleiner. Auf der Gegenseite profitierte der Lagerausrüster Jungheinrich mit plus 1,4 Prozent von einem erfreulichen Ausblick.

Im Nebenwerte-Index SDAX ließ schwindende Euphorie für eine mögliche Übernahme den Kurs von ProSiebenSat.1 (ProSiebenSat1 Media SE) um zehn Prozent abrutschen. Obwohl sich Berichte über eine Offerte des Großaktionärs MediaForEurope (MFE-MEDIAFOREUROPE) bestätigten, herrschte Ernüchterung, weil die Italiener nur den gesetzlichen Mindestpreis bezahlen wollen. "Das ist nicht das Gebot, auf das die Bullen gehofft hatten", kommentierte Warburg-Analyst Jörg Philipp Frey.

Mit fast neun Prozent war im SDax der Kursverlust bei SMA Solar ebenfalls besonders groß. Bei dem Wechselrichter-Hersteller monierten Börsianer einen nur teilweise überzeugenden Auftragseingang.

Sehr gefragt war hingegen die Aktien des Index-Mitglieds Vossloh mit einem Anstieg um 5,5 Prozent. Der Profiteur des deutschen Infrastrukturprogramms überzeugte mit soliden Zahlen und einem rekordhohen Auftragseingang. "Der Ausblick lässt noch Überraschungspotenzial", kommentierte Baader-Expertin Zana Mamelli.

Generell im Aufwind befanden sich die Aktien aus dem United-Internet-Konzern (United Internet). Die Titel des Mutterkonzerns nebst seiner Töchter 1&1 und IONOS zogen am Donnerstag alle um mehr als sechs Prozent an. Am Vortag wurden enttäuschende Ausblicke von United und 1&1 mit dem Dreh ins Plus abgehakt, nun kamen von Ionos keine Störfeuer. Im vierten Quartal habe der Internet-Dienstleister positiv überrascht und der Ausblick erfülle die Erwartungen, hieß es vom Goldman-Sachs-Experten Andrew Lee./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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