OTS: Genossenschaftsverband Bayern e.V. / Bayerische Volks- und ...

24.03.26 10:22 Uhr

Bayerische Volks- und Raiffeisenbanken steigern Gewinn und wachsen

weiter / Institute weiterhin hochprofitabel - Neuer Rekord bei

operativem Ergebnis

München (ots) - Geopolitische Spannungen, Zollkonflikte und eine schwache

Konjunktur prägen das wirtschaftliche Umfeld. Dennoch haben sich die bayerischen

Volks- und Raiffeisenbanken im Geschäftsjahr 2025 erfolgreich behauptet. Das

operative Ergebnis legte auf 2,2 Milliarden Euro (plus 7,1 Prozent) und damit

ein neues Allzeithoch zu. Das Ergebnis vor Steuern in Höhe von knapp über 1,8

Milliarden Euro lag leicht über dem Vorjahresniveau von knapp unter 1,8

Milliarden Euro.

"Die genossenschaftlichen Institute sind und bleiben verlässliche Partner für

Unternehmen und Privatpersonen - gerade in herausfordernden Zeiten", sagte

Stefan Müller, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), anlässlich

der Bilanzpressekonferenz der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken am

Dienstag in München.

Bilanzsumme wächst - Banken werden größer

Die Bilanzsumme der 175 bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken stieg 2025 um

2,9 Prozent beziehungsweise rund sechs Milliarden Euro auf 216,4 Milliarden

Euro. Die durchschnittliche Bilanzsumme je Institut erhöhte sich auf mehr als

1,2 Milliarden Euro. Die Institute verfügen weiterhin über eine solide

Eigenkapitalausstattung. Das Kernkapital ist in absoluten Werten von 20,9 auf

22,2 Milliarden Euro gewachsen. Die Kernkapitalquote ging aufgrund

regulatorischer Effekte geringfügig von 17,2 Prozent auf 17,1 Prozent zurück.

Kreditgeschäft legt zu - Fokus auf langfristige Finanzierungen

Die Kreditvergabe wuchs insgesamt um 3,8 Prozent auf 147,7 Milliarden Euro.

Dabei zeigt sich eine klare Verschiebung bei den Laufzeiten: Kurz- und

mittelfristige Ausleihungen gingen um 4,9 Prozent zurück, während langfristige

Kredite um 5,1 Prozent zulegten. Kundinnen und Kunden sichern sich damit

zunehmend langfristige Finanzierungskonditionen.

Firmenkundengeschäft mit moderatem Wachstum

Das Kreditvolumen bei Firmenkunden stieg um 2,8 Prozent beziehungsweise 2,1

Milliarden Euro und damit langsamer als im Vorjahr. Nach Einschätzung von

GVB-Vorstandsmitglied Alexander Leißl spiegelt dies die konjunkturelle Schwäche

sowie die Zurückhaltung vieler Unternehmen wider.

"Von einer Kreditklemme kann keine Rede sein", betonte Leißl. "Solide

aufgestellte mittelständische Unternehmen erhalten weiterhin Kredite.

Gleichzeitig gewinnt die Risikobewertung angesichts veränderter wirtschaftlicher

Rahmenbedingungen an Bedeutung." Die Banken hätten ihre Bewertungsmaßstäbe nicht

verschärft; veränderte wirtschaftliche Fundamentaldaten einzelner Unternehmen

wirkten sich jedoch auf die Kreditbeurteilung aus.

Privatkunden treiben Kreditwachstum

Deutlich dynamischer entwickelte sich das Privatkundengeschäft. Hier legten die

Kredite um 4,7 Prozent beziehungsweise 2,9 Milliarden Euro zu. Haupttreiber

waren Wohnungsbaukredite.

Das Neugeschäft im Wohnungsbau belief sich 2025 auf rund 17,3 Milliarden Euro

und lag damit etwa 30 Prozent über dem Vorjahreswert von 13,3 Milliarden Euro.

Damit nähert sich das Volumen wieder den Spitzenjahren 2020 bis 2022 an. "Nach

wie vor stehen Investitionen in Bestandsimmobilien im Zentrum. Um den weiterhin

hohen Bedarf an Wohnraum zu decken, braucht es jedoch deutlich mehr

Neubauaktivität", mahnte Leißl.

Kundengelder wachsen stabil

Die bilanziellen Kundengelder erhöhten sich 2025 um 3,4 Prozent beziehungsweise

5,5 Milliarden Euro auf 166,7 Milliarden Euro. Damit lag die Wachstumsrate auf

dem Niveau des Vorjahres. Nach einem Rückgang im ersten Quartal entwickelte sich

das Einlagengeschäft im Jahresverlauf positiv. Besonders stark fiel traditionell

das vierte Quartal aus, das mit einem Plus von 2,6 Prozent maßgeblich zum

Jahresergebnis beitrug.

Sichteinlagen stellen weiterhin mit rund 62 Prozent den größten Anteil an den

Kundengeldern. Umschichtungen in Termineinlagen spielten - anders als in den

Vorjahren - kaum noch eine Rolle.

Mehr Wertpapierkunden und steigende Erträge

Der Trend zur Geldanlage an den Kapitalmärkten hält an. Die bayerischen Volks-

und Raiffeisenbanken eröffneten im vergangenen Jahr per Saldo 32.000 neue

Wertpapierdepots. Auch durch diese gute Nachfrage legte das Provisionsergebnis

von 1,4 Milliarden Euro auf 1,44 Milliarden Euro zu. Ebenso stieg der

Zinsüberschuss von 3,5 Milliarden Euro auf 3,8 Milliarden Euro - auch aufgrund

von Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Damit liegen sowohl der

Zinsüberschuss als auch das Provisionsergebnis auf einem neuen Allzeithoch. Die

CIR ist von 60,4 Prozent auf den historisch niedrigen Stand von 59,8 Prozent

gesunken. Diese Entwicklung zeigt: Die Banken sind effizient und profitabel.

An der Goldrallye der vergangenen Wochen nahmen auch die Kunden der bayerischen

VR-Banken teil: So stiegen die Provisionserträge aus dem Geschäft mit Devisen,

Sorten und Edelmetallen um fast 60 Prozent.

Politik muss Wachstum ermöglichen

Trotz leicht verbesserter Konjunkturerwartungen mahnt GVB-Präsident Müller zur

Zurückhaltung. "Das zarte Pflänzchen der Erholung muss gepflegt werden. Ohne

Reformen, spürbaren Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen, wettbewerbsfähige

Energiekosten und mehr unternehmerische Freiheit wird nachhaltiges Wachstum

nicht gelingen." Kritisch sieht Müller, dass die Konjunktur derzeit in

erheblichem Maße von staatlichen Investitionen getragen wird.

Entlastungen fordert Müller auch für die Kreditwirtschaft: "Ich begrüße es sehr,

dass inzwischen über ein eigenständiges Kleinbankenregime diskutiert wird. Der

bisherige "One-size-fits-all-Ansatz" stößt an seine Grenzen. Regulierung muss

sich konsequent an tatsächlichen Risiken und an Proportionalität orientieren."

Altersvorsorge, Zahlungsverkehr und digitaler Euro

Nachholbedarf sieht Müller zudem bei der Altersvorsorge. "Anlegerinnen und

Anleger in Deutschland profitieren bislang zu wenig von den Chancen der

Kapitalmärkte - insbesondere mit Blick auf die Altersvorsorge. Deshalb fordert

der GVB Nachbesserungen bei den aktuellen Konzepten der Bundesregierung. "Das

Altersvorsorgedepot kann ein wirksames Instrument sein, um die Altersvorsorge

zukunftsfähig zu machen - aber nur, wenn es richtig ausgestaltet ist. Im

aktuellen Entwurf bremsen zu niedrige Förderbeträge und die geplante Besteuerung

in der Auszahlungsphase den neuen Ansatz in der Altersvorsorge aus", betont

Müller.

Einen derzeit diskutierten Kostendeckel lehnt der GVB ebenfalls ab. "Der

diskutierte Preisdeckel bei der privaten Altersvorsorge ersetzt Wettbewerb durch

staatliche Vorgaben. Dadurch wird das Produkt komplex und unattraktiv", erklärt

Müller.

Große Chancen erkennt Müller im europäischen Bezahldienst Wero, der derzeit in

zahlreichen Ländern ausgerollt wird. Ziel sei es, die Abhängigkeit von

außereuropäischen Anbietern zu verringern. Inzwischen nutzen fast 50 Millionen

Menschen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und den Beneluxstaaten

Wero.

Kritisch äußerte sich der GVB-Präsident zum digitalen Euro: "Notenbanken dürfen

keine konkurrierenden Zahlungssysteme zu privatwirtschaftlichen Lösungen

aufbauen. Ein digitaler Euro darf nicht mehr sein als ein digitales Abbild des

Bargeldes und keinesfalls die Finanzstabilität gefährden."

Die Unterlagen zur Bilanzpressekonferenz finden Sie hier (https://www.gv-bayern.

de/pressemitteilungen/2026/3/bayerische-volks-und-raiffeisenbanken-steigern-gewi

nn-und-wachsen-weiter.html).

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Pressesprecher

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