ProSiebenSat.1-Aktie steigt: Werbeflaute dürfte weiteres schwieriges Jahr bringen - Verkauf zweier Vergleichsplattformen

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 bleibt wegen des schwachen TV-Werbemarktes für das laufende Jahr vorsichtig.
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Der Konzernumsatz soll leicht unter dem Vorjahresniveau von 3,68 Milliarden Euro liegen, wie das SDAX-Unternehmen am Donnerstag in Unterföhring bei München mitteilte. Nach einem wohl verhaltenen TV-Werbegeschäft im ersten Halbjahr erwartet das Management in der zweiten Jahreshälfte eine Besserung.
Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird indessen, gestützt von weiteren Einsparungen, mit einem hohen Anstieg gegenüber dem von Sondereffekten geminderten Vorjahreswert von 241 Millionen Euro gerechnet.
An der Börse notierte die Aktie zuletzt 5,03 Prozent im Plus bei 4,13 Euro und damit auf den oberen Plätzen im Kleinwerteindex SDAX. Seit Jahresbeginn hat sie jedoch rund 15 Prozent an Wert eingebüßt, in den vergangenen zwölf Monaten sogar über ein Drittel.
Für Annick Maas vom US-Analysehaus Bernstein hat ProSiebenSat.1 die Erwartungen verfehlt. Die Werbeeinnahmen im deutschen TV-Bereich sanken im Vergleich zum vierten Quartal des Vorjahres deutlich und seien schwächer als die des Konkurrenten RTL. Positiv sei, dass der TV-Konzern Randaktivitäten weiter zu Geld mache und etwa "billiger-mietwagen.de" verkauft habe. Der Ausblick auf 2026 sei vor allem von der Erwartung geprägt, durch konsequente Kostendisziplin einen deutlichen Anstieg des operativen Ergebnisses zu erzielen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte das zum italienischen MFE-Konzern gehörende Unternehmen bereinigt um Sondereffekte einen Nettogewinn von 209 Millionen Euro und damit rund neun Prozent weniger als im Vorjahr. Aktienanalysten hatten hier einen stärkeren Rückgang erwartet.
Im Kerngeschäft Entertainment gingen die Werbeerlöse in Deutschland, Österreich und der Schweiz um 8 Prozent zurück. Während klassische TV-Werbung schwächelte, hätten sich digitale Angebote stabil entwickelt, so der Konzern. Wachstumstreiber sei vor allem die Streaming-Plattform Joyn, die bei werbefinanzierten Angeboten deutlich zulege.
Die Anteilseigner sollen für 2025 eine unveränderte Dividende von fünf Cent je Aktie erhalten.
ProSiebenSat.1 war im September 2025 vom italienischen Berlusconi-Konzern Media for Europe (MFE) übernommen worden. Im Oktober hatte der neue Mehrheitseigentümer das Spitzenmanagement der Senderkette ausgetauscht. Marco Giordani, zuvor MFE-Finanzvorstand, übernahm den Chefposten von Bert Habets. MFE besitzt auch Fernsehketten in Italien und in Spanien. Geplant ist der Ausbau zu einem europäischen Verbund.
ProSiebenSat.1 verkauft zwei Vergleichsplattformen
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 verkauft die Vergleichsplattformen billiger-mietwagen.de und CamperDays. Käufer von billiger-mietwagen.de sei ein Konsortium unter Führung der Beteiligungsgesellschaft Pivotum Capital, wie der Medienkonzern mitteilte. CamperDays gehe an eine Gruppe privater Investoren. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die beiden Plattformen sollen den Angaben zufolge bis Ende April vollständig den Besitzer wechseln. Mit den Verkäufen wolle der Konzern seine strategische Neuausrichtung vorantreiben und sich stärker auf das Entertainmentgeschäft konzentrieren.
ProSiebenSat.1 war im September 2025 vom italienischen Berlusconi-Konzern Media for Europe übernommen worden. Der Chef der Gruppe, Pier Silvio Berlusconi, will den deutschen Fernsehkonzern umbauen hin zu mehr Nachrichten, Unterhaltung und Eigenproduktionen und weniger zugekauften Formaten.
/err/jha/
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