Ölpreise ziehen an: DAX geht nach gutem Start mit Verlusten ins Wochenende - "Eskalationsgefahr hinter den Schlagzeilen"

Der DAX konnte sich mit erneut steigenden Ölpreisen im Rücken am Freitag nicht nachhaltig behaupten und fiel lezttlich zurück.
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Der DAX bewegte sich zum Handelsstart am Freitag mit 22.612,93 Punkten auf Vortagesschlussniveau und fiel dann direkt rasant ins Minus. Zeitweise notierte das Börsenbarometer am Nachmittag unter der 22.300-Zähler-Marke. Zum Handelsschluss schaffte er es knapp darüber. Sein Schlussstand: -1,38 Prozent bei 22.300,75 Zählern.
Gradmesser für die Stimmung am Markt bleibt der Ölpreis. Die Nordseesorte Brent verteuert sich aktuell erneut auf 110 US-Dollar pro Barrell.
"Eskalationsgefahr hinter den Schlagzeilen"
Der Aufschub durch US-Präsident Donald Trump um zehn Tage mindere die Risiken nicht, und das sei an den Märkten spürbar, sagte Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management. Es fühle sich eher so an, "als wenn ein Händler eine Verlustposition in die Zukunft verschiebt". Die Weigerung des Ölpreises, auf einem tieferen Niveau zu verharren, signalisiere nach wie vor die "Eskalationsgefahr hinter den Schlagzeilen".
Große Handelsspanne im DAX
Die Woche im DAX wurde geprägt durch seine immense Handelsspanne vom Montag. Hier war der DAX im Tagesverlauf bei widersprüchlicher Nachrichtenlage um spektakuläre 1.300 Punkte geschwankt. Zunächst hatte er mit 21.863 Punkten das bisherige Kriegstief erreicht, bevor er sich zeitweise sprunghaft auf 23.178 Punkte erholte. Auch der Ölpreis, momentan wichtigster Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt, bewegte sich die Woche über in der Spanne vom Montag.
Transporte durch Straße von Hormus
US-Präsident Trump hat sein Ultimatum an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus nun erneut verlängert. Die Meerenge - einer der weltweit wichtigsten Transportwege für Energielieferungen - wurde vom Iran faktisch geschlossen. Bis zum 6. April um 20.00 Uhr (US-Ostküstenzeit, 7. April 2.00 Uhr deutscher Zeit) will Trump keine iranischen Kraftwerke angreifen lassen, wie er unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche auf seiner Plattform Truth Social schrieb.
Die Nachrichtenlage bleibt widersprüchlich. Der Iran hatte mehrfach solche von Trump erwähnte Gespräche dementiert, Pakistan hatte aber seine Vermittlerrolle bestätigt.
Die Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Transportwege für Energielieferungen, die von Iran faktisch geschlossen wurde, bleibt damit vorerst kaum passierbar. Zuletzt wurde bekannt, dass die paramilitärische Basidsch-Miliz im Iran drei Containerschiffen die Fahrt durch diese Meeresenge verwehrt hat. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen Trumps, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Dabei wurde auf die offizielle iranische Haltung hingewiesen, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA sowie deren Verbündete die Passage verboten sei.
DAX-Rekord vom Januar in weiter Ferne
Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Julia Walter, Melanie Schürmann, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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