Freundliches Marktumfeld

US-China-Entspannung beflügelt deutsche Autowerte: Aktien von Mercedes-Benz, BMW & Co. im Aufwind

12.05.25 16:46 Uhr

Rückenwind für deutsche Autobauer: US-China-Einigung lässt Aktien von Mercedes-Benz, BMW & Co. steigen | finanzen.net

Die Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg hat am Montag den Börsen und insbesondere den Autoaktien europaweit deutliche Kursgewinne beschert.

Die beiden Kontrahenten beschlossen nach Gesprächen in Genf eine drastische Verringerung der gegenseitigen Zölle. Demnach sinken die US-Abgaben auf chinesische Importe von bisher 145 auf 30 Prozent. Die Aufschläge Pekings auf Einfuhren aus den Vereinigten Staaten gehen von 125 auf 10 Prozent zurück. Wie aus einer gemeinsamen Erklärung hervorgeht, gilt die Regelung allerdings nur vorübergehend für 90 Tage.

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Der europäische Autobranchenindex legte gegen Mittag um 3,6 Prozent zu, womit er im marktbreiten Stoxx Europe 600 weit vorn lag. Den 25-prozentigen Rücksetzer vom Zwischenhoch Mitte Februar bis zum Tief am 9. April hat er damit zu gut zwei Dritteln wieder aufgeholt. Zudem notiert das Börsenbarometer damit wieder über der für den langfristigen Trend als wichtig geltenden 200-Tage-Linie.

Am 2. April hatte US-Präsident Donald Trump seine Zölle gegen zahlreiche Länder verhängt. Die gegen die Europäischen Union verhängten Sonderzölle hatte er bereits eine Woche später für 90 Tage ausgesetzt. Dagegen kulminierte der Zollkrieg zwischen den USA und China zunächst in einer Spirale immer höherer gegenseitiger Einfuhr-Abgaben.

Im freundlichen DAX zählte zuletzt neben Mercedes-Benz mit einem Kursplus von 3,27 Prozent auf 52,74 Euro, BMW mit Plus 2,38 Prozent auf 81,58 Euro, Porsche mit Plus 0,85 Prozent auf 47,51 Euro und Volkswagen (VW) mit Aufschlägen von 1,03 Prozent auf 100,85 Euro auch der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck mit plus 4,12 Prozent auf 38,64 Euro zu den besten Werten. Die Titel des im MDAX gelisteten Daimler-Truck-Konkurrenten TRATON aus dem VW-Konzern waren ebenfalls gefragt: Sie zogen zuletzt um 3,71 Prozent auf 31,30 Euro an.

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Auch bei den Aktien von Stellantis griffen die Anleger zu: Mit einem Gewinn von 6,82 Prozent auf 9,354 Euro reihte sich die Automobilholding mit Marken wie Peugeot, Opel, Fiat und Chrysler im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 weit vorn ein. Bei Renault reichte es immerhin für überdurchschnittliche Kursgewinne von 1,13 Prozent auf 48,20 Euro im französischen CAC 40.

Mit der amerikanisch-chinesischen Einigung werde "das Leben für die deutsche Autoindustrie erheblich stressfreier", sagte der Direktor des Bochumer Autoinstituts CAR, Ferdinand Dudenhöffer. "BMW und Mercedes produzieren SUV in den USA, die auch nach China exportiert werden." Das Übereinkommen helfe, die Kosten zu stabilisieren - was wiederum wichtig für Erfolg auf dem zentralen Markt China sei, sagte Dudenhöffer. Im ersten Quartal hatten die deutschen Autobauer vor allem wegen Problemen in China deutliche Gewinneinbrüche hinnehmen müssen.

Nun fragten sich die Anleger, ob Japan als Nächstes in der Reihe der US-Verhandlungspartner stehen könnte, ergänzte Analystin Kate Marshall von der britischen Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown. Denn wie in etlichen anderen Ländern seien auch die Exporteure in Japan von hohen Zöllen der USA bedroht. Japan als größter ausländischer Investor sei potenziell in einer guten Verhandlungsposition, auch dank der US-Produktionsstätten großer japanischer Unternehmen wie etwa des Autobauers Toyota. Zudem werde Japan oft als wichtigster amerikanischer Verbündeter in Asien gesehen.

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/gl/men/mis

FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX)

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Bildquellen: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

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