Bilanz im Blick

Kontron-Aktie sackt ab: Ergebnis und Ausblick enttäuschen - Auftragsbestand steigt aber

26.03.26 16:00 Uhr

Kontron-Aktie tiefrot: Ergebnis und Ausblick enttäuschen, Auftragsbestand wächst jedoch | finanzen.net

Der österreichische Technologiekonzern Kontron hat sich 2025 schwächer entwickelt als erwartet.

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Der österreichische Technologiekonzern Kontron hat trotz eines Gewinnsprungs die Erwartungen von Anlegern verfehlt. Im vergangenen Jahr legte der operative Gewinn zwar kräftig zu, doch Experten hatten sich noch mehr ausgerechnet. Auch die Prognosen des Managements für 2026 fallen im Vergleich zu den Berechnungen von Analysten eher bescheiden aus.

Branchenexperte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sieht die Kontron-Aktie dennoch auf dem Weg zu einem Kurs von 27 Euro. Das Unternehmen habe zwar die Umsatzprognosen verfehlt, seine Profitabilität jedoch deutlich verbessert. Zudem solle sich das operative Ergebnis bis 2030 nahezu verdoppeln.

Im vergangenen Jahr fiel Kontrons Umsatz auch wegen des weitgehenden Verkaufs der Modulsparte Jumptec um fast fünf Prozent auf etwas mehr als 1,6 Milliarden Euro. Zu dem Rückgang trug bei, dass sich das Unternehmen stärker auf Geschäfte mit höheren Margen konzentriert.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 15 Prozent auf 220,5 Millionen Euro zu. Der Überschuss wuchs auch dank der Abspaltung des Geschäfts mit kompakten Computermodulen sogar um mehr als die Hälfte auf 141 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr zeigte sich Kontron-Chef Hannes Niederhauser trotz des Kriegs am Persischen Golf und des Trends zu höheren Zöllen optimistisch: "Während geopolitische Spannungen, Protektionismus und regulatorische Anforderungen das Umfeld erschweren, eröffnen sich gleichzeitig erhebliche Wachstumschancen." Dies gelte besonders für die Bereiche Verteidigung, Transport und Cybersicherheit.

An Aufträgen mangelt es Kontron derzeit nicht: Im vergangenen Jahr wuchs der Auftragsbestand von rund 2,1 Milliarden auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr soll der Umsatz nach Niederhausers Plänen nun auf 1,75 bis 1,8 Milliarden Euro klettern. Analysten hatten jedoch bereits das obere Ende der Spanne auf dem Zettel. Der Vorstand macht seine Prognose vor allem von der Entwicklung des Geschäfts mit Wallboxen für Elektroautos abhängig.

Der bereinigte operative Gewinn soll nach der Prognose des Vorstands auf 225 Millionen Euro zulegen. Für das Jahr 2030 hat Niederhauser einen Umsatzanstieg auf 2,6 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 420 Millionen Euro im Auge. Dabei soll sich der Anteil von Umsätzen aus den USA und China von derzeit 15 auf 30 Prozent verdoppeln.

Bereits am Mittwoch hatte das Unternehmen seine Pläne für den Rückkauf eigener Aktien konkretisiert. Die Gesellschaft will den Kursrutsch der vergangenen Tage nutzen und bis zu 2,9 Millionen eigene Aktien für höchstens 50 Millionen Euro erwerben. Am Donnerstag vergangener Woche war der Kurs ohne ersichtlichen Grund um zeitweise fast ein Viertel abgestürzt.

So reagiert die Kontron-Aktie

Die Jahreszahlen und der Ausblick von Kontron haben den Anlegern am Donnerstag die Stimmung vermiest. Die Aktien des Hightech-Unternehmens stürzen via XETRA zeitweise um 12,16 Prozent ab auf 18,27 Euro. Damit waren sie das Schlusslicht im SDAX. Tags zuvor hatten sie sich noch um knapp 8 Prozent von ihrem jüngsten Kursverfall erholt. Vor Wochenfrist waren die Papiere auf den tiefsten Stand seit November 2024 abgesackt. Im laufenden Jahr summiert sich der Kursverlust auf gut 21 Prozent.

Kontron verbuchte im Vorjahr einen Umsatzrückgang von fast fünf Prozent. Neben dem weitgehenden Verkauf eines Segments drückte die Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte auf die Erlöse. Der bereinigte operative Gewinn (Ebitda) legte um 15 Prozent zu. Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Auch bei den Geschäftszielen für 2026 hatten Experten bisher im Schnitt höhere Werte auf dem Zettel.

Das Bild gleiche dem der vergangenen neun Monate, bemerkte Jefferies-Analyst Martin Comtesse. Kontron habe die Umsatzprognosen verfehlt, die Profitabilität habe sich jedoch deutlich verbessert. Positiv wertete er, dass sich das operative Ergebnis (Ebitda) bis 2030 nahezu verdoppeln soll.

Veysel Taze vom Bankhaus Metzler schlug in die gleiche Kerbe. Er sprach von einem durchwachsenen Zahlenwerk mit schwachen Erlösen und starken Ergebniszahlen. Der vorläufige Ausblick auf 2026 bleibe hinter den Erwartungen zurück, besonders beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Da die Aktie aber bereits seit Jahresbeginn unter Druck stehe, halte er die aktuelle Bewertung für attraktiv. Kurzfristige Unterstützung könnte das angekündigte Aktienrückkaufprogramm bieten.

/zb/stk

LINZ (dpa-AFX)

Bildquellen: Kontron AG

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