MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

30.03.26 07:29 Uhr

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+++++ TAGESTHEMA +++++

US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben von US-Vertretern eine Militäroperation, um fast 1.000 Pfund Uran aus dem Iran zu holen. Trump habe noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob er den Befehl erteilen solle, sagten die Vertreter. Sie fügten hinzu, dass er die Gefahr für die US-Truppen abwäge. Der US-Präsident stehe der Idee jedoch grundsätzlich offen gegenüber. Trump will den Iran für immer am Bau einer Atomwaffe hindern. Eine Militäroperation zur Sicherung des Urans wäre eine komplexe und riskante Mission - sie würde amerikanische Streitkräfte wahrscheinlich für Tage oder länger im Land binden. "Es ist die Aufgabe des Pentagon, Vorbereitungen zu treffen, um dem Oberbefehlshaber maximale Handlungsoptionen zu geben. Das bedeutet nicht, dass der Präsident eine Entscheidung getroffen hat", teilte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, mit. Das Pentagon äußerte sich nicht dazu. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos lehnte eine Stellungnahme ab.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:50 DE/Suss Microtec SE, Jahresergebnis

08:00 DE/Secunet Security Networks AG, ausführliches Jahresergebnis und Geschäftsbericht

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- EU

11:00 Index Wirtschaftsstimmung März

Wirtschaftsstimmung Eurozone

PROGNOSE: 96,8

zuvor: 98,3

Industrievertrauen Eurozone

PROGNOSE: -8,0

zuvor: -7,1

Verbrauchervertrauen Eurozone

PROGNOSE: -16,3

Vorabschätzung: -16,3

zuvor: -12,3

- DE

14:00 Verbraucherpreise (vorläufig) März

PROGNOSE: +1,2% gg Vm/+2,7% gg Vj

zuvor: +0,2% gg Vm/+1,9% gg Vj

HVPI

PROGNOSE: +1,2% gg Vm/+2,8% gg Vj

zuvor: +0,4% gg Vm/+2,0% gg Vj

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell:

Index zuletzt +/- %

DAX Futures 22.384,00 -0,5

E-Mini-Future S&P-500 6.417,00 +0,1

E-Mini-Future Nasdaq-100 23.344,00 +0,1

Topix (Tokio) 3.537,77 -3,1

Hang-Seng (Hongk.) 24.780,69 -0,7

Shanghai-Comp. 3.920,62 +0,2

Freitag:

Index zuletzt +/- %

DAX 22.300,75 -1,4

DAX-Future 22.376,00 -1,7

XDAX 22.188,56 -0,5

MDAX 27.655,45 -2,2

TecDAX 3.349,65 -2,2

SDAX 16.338,41 -1,7

Euro-Stoxx-50 5.505,80 -1,1

Stoxx-50 4.807,93 -0,8

Dow-Jones 45.166,64 -1,7

S&P-500 6.368,85 -1,7

Nasdaq Composite 20.948,36 -2,1

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Europas Börsen dürften mit Abgaben in die neue Woche starten. Der Krieg im Nahen Osten eskaliert weiter. US-Präsident Donald Trump hat sich zwar zuversichtlich über eine Verhandlungslösung mit dem Iran gezeigt. Zugleich schließt er eine Einnahme der strategisch wichtigen Kharg Insel nicht aus. Von dort wird ein Großteil des iranischen Öls exportiert. Seit Tagen verstärken die USA die Präsenz ihrer Bodentruppen in der Region. Brent handelt am Morgen bei 115 Dollar das Fass und damit nur leicht unter dem Höchststand seit Ausbruch des Iran-Kriegs bei etwa 120 Dollar. Mit der Veröffentlichung der deutschen Verbraucherpreise für März am Nachmittag dürften die ersten Spuren des Iran-Kriegs hierzulande deutlich werden. Im Konsens wird ein Preisanstieg von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat erwartet nach zuvor 0,2 Prozent. Im weiteren Wochenverlauf stehen dann die Preisdaten auf gesamteuropäischer Ebene an. "Lässt ein Ende des Iran-Kriegs weiter auf sich warten, dürfte die Teuerungsrate in den kommenden Monaten weiter zulegen", so die Commerzbank. Die EZB könnte sich zum Handeln gezwungen sehen.

Rückblick: Gestiegene Ölpreise erzeugten erneut Abgabedruck. Anleger dürften außerdem vor dem Wochenende wegen des Schlagzeilenrisikos zum Iran-Krieg auf Nummer sicher gegangen sein und sich von Positionen getrennt haben. Zwar hatte US-Präsident Trump die Frist für die Aussetzung von Angriffen auf den iranischen Energiesektor erneut verlängert, zugleich prüft das Pentagon aber laut Medienberichten die Entsendung von bis zu 10.000 zusätzlichen US-Bodentruppen in den Nahen Osten. Derweil dementierte Iran weiterhin, dass man sich in Gesprächen mit der US-Seite befinde. Astrazeneca lagen mit einem Plus von 3,7 Prozent im Stoxx-50 vorn. Ein Medikamentenkandidat für Lungenerkrankungen erreichte in fortgeschrittenen klinischen Studien das primäre Ziel. Enagas sprangen um 17 Prozent nach oben, nachdem die spanische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde für das Unternehmen eine günstige Regulierung verabschiedet hatte. Pernod Ricard erholten sich nach den jüngst deutlichen Abgaben als Reaktion auf Spekulationen über eine Übernahme von Brown-Forman um 7,9 Prozent. Die Deutsche Bank hatte die Aktie hochgestuft.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Schwach - Ein Kursdebakel erlebten CTS Eventim mit einem Absturz um 23,2 Prozent - trotz von Analysten als stark bezeichneten Geschäftszahlen. Für Verstimmung sorgte der Ausblick, bemängelt wurde auch die avisierte Dividendenkürzung. Analysten sprachen zudem von einer fehlerhaften Finanzkommunikation, aber auch einem überzogenen Kursrückgang. Jungheinrich büßten 5,5 Prozent ein. Während sich die Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen bewegten, enttäuschten Dividendenvorschlag und Ausblick. Im DAX lagen BASF (+2,7%) erneut auffallend stabil im Markt. BASF hat die Finanzbeteiligung an Harbour Energy von mehr als 41 auf etwa 35 Prozent reduziert für einen Gesamtbetrag von 252 Millionen Euro. Lufthansa gaben um 2,4 Prozent nach. Bei der Fluglinie droht ein Streik der Flugbegleiter. Secunet verloren mit einer zum Vorjahr niedrigeren Dividende je Aktie 3,8 Prozent.

XETRA-NACHBÖRSE

Die Kurse folgten - gemessen am XDAX - der schwachen Tendenz an der Wall Street nach dem Xetra-Handelsende nach unten. Auffälligkeiten bei Einzelwerten wurden nicht beobachtet.

USA - AKTIEN

Sehr schwach - Die Sorge vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Iran auf die weltweite Inflation und das Wachstum löste erneut starke Verkäufe am Aktienmarkt aus. Zugleich stiegen die Ölpreise auf dem bereits massiv erhöhten Niveau kräftig, die Renditen am Anleihemarkt erreichten das höchste Niveau seit rund acht Monaten. Marktteilnehmer sprachen von einer verworrenen Nachrichtenlage zu den Friedensbemühungen, die zudem keine Entwicklung zeigten. Die Unsicherheit an den Finanzmärkten über den Fortgang des Konflikts und damit dessen Folgen für Energiepreise, Lieferketten, Inflation und Geldpolitik nahm somit eher noch zu. Zwar hatte US-Präsident Trump die Angriffe auf iranische Energieanlagen erneut ausgesetzt und räumt nun eine Frist bis zum 6. April ein, angeblich weil der Iran darum gebeten habe und weil man gute Gespräche führe. Der Iran dementiert solche Gespräche aber weiterhin. Am Aktienmarkt wurden mit den hohen Öl- und Gaspreisen wie schon am Vortag Titel aus dem Energiesektor gekauft, ihr Subindex stieg um 2,0 Prozent. Gemieden wurden wegen der durch den Ölpreisschub eingetrübten Konjunkturaussichten Aktien zyklischer Branchen. Unity Software machten gegen den sehr schwachen Markt einen Satz um 13,5 Prozent. Der Videospielentwickler hatte starke Geschäftszahlen vorgelegt und angekündigt, das Portfolio neu auszurichten und sich zur Profitabilitätssteigerung aus bestimmten Geschäftsbereichen zurückzuziehen. Netflix kamen mit einem Miniplus davon, nachdem der Streaminganbieter Preiserhöhungen angekündigt hatte.

US-ANLEIHEN

Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 3,90 -0,08 4,03 3,90

5 Jahre 4,06 -0,03 4,15 4,06

10 Jahre 4,43 +0,02 4,48 4,4

Am Anleihemarkt stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf ihren höchsten Stand seit acht Monaten - getrieben von Inflations- und Zinserhöhungsängsten. Sie kletterte um 2 Basispunkte auf 4,44 Prozent, im Tageshoch waren es 4,48 Prozent.

DEVISEN

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 18:46

EUR/USD 1,1511 +0,0 0,0003 1,1508 1,1508

EUR/JPY 183,94 -0,3 -0,4700 184,4100 184,5600

EUR/CHF 0,9196 +0,0 0,0002 0,9194 0,9180

EUR/GBP 0,8672 -0,1 -0,0006 0,8678 0,8676

USD/JPY 159,77 -0,3 -0,5400 160,3100 160,3500

GBP/USD 1,3271 +0,1 0,0015 1,3256 1,3261

USD/CNY 6,9091 -0,0 -0,0025 6,9116 6,9116

USD/CNH 6,9138 -0,1 -0,0044 6,9182 6,9204

AUS/USD 0,6866 -0,1 -0,0004 0,6870 0,6866

Bitcoin/USD 67.627,67 +1,6 1.065,71 66.561,96 65.635,62

Der Dollar baute als "sicherer Hafen" die jüngsten Gewinne noch etwas aus, zusätzlich gestützt von den kräftig gestiegenen Marktzinsen. Der Euro kostete zuletzt 1,1517 Dollar.

++++ ROHSTOFFE +++++

METALLE

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.508,78 +0,4 16,30 4.492,48

Silber 70,27 +1,0 0,68 69,59

Platin 1.913,80 +2,7 50,91 1.862,89

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

March 30, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)