Cathie Wood schichtet um: Warum ARK Palantir-Aktien verkauft und bei Oklo einsteigt
ARK trennt sich Stück für Stück von Palantir-Aktien und kauft dafür einen Reaktorentwickler, der im zweiten Quartal gerade einmal 1,2 Millionen US-Dollar umgesetzt hat.
Werte in diesem Artikel
- ARK verkauft Palantir-Aktien und greift bei Oklo-Aktien zu
- Reduktion setzt eine Reihe früherer Palantir-Verkäufe fort
- Oklo finanziert seinen Reaktorbau vor allem über neue Aktien
Cathie Woods Fondsgesellschaft ARK Invest baut ihre Position in Palantir weiter ab und lenkt frisches Kapital in die Atomkraft, allen voran in den Reaktorentwickler Oklo. Laut der täglichen Handelsmeldung für Dienstag verkaufte das Flaggschiff ARK Innovation ETF (ARKK) 27.790 Palantir-Aktien im Wert von rund 5,4 Millionen US-Dollar. Im Gegenzug sammelte der ARK Autonomous Technology & Robotics ETF (ARKQ) knapp 150.998 Oklo-Aktien für gut 4,1 Millionen US-Dollar ein. Dazu kamen 484.895 Aktien des Reaktorbauers X-Energy für gut 5,1 Millionen US-Dollar, verteilt auf drei ARK-Fonds. Unter dem Strich wandert Gewicht vom profitablen Softwarekonzern in die Kernkraft.
Palantir-Aktie: Aus dem Käufer wird ein Verkäufer
Die Reduzierung ist kein Einzelfall, sondern setzt eine Reihe von Palantir-Verkäufen der vorangegangenen Handelstage fort. Bemerkenswert ist die Wende: Laut den Pflichtmeldungen an die US-Börsenaufsicht SEC hielt ARK zum 30. Juni rund 3,2 Millionen Palantir-Aktien und damit gut 100.000 mehr als Ende März. Im zweiten Quartal war die Gesellschaft also noch Nettokäufer. Ganz verabschiedet sich ARK nicht: Im ARKK macht Palantir per 21. Oktober gut 2,7 Prozent aus, im ARK Space & Defense Innovation ETF (ARKX) rund 4 Prozent.
Starke Zahlen erklären den Abbau nicht
An der operativen Entwicklung liegt es kaum. Im zweiten Quartal steigerte Palantir den Umsatz um 93 Prozent zum Vorjahr auf 1,935 Milliarden US-Dollar, das US-Geschäft mit Unternehmenskunden wuchs sogar um 149 Prozent auf 764 Millionen US-Dollar. Für das dritte Quartal stellt das Management 2,160 bis 2,164 Milliarden US-Dollar in Aussicht, die Jahresprognose hob es auf 8,150 bis 8,158 Milliarden US-Dollar an. Eine Begründung liefert ARK nicht. Das Muster spricht eher für eine Gewichtungsfrage als für einen Stimmungswechsel: ARK verkauft in kleinen Tranchen und behält den Großteil der Position.
Oklo verbrennt Geld und holt es sich an der Börse
Bei Oklo stehen die Vorzeichen umgekehrt. Der Reaktorentwickler meldete für das zweite Quartal erstmals Umsatz, gerade einmal 1,2 Millionen US-Dollar, während der operative Verlust im Jahresvergleich von 28 auf rund 73 Millionen US-Dollar anschwoll. Finanziert wird der Ausbau über die Börse: Im ersten Halbjahr gab Oklo rund 23,1 Millionen neue Aktien aus und nahm damit brutto knapp 1,9 Milliarden US-Dollar ein, am 11. September folgte ein weiteres Programm über bis zu eine Milliarde US-Dollar. Zum 30. Juni lagen Barmittel und Wertpapiere bei rund 3,0 Milliarden US-Dollar. Für Altaktionäre bedeutet das Verwässerung, ein Risiko, das auch ARK mitträgt.
Die Wette auf Strom für Rechenzentren
Den Gegenwert für die Verwässerung soll der technische Fortschritt liefern. Am 5. August erreichte der Testreaktor Groves die erste Kritikalität, das erste kommerzielle Kraftwerk vom Typ Aurora will Oklo 2028 in Betrieb nehmen. Mit Meta Platforms schloss Oklo im Januar eine Vorauszahlungsvereinbarung für einen Energiecampus mit 1,2 Gigawatt in Ohio, der Metas Rechenzentren versorgen soll. Genau hier liegt der Bezug zum KI-Thema, das ARK bislang vor allem über Palantir abgebildet hat. Den Ausbau betreibt ARK schrittweise: Laut SEC-Meldungen hielt die Gesellschaft zum 31. Dezember 2025 rund 223.000 Oklo-Aktien, zum 30. Juni 2026 rund 372.000. Allein im ARKQ liegen per 21. Oktober knapp 597.000 Stück, ein Fondsgewicht von knapp einem Prozent. Palantir kommt im selben Fonds auf gut fünf Prozent.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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