Italien-Krise drückt insbesondere Bank-Aktien und Versicherungswerte

Die ungewisse politische Lage in Italien hat am Dienstag europaweit die Aktien von Banken und Versicherern weiter erheblich belastet.
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Der europäische Bankensektor rutschte um 3,18 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2016. Er war damit der schwächste aller europäischen Branchenindizes. Knapp davor war der Versicherungssektor mit minus 2,98 Prozent.
Der italienische FTSE-Bankenindex sackte sogar um 4,7 Prozent ab. Gleihttps://cma.finanzen.net/images/icons/edit.gifchzeitig stieg die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren.
"Italienische Bankenaktien haben im vergangenen Monat rund 15 Prozent verloren wegen der politischen Unsicherheiten in dem Land", schrieb Analyst Azzurra Guelfi von der Citigroup. Am Markt sei man skeptisch, ob dem Finanzexperten Carlo Cottarelli überhaupt die Bildung einer Regierung gelinge. Die politische Ungewissheit könne auf die Konjunktur durchschlagen. Italiens Banken hätten zuletzt von einer wieder solideren Konjunktur profitiert, dies könne sich nun aber wieder ändern, so Guelfi.
Hinzu kommt laut Beobachtern, dass angesichts der stark steigenden Renditen in der Peripherie der Eurozone die EZB die Normalisierung ihrer Geldpolitik hinauszögern könnte. Damit würde sich die Perspektive steigender Zinsen - von der die Geldhäuser operativ profitieren würden - ebenfalls zeitlich verschieben. "Das mindert den Anreiz, überhaupt Bankenaktien zu besitzen", sagte Analyst Arnaud Girod von Kepler.
Die Aktien des italienischen Versicherers Generali strich er sogar von seiner Empfehlungsliste. Der Kurs sackte um 3,48 Prozent ab. Das Risiko, dass Neuwahlen in dem Land zu einer Abstimmung über den Euro werden könnten, lasse Investoren generell von Anlagen in Italien Abstand nehmen, sagte Girod.
Die Papiere der Deutschen Bank fielen am Dienstag erstmals seit Oktober 2016 wieder unter die Marke von 10 Euro. Am Ende des Tages standen sie 4,60 Prozent tiefer und kosteten 9,817 Euro. Commerzbank-Papiere büßten 4,06 Prozent ein auf 8,962 Euro und fielen somit erstmals seit Mai 2017 wieder unter 9 Euro. Die Commerzbank gilt bei Analysten als einer der größten Profiteure steigender Zinsen in Europa - und könnte mithin von einer Verlängerung der ultralockeren Geldpolitik der EZB belastet werden.
Im EURO STOXX 50, dem Leitindex der Eurozone, kamen die acht größten Verlierer aus dem Finanzsektor. Die Anteile der spanischen Banco Santander brachen als Schlusslicht um 5,43 Prozent ein, die der französischen BNP Paribas verloren 4,46 Prozent und die der italienischen Intesa Sanpaolo 4,09 Prozent.
Auch in den USA, wo der Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) zuletzt um 1,7 Prozent abrutschte, gerieten Finanzwerte gehörig unter Druck. JPMorgan waren im Dow mit minus 4,33 Prozent das Schlusslicht. Goldman Sachs verloren 3,62 Prozent und die Papiere des Kreditkartenanbieters American Express 3,67 Prozent./bek/ag/fba/ajx/he
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