Airbus-Aktie abgestraft: Airbus trotz Umsatz- und Gewinnplus unter den Markterwartungen
Airbus hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert, aber die Markterwartungen verfehlt.
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Die Jahresprognose bekräftigte der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern.
"Die Nachfrage nach unseren Verkehrsflugzeugen ist sehr stark, und die Erholung des Marktes bei den Großraumflugzeugen hält an", sagte CEO Guillaume Faury laut der Mitteilung. "Wir gehen davon aus, dass die Lieferkette im Zuge des Produktionshochlaufs eine Herausforderung bleiben wird. Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer Prognose für das Gesamtjahr fest."
Im Zeitraum von Juli bis Dezember stieg der Umsatz um 12 Prozent auf 14,897 Milliarden Euro, wie Airbus mitteilte. Das war der Flugzeugsparte mit einem Umsatzplus von 22 Prozent zu verdanken, während die Einnahmen bei Helicopters sowie im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft Defense and Space unter dem Vorjahr lagen.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) legte um 21 Prozent auf 1,013 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich bleib ein Nettogewinn nach Steuern und Dritten von 806 Millionen Euro nach 667 Millionen im Vorjahreszeitraum. Je Aktie verdiente Airbus 1,02 Euro nach 85 Cent.
Die Analysten hatten im Konsens mit einem Umsatz von 15,098 Milliarden Euro, einem bereinigten EBIT von 1,142 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 837 Millionen Euro gerechnet. Den Gewinn je Aktie sahen sie ebenfalls um 6 Cent höher.
In den ersten zehn Monaten des Jahres lieferte der Hersteller 559 Flugzeuge aus und peilt im Gesamtjahr weiterhin die Auslieferung von 720 Maschinen an.
Das bereinigte EBIT will Airbus 2023 weiterhin auf 6,0 Milliarden Euro steigern, von 5,63 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. In den ersten neun Monaten wurde davon mit 3,631 etwas mehr als die Hälfte erzielt.
Beim freien Cashflow (FCF) vor Fusionen und Akquisitionen (M&A) sowie Kundenfinanzierungen peilt Airbus weiterhin 3,0 Milliarden Euro an, nach 4,68 Milliarden 2022. In den ersten neun Monaten wurden davon 1,04 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das impliziert, dass dieser Cashflow im Quartal negativ war, denn für das erste Halbjahr hatte Airbus einen FCF vor M&A und Kundenfinanzierungen in Höhe von 1,574 Milliarden Euro ausgewiesen.
Airbus will mehr A350 bauen - Kritik an Bundesregierung
Airbus reagiert auf die wachsende Nachfrage nach Langstreckenflugzeugen nach der Corona-Pandemie.
Vom Airbus A350 sollen von 2026 an zehn Maschinen pro Monat gebaut werden, so viele wie vor der Krise schon einmal geplant, kündigte der französisch-deutsche Flugzeugbauer am Mittwochabend in Toulouse an. Bisher hatte sich Airbus neun A350 bis Ende 2025 vorgenommen. Für das Kurz- und Mittelstrecken-Modell A320/A321 gibt sich Airbus weiter zuversichtlich, die Produktion bis 2026 auf 75 Flugzeuge pro Monat zu schrauben. Zurzeit sind es laut Insidern gut 50. Für das laufende Jahr hält der Konzern am Ziel fest, 720 Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Nach neun Monaten waren es 488, 51 mehr als ein Jahr zuvor. Im Oktober kamen 71 hinzu.
2024 werde die Produktion deutlich höher ausfallen, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury. "Wir machen weiterhin Fortschritte bei der Umsetzung unseres Geschäftsplans in einem Umfeld, das weltweit immer komplexer wird." Die Nachfrage nach Flugzeugen sei sehr stark, vor allem bei Langstreckenmaschinen gehe es weiter aufwärts. In den ersten neun Monaten gingen netto - also abzüglich Stornierungen - 1241 Flugzeugaufträge ein, vor einem Jahr waren es 647. Der Auftragsbestand ist inzwischen auf fast 8000 Maschinen angeschwollen.
"Wir erwarten, dass die Lieferkette noch für eine Weile herausfordernd bleiben wird", räumte Faury ein. Dabei gehe es vor allem um Triebwerks-Hersteller. Der MTU-Partner Pratt & Whitney, der wichtigste Triebwerks-Lieferant für den Verkaufsschlager A320, hatte kürzlich eine riesige Rückrufaktion gestartet.
Umbau in der Rüstungssparte
Die steigende Produktion trieb den Umsatz in den ersten neun Monaten um zwölf Prozent auf 42,6 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn kletterte um vier Prozent auf 3,63 Milliarden Euro, 3,22 Milliarden steuerte allein das Flugzeug-Geschäft bei. Die Zuwächse dort machten Abschreibungen im Satelliten-Geschäft wett, wo Airbus 300 Millionen Euro auf einige verlustträchtige, langfristige Verträge abschrieb. Für die Rüstungs- und Weltraum-Sparte hat Airbus ein Transformationsprogramm aufgelegt. Es gehe darum, Risiken und Chancen - etwa beim Militär-Transportflugzeug A400M - besser auszubalancieren. Das könne drei bis fünf Jahre dauern, sagte Faury.
Herbe Kritik übte der Airbus-Chef am anhaltenden Exportstopp der Bundesregierung für Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien, einem Kunden für den Kampfjet Eurofighter. Das sei "sehr schädlich für den Eurofighter und für die Reputation Deutschlands als Exportland", sagte Faury. Zwar gebe es Anzeichen dafür, dass die Bundesregierung ihre harte Haltung aufgebe, "aber nicht in der Geschwindigkeit, die wir brauchen". Das bayerische Manching sei als Standort für die Eurofighter-Produktion aber nicht in Gefahr.
Anzeichen für ein Abrücken Deutschlands vom europäischen Kampfflugzeug-System FCAS sehe er nicht, reagierte Faury auf einen Bericht der Londoner "Times". "Vor Ort stellen wir das genaue Gegenteil fest." Die Regierung in Berlin hatte den Bericht bereits als substanzlos zurückgewiesen.
Für das Gesamtjahr peilt Airbus weiterhin ein bereinigtes Ebit von sechs Milliarden Euro an. Der operative Mittelzufluss (Free Cash-flow) soll drei Milliarden Euro erreichen. Nach neun Monaten liegt bei 1,04 (2,90) Milliarden Euro.
Airbus nach Zahlen und zuletzt gutem Lauf unter Druck
Die am Vorabend vorgelegten Zahlen von Airbus haben die Anleger des Flugzeugbauers am Donnerstag nicht überzeugt. Zeitweise gab der Kurs via XETRA um 2,44 Prozent auf 127,20 Euro nach. Das Ergebnis hatte im dritten Quartal die Konsensschätzung verfehlt. Da half es auch nicht, dass das Unternehmen im nächsten Jahr trotz bestehender Probleme bei Zulieferern deutlich mehr Flugzeuge fertigstellen will als 2023.
Ein Börsianer betonte angesichts der Kursverluste, die Aktien hätten vor der Zahlenvorlage einen guten Lauf gehabt. Angesichts eines Spitzenanstiegs um fast 9 Prozent seit dem Oktober-Tief seien die nun veröffentlichten Kennziffern nicht ausreichend für eine positive Kursreaktion. Experten wiesen allerdings darauf hin, dass vor allem Einmaleffekte im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft ein schwaches Ergebnis bedingt hätten. Laut Marc Zeck von Stifel Research war der operative Trend grundsätzlich in Ordnung.
FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX Broker) / Paris/München (Reuters)
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31.10.2024 | Airbus SE (ex EADS) Hold | Deutsche Bank AG | |
31.10.2024 | Airbus SE (ex EADS) Neutral | UBS AG | |
23.10.2024 | Airbus SE (ex EADS) Neutral | UBS AG |
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09.09.2024 | Airbus SE (ex EADS) Sell | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
06.08.2024 | Airbus SE (ex EADS) Sell | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
31.07.2024 | Airbus SE (ex EADS) Sell | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) |
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