IPO in Frankfurt

Gabler-Aktie steuert auf Börsengang zu: Sollten Anleger beim neuen Rüstungswert zugreifen?

06.03.26 23:47 Uhr

Börsenneuling mit Potenzial? Darum sorgt die Gabler-Aktie für Aufsehen im Rüstungssektor um Rheinmetall, RENK, HENSOLDT und Co. | finanzen.net

Der U-Boot-Ausrüster Gabler steht kurz vor seinem Börsendebüt in Frankfurt. Anleger haben somit bald einen weiteren Verteidigungswert zur Auswahl. Wie stehen die Chancen für die Gabler-Aktie?

Werte in diesem Artikel
Aktien

43,60 EUR -0,80 EUR -1,80%

82,15 EUR 0,55 EUR 0,67%

53,69 EUR -0,56 EUR -1,03%

1.566,00 EUR -11,50 EUR -0,73%

37,70 EUR -0,70 EUR -1,82%

87,75 EUR 0,10 EUR 0,11%

• Gabler strebt Börsengang in Frankfurt am 9. März an
• Profitables Geschäft mit hohen Margen
• Small-Cap-Alternative zu Rheinmetall und Co.?

Der Marine- und Meerestechnikspezialist Gabler plant den Börsengang: Der erste Handelstag der Gabler-Aktie im Börsensegment Frankfurter Wertpapierbörse Scale ist derzeit für den 9. März vorgesehen. Damit betritt ein weiterer Verteidigungswert das Parkett - in einem Marktumfeld, das von steigenden Verteidigungsausgaben und wachsender sicherheitspolitischer Unsicherheit geprägt ist.

Geschäftsfokus auf Unterwassermissionen

Gabler ist vor allem als Anbieter von U-Boot-Ausfahrgerätesystemen wie Periskope, Schnorchel für die Luftzufuhr, Antennenmasten für die Kommunikation und Radar- sowie Optronik-Sensormasten bekannt, daneben bietet das Unternehmen aus Lübeck aber auch Lösungen für Unterwasserkommunikation und -datenmanagement sowie Energieversorgung und Energiespeicher für Unterwasseranwendungen an - etwa zum Schutz kritischer Infrastruktur auf dem Meeresboden. Das Kerngeschäft gliedert sich somit in drei Teile: Submarine Systems (U-Boot-Systeme, Ausfahrgerätesysteme, Rudermaschinen), Subsea Communications & Data sowie Subsea Power. Laut "GoingPublic" hat das Unternehmen mehr als 250 Kunden, darunter auch namhafte Rüstungskonzerne wie thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) und HENSOLDT.

Das plant Gabler beim Börsengang

Das Angebot von Gabler im Rahmen des Börsengangs umfasst laut Unternehmensangaben 1,05 Millionen neue Aktien sowie 1,575 Millionen bestehende Aktien aus dem Besitz des bisherigen Eigentümers Possehl Mittelstandsbeteiligungen GmbH, der auch nach dem Börsengang mindestens eine Minderheitsbeteiligung halten will. Hinzu kamen auch noch 393.750 weitere Aktien im Rahmen der ausgeschöpften Mehrzuteilungsoption. Die Preisspanne für die Gabler-Aktie wurde Ende Februar auf 37,00 bis 47,00 Euro festgesetzt. Laut "The Market" informierten die Konsortialbanken institutionelle Investoren bereits während dem Angebotszeitraum über eine mehrfache Überzeichnung und stellten im Vorfeld einen Ausgabepreis von 44 Euro oder mehr in Aussicht - ein Hinweis auf reges Interesse. Der Emissionspreis von 44 Euro wurde dann auch so bestätigt. Gabler kommt damit laut eigenen Angaben zum Börsenstart auf eine Marktkapitalisierung von 266,2 Millionen Euro - bei einem angestrebten Streubesitz von 49,9 Prozent. Damit ist das Unternehmen in Bezug auf die Größe am ehesten vergleichbar mit dem österreichischen Unternehmen Steyr Motors, während die deutschen Branchengrößen Rheinmetall, RENK und HENSOLDT mit Milliardenbewertungen an der Börse in einer anderen Liga spielen.

Gabler fließt aus der Ausgabe der neuen Aktien ein Nettoemissionserlös von rund 46 Millionen Euro zu. Das Kapital will der Marinespezialist vor allem zur Stärkung der Bilanz und zur Wachstumsfinanzierung nutzen. Laut "boersengefluester.de" soll dabei die Hälfte der Mittel zur Rückführung bestehender Kredite eingesetzt werden, jeweils rund ein Viertel soll in das organische Wachstum sowie in kleinere Akquisitionen fließen. Dividendenzahlungen würden vorerst nicht auf der Agenda stehen.

Gabler-CEO David Schirm sieht im Börsengang einen strategischen Meilenstein. Man befinde sich "in einer spannenden Wachstumsphase und der Börsengang wird es uns ermöglichen, das Wachstum, die Entwicklung und die Expansion unseres Geschäfts zu beschleunigen", sagte er laut Pressemitteilung. "Wir sehen ein außerordentlich attraktives Marktumfeld für missionskritische Unterwassertechnologien. Steigende Verteidigungsausgaben, der Schutz kritischer maritimer Infrastruktur und die zunehmende Bedeutung autonomer Unterwassersysteme treiben die anhaltende strukturelle Nachfrage an. Mit unserer führenden Position im Bereich U-Boot-Systeme, dem dynamischen Wachstum in den Bereichen Unterwasserkommunikation & -daten sowie Unterwasserenergie und unserem substanziellen Auftragsbestand verfügen wir über eine starke operative Basis und klare Planungssicherheit. Als börsennotiertes Unternehmen beabsichtigen wir, unsere Innovationskraft weiter zu stärken, unsere internationale Präsenz auszubauen und die sich bietenden Wachstumschancen konsequent zu nutzen", so Schirm weiter.

Volle Auftragsbücher und hohe Margen

Zum Jahresende 2025 verfügte Gabler nach eigenen Angaben über einen Auftragsbestand von 359 Millionen Euro. Dabei lag der Anteil des festen Auftragsbestands bei 89,8 Millionen Euro, beim Rest handelt es sich um mögliche, aber noch nicht unterschriebene Verträge. Der gesamte Auftragsbestand entspricht dabei in etwa dem Sechsfachen der konsolidierte Pro-forma-Nettoumsatzerlöse für das Geschäftsjahr 2025, die bei 61,7 Millionen Euro lagen. Rund 75 Prozent des Umsatzes entfielen dabei laut Unternehmensangaben auf Verteidigungs- und verteidigungsnahe Lösungen. Mittelfristig wird ein Nettoumsatz von 100 Millionen Euro angepeilt, wobei ein zweistelliges prozentuales Nettoumsatzwachstum zwischen 20 und 30 Prozent in den Geschäftsbereichen Unterwasserenergie und Unterwasserkommunikation & -daten erwartet werde.

Analysten sehen noch weiteres Potenzial beim Umsatz. Wie "The Market" schreibt, erwarte Metzler Research aufgrund der aktuellen globalen Aufrüstung eine steigende Nachfrage nach den Produkten von Gabler, was bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 12 Prozent mit sich bringen dürfte. Cantor Fitzgerald hält laut der Nachrichtenseite sogar eine Umsatzverdopplung innerhalb von fünf Jahren für möglich. "The Market" weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass U-Boote im Schnitt bis zu 40 Jahre im Einsatz seien und ein erheblicher Teil des Geschäfts von Gabler aus Service- und Reparaturleistungen bestehe - was wiederkehrende und planbare Erlöse bedeute.

Das bereinigtes EBIT auf Pro-forma-Basis lag 2025 laut Gabler bei 16,5 Millionen Euro, was einer bereinigten Pro-forma-EBIT-Marge von 28,2 Prozent entspricht. Damit ist der Marinespezialist laut "The Market" "hoch profitabel".

Ist die Gabler-Aktie attraktiv?

Laut "boersengefluester.de" stehe Gabler "vor einer guten Zukunft" und dürfte "als Momentum-Play [...] überdurchschnittliche Chancen haben", da die Investitionsstory in das aktuelle Umfeld passe, in dem Rüstungsaktien zu den Gewinnern zählen. Auch "GoingPublic" bezeichnet das Papier als mögliche Small-Cap-Alternative zu Rheinmetall, RENK und HENSOLDT. Wie "The Market" unter Verweis auf die Wettbewerber schreibt, wäre bei der Gabler-Aktie selbst am oberen Ende der Preisspanne, also bei 47 Euro, das Potenzial noch nicht voll ausgereizt. So ergäbe sich noch Luft nach oben, da Vergleichstitel "gemessen am Unternehmenswert mit dem rund 13-Fachen des für 2027 geschätzten, bereinigten Ebitda gehandelt" würden und das KGV der Vergleichsgruppe zum für 2027 geschätzten Nettogewinn 21 betrage. Übertragen auf Gabler entspräche das rechnerisch einem Börsenwert von 320 bis 370 Millionen Euro. Zur Erinnerung: Zum Börsengang liegt dieser nun bei rund 266 Millionen Euro.

Auch Fondsmanager halten die Aktie für attraktiv. "Gabler ist bewertet wie ein stark wachsendes Rüstungsunternehmen, aber günstiger als die Vergleichsgruppe, auch am oberen Ende der Preisspanne", sagte Baki Irmak von The Digital Leaders Fund laut "The Market". Ein weiterer, namentlich nicht genannter Fondsmanager äußerte sich gegenüber der Nachrichtenseite jedoch etwas vorsichtiger. Auch er hält die Gabler-Aktie zwar für attraktiv, allerdings nur bis zur Mitte der ursprünglich geplanten Preisspanne von 37 bis 47 Euro. Denn seiner Meinung nach sei wegen mehrerer Punkte ein deutlicher Abschlag zur Vergleichsgruppe erforderlich. So dürften Gabler beim geplanten Wachstum keine Produktionsprobleme dazwischenkommen und auch die starke Abhängigkeit vom Standort Lübeck gehören zu seinen Kritikpunkten.

Anleger müssen nun selbst entscheiden, ob sie beim Börsengang direkt auf die Gabler-Aktie als interessante Small-Cap-Alternative zu Rheinmetall und Co. setzen wollen, oder ob sie zunächst die Entwicklungen der ersten Handelstage, die häufig von erhöhter Volatilität geprägt sind, abwarten wollen.

Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: dencg / Shutterstock.com, Kritchanut / Shutterstock.com

Nachrichten zu Rheinmetall AG

Analysen zu Rheinmetall AG

DatumRatingAnalyst
01.04.2026Rheinmetall BuyGoldman Sachs Group Inc.
19.03.2026Rheinmetall OverweightBarclays Capital
17.03.2026Rheinmetall OverweightJP Morgan Chase & Co.
13.03.2026Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.03.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
DatumRatingAnalyst
01.04.2026Rheinmetall BuyGoldman Sachs Group Inc.
19.03.2026Rheinmetall OverweightBarclays Capital
17.03.2026Rheinmetall OverweightJP Morgan Chase & Co.
13.03.2026Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.03.2026Rheinmetall KaufenDZ BANK
DatumRatingAnalyst
12.03.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
11.02.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
24.11.2025Rheinmetall Market-PerformBernstein Research
19.11.2025Rheinmetall HoldWarburg Research
19.11.2025Rheinmetall Market-PerformBernstein Research
DatumRatingAnalyst
14.06.2019Rheinmetall ReduceOddo BHF
25.01.2017Rheinmetall SellDeutsche Bank AG
06.11.2015Rheinmetall SellS&P Capital IQ
12.08.2015Rheinmetall SellS&P Capital IQ
01.06.2015Rheinmetall verkaufenCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Rheinmetall AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen