Geopolitik bewegt weiter den Markt: DAX kann Gewinne in den Feierabend retten - über 22.500-Punkte-Marke

Die kurzzeitige Rückkehr über die Nulllinie schien nach einem Rücksetzer in die Verlustzone nicht lange zu währen. Am frühen Nachmittag bahnte sich der DAX den Weg zurück auf grünes Terrain.
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Der DAX begann die verkürzte Handelswoche niedriger, daraufhin folgte zunächst ein Auf und Ab. Ab Mittag notierte das Börsenbarometer entschiedener mit Aufschlägen und ging 1,18 Prozent höher bei 22.562,80 Punkten aus der Sitzung.
Vor den Osterfeiertagen hielten sich die Umsätze dennoch in Grenzen, da am kommenden Freitag sowie Montag an der Frankfurter Börse nicht gehandelt wird.
22.000-Punkte-Marke bleibt die Zitterpartie
Mit dem erneuten Rücksetzer rückte kurzzeitig die psychologisch wichtige Marke von 22.000 Punkten wieder gefährlich nahe. Marktbeobachter warnten: Sollte der Index unter das Niveau von 21.863 Punkten fallen, wäre dies der tiefste Stand seit dem massiven "Zollschock" vom April 2025. Das Minus seit dem Zwischenhoch Ende Februar beläuft sich damit weiterhin auf rund 12 Prozent.
Irankrieg: Trump optimistisch hinsichtlich Verhandlungen
US-Präsident Donald Trump hat sich zwar zuversichtlich über eine Verhandlungslösung mit dem Iran gezeigt. Zugleich schließt er eine Einnahme der strategisch wichtigen Kharg Insel nicht aus. Von dort wird ein Großteil des iranischen Öls exportiert. Seit Tagen verstärken die USA die Präsenz ihrer Bodentruppen in der Region.
Ölpreise bleiben unter Beobachtung
Ein Barrel der Rohöl-Sorte Brent stieg am Montag zeitweise bis auf 116 US-Dollar und wird damit nur noch knapp unter dem Höchststand seit Ausbruch des Iran-Kriegs bei etwa 120 Dollar gehandelt. Die Ölpreise sehen sich nun mit einem längerfristig höheren Ausgangsniveau konfrontiert, schreiben die Strategen der Société Générale. Der sich zuspitzende Konflikt im Nahen Osten nehme jede realistische Chance auf eine kurzfristige Deeskalation. Die Strategen verschieben ihren angenommenen Zeitplan für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus von März auf "deutlich in den April hinein". Sie erwarten, dass der Preis für Brent-Rohöl im April im Durchschnitt bei rund 125 US-Dollar pro Barrel liegen werde, mit glaubwürdigen Bewegungen in Richtung 150 US-Dollar, angesichts wachsender Infrastrukturrisiken und zunehmender Raffinerie-Stilllegungen.
Inflationsdaten aus Deutschland im Fokus - Muss die EZB handeln?
Der Iran-Krieg mit dem Ölpreisschock hat die Verbraucherpreise in Deutschland auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Im März lag die Inflationsrate bei 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Daten mitteilte. Das ist der höchste Stand der Teuerung seit Januar 2024, als 2,9 Prozent gemessen wurden. Im Februar hatte die Inflationsrate noch 1,9 Prozent betragen.
Dieser sprunghafte Anstieg dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang setzen, da der Wert deutlich über der angestrebten Zielmarke von 2,0 Prozent liegt. Die Währungshüter müssen nun abwägen, ob die harten Teuerungsraten in der größten Volkswirtschaft der Eurozone eine restriktivere Geldpolitik oder eine Verschiebung geplanter Zinsschritte erfordern. Marktteilnehmer beobachten daher gespannt, ob die EZB auf diesen erneuten Preisdruck mit einer Kurskorrektur reagiert, um die Preisstabilität im gesamten Währungsraum zu sichern.
DAX-Rekord vom Januar in weiter Ferne
Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Claudia Stephan, Alexandra Hesse, Melanie Schürmann, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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