OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Reallohnplus für ...

30.03.26 10:58 Uhr

Reallohnplus für die M+E Beschäftigten trotz Krise / Brossardt:

"Strukturschwäche gebietet Maßhalten in kommenden Tarifrunden"

München (ots) - Zum 01. April 2026 steigen die Entgelte der Beschäftigten in der

bayerischen Metall- und Elektro-Industrie um 3,1 Prozent. Dies ist die zweite

Stufe des im November 2024 abgeschlossenen Tarifvertrags. "Wir stehen zu dem

vereinbarten Abschluss. Gleichzeitig muss klar sein, dass im Kalenderjahr 2026

nicht mehr drin ist, auch wenn die Laufzeit des Entgelttarifvertrags bereits im

Oktober endet", betont Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm - Verband

der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.

Laut vbm haben viele Unternehmen die wirtschaftliche Belastungsgrenze

überschritten und waren in den vergangenen Monaten zum Stellenabbau gezwungen.

"Gut 21.000 Arbeitsplätze sind bereits 2025 in der bayerischen M+E Industrie

verloren gegangen. Für 2026 rechnen wir mit ungefähr der gleichen Größenordnung.

Die jetzige Entgeltsteigerung ist zwar eingepreist, kommt aber dennoch für viele

Betriebe zur Unzeit. Den Kampf um Wettbewerbsanteile werden die Unternehmen mit

steigenden Gehältern und rasant steigenden Lohnzusatzkosten nicht gewinnen

können. Wir brauchen endlich eine Reform der Sozialversicherung und einen

Rückgang der Arbeitskosten. Sonst laufen wir Gefahr, dass Investitionen nur noch

im Ausland getätigt werden und Standortverlagerungen zunehmen - mit den

bekannten negativen Beschäftigungsauswirkungen im Inland", erklärt Brossardt.

Mit Blick auf die großen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen

erwartet der vbm Zurückhaltung in der im Herbst anstehenden Tarifrunde. "Wir

wünschen uns einen Abschluss mit Augenmaß, der sowohl für Unternehmen als auch

für Beschäftigte einen guten Kompromiss darstellt. Maximalforderungen in die

eine oder andere Richtung nutzen niemandem. In Anbetracht der schwierigen

Standortbedingungen, der Herausforderungen durch die Transformation, der

überbordenden Bürokratie und der geopolitischen Unsicherheiten muss an einem

Strang gezogen werden - zum Wohle unseres Standorts", so Brossardt.

Der vbm bemängelt die hohen Sozialabgaben, die die Löhne belasten und für

Beschäftigte sowie Unternehmen toxisch wirken. So bekommt ein Facharbeiter

(Entgeltgruppe 5, ohne Kinder) durch die aktuelle Erhöhung von 3,1 Prozent

brutto monatlich 123 Euro mehr Geld. Nach Abzug der Lohnsteuer [inkl.

Kirchensteuer] (32,48 Euro) und der Sozialversicherungsbeiträge (26,75 Euro)

kommen bei ihm netto aber nur etwa 63 Euro an. Für den Arbeitgeber beläuft sich

die Gesamtbelastung inklusive des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung auf

rund 150 Euro. "Es ist erschreckend, wie viel Geld den Menschen von der

Lohnerhöhung durch Steuern und Sozialabgaben wieder weggenommen wird und wie

hoch auf der anderen Seite die Kosten für die Arbeitgeber sind. Hier muss

dringend gegengesteuert werden, aber nicht durch weitere Entgelterhöhungen", so

Brossardt abschließend.

Pressekontakt:

Tobias Rademacher, +49 (0) 89-551 78-399, mailto:tobias.rademacher@baymevbm.de

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