Autobauer mit Tradition

Als Erfinder an die Weltspitze: Aufstieg der Mercedes-Benz Group AG - eine Konzerngeschichte

17.01.25 06:13 Uhr

Vom ersten Auto zur globalen Marke: Der Aufstieg der Mercedes-Benz Group AG | finanzen.net

1886, als die beiden Erfinder Carl Benz und Gottfried Daimler unabhängig voneinander ihre Unternehmen gründeten, waren die Umsatzdimensionen des heutigen Automobilriesen Mercedes-Benz Group AG (ehemals Daimler AG) noch unvorstellbar.

Werte in diesem Artikel

• Carl Benz und Gottlieb Daimler als Erfinder des Automobils
• Von Daimler-Benz AG über DaimlerChrysler AG und Daimler AG zu Mercedes-Benz Group AG
• Erfolgreiche Bewältigung der Weltwirtschaftskrise 2008

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Erfindung des Automobils 1886

Im Jahr 1886 erfanden Carl Benz und Gottlieb Daimler unabhängig voneinander das Automobil. Während Daimler in Stuttgart die Daimler-Motorkutsche baute, baute Benz rund 100 Kilometer entfernt in Mannheim den Patent-Motorwagen. Die beiden noch in Konkurrenz stehenden Unternehmen Benz & Cie. und Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) wurden ins Leben gerufen und gehörten schnell zu den international führenden Automobilherstellern. Im Juni 1926 folgte dann der Zusammenschluss der beiden Firmen: Die Daimler-Benz-AG wurde geboren und die Automobilmarke Mercedes-Benz gegründet, das Unternehmen war in den Folgejahren sehr erfolgreich.

Wirtschaftswunder als Sprungbrett hoch hinaus

Die wirtschaftlichen und politischen Folgen des Zweiten Weltkrieg zwangen allerdings auch die Daimler-Benz-AG in die Knie. Einerseits ließen die Alliierten in Westdeutschland zwar die Produktionsbänder schon frühzeitig wieder anlaufen, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes mit anzukurbeln. Schließlich war der Bedarf an Nutzfahrzeugen für den Wiederaufbau enorm. Andererseits wurden die Fahrzeuge dem Abnehmer mit Bezugsschein unter festgelegten Preisen zugeteilt, das Geschäft war also alles andere als rentabel.

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Doch die Daimler-Benz-AG schaffte es, sich zu konsolidieren und zu expandieren. Produktionsstätten in Indien, Argentinien und Brasilien wurden eröffnet. Bereits 1954 knackte das Unternehmen die Umsatzmilliarde, die Absatzzahlen gingen immer weiter nach oben. Die Nachfrage nach Mercedes-Benz-PKW überstieg die Produktionsmöglichkeiten. Der ausländische Absatzmarkt, allen voran der amerikanische Absatzmarkt, wurde zunehmend wichtiger als der inländische. Auch in den Folgejahrzehnten wurde der Aufwärtstrend fortgesetzt. Selbst die Ölkrise 1973, mit der viele internationale Automobilhersteller zu kämpfen hatten, konnte die Entwicklung Daimlers nicht aufhalten.

Die Daimler-Benz-AG wird zur DaimlerChrysler AG - dann zur Daimler AG

Mitte der 1980er plante der damalige Vorstandsvorsitzende Edzard Reuter, aus dem Automobilhersteller einen integrierten Technologiekonzern zu machen. Unternehmen aus der Elektronik- und Luftfahrtindustrie wurden in den Konzern eingegliedert. Die 1989 neu gegründete Mercedes-Benz AG kümmerte sich fortan um das Automobilgeschäft. Nur kurze Zeit später, 1995, folgte eine Restrukturierung und Portfoliobereinigung des integrierten Technologiekonzerns, weil ein Großteil der Geschäftsbereiche keine günstige Wettbewerbsposition innehatte.

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Getrieben von der Vision einer Welt AG und dem Ziel, zum weltweit führenden Automobilkonzern aufzusteigen, wollte die Daimler-Benz-AG sich von nun an wieder auf das Fahrzeuggeschäft konzentrieren. Deshalb erwarb die AG 37 Prozent an dem asiatischen Autohersteller Mitsubishi Motors und zehn Prozent an der Hyundai Motor Company. Anschließend folgte 1998 die Fusion mit dem amerikanischen Automobilhersteller Chrysler, der zu dieser Zeit noch auf sehr ertragsstarken Beinen stand, zur DaimlerChrysler AG.

Die Aktien der Daimler-Benz-AG konnten bis dato auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits in den 1950er Jahren wurden die damals noch farbigen Scheine an den Börsenplätzen gehandelt. Diese wurden dann durch den Zusammenschluss von den Aktien der neuen Gesellschaft abgelöst. Die Aktien der neuen AG wurden erstmals am 17. November 1998 an den Börsen gehandelt. Die Daimler-Benz-Aktionäre erhielten für jede eigene Aktie 1,005 Aktien der neuen DaimlerChrysler AG. Die Chrysler-Aktionäre bekamen für jede eigene Aktie 0,6235 Aktien der neuen Gesellschaft. Unter dem selbst auferlegten Titel der "Welt-Aktie" wurde die Aktie weltweit in acht Ländern an 21 Börsen gehandelt. In Frankfurt startete die Aktie zu einem Kurs von 139,30 DM (umgerechnet 71,20 Euro) und in New York zu einem Kurs von 83 US-Dollar.

Doch die US-Tochter brach nach und nach ein, geriet immer weiter in die roten Zahlen. 2002 waren es bereits fünf Milliarden Euro Verlust bei Chrysler. 2007 wurde die Mehrheitsbeteiligung wieder abgegeben, ebenso wie die Beteiligungen an Mitsubishi und Hyundai Schritt für Schritt aufgelöst wurden. Die außerordentliche Hauptversammlung billigte mit 99 Prozent der Stimmen die Umfirmierung der DaimlerChrysler AG in die Daimler AG. Nach neun gemeinsamen Jahren und über 40 Milliarden Euro an verursachten Kosten wurde das Kapitel mit Chrysler ein für alle Mal beendet.

Emporkömmling aus der Wirtschaftskrise

Auch die Daimler AG kämpfte während der Krise 2008-2009 mit herben Verlusten. Eine Reihe an PKW-Märkten war zeitweise um 20 bis 40 Prozent eingebrochen. Doch trotz der Einbrüche der Wirtschaftskrise gelang der Daimler AG ein beachtliches Comeback und sie konnte wenig später, im Jahr 2010, in allen Geschäftsfeldern zweistellige Wachstumsraten verzeichnen. Viele der Produktionsstätten arbeiteten an der Kapazitätsgrenze.

Zum ersten Februar 2022 firmierte die Daimler AG zur Mercedes-Benz Group AG um und unterstrich damit den zuvor auf einer Hauptversammlung beschlossenen Fokus auf das Automobilgeschäft. Unter der neu benannten Group sammeln sich die Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach und Mercedes-EQ sowie Vans, auf deren Entwicklung die wirtschaftlichen Ressourcen fortan verstärkt konzentriert werden sollen. Die Nutzfahrzeug-Sparte wurde über einen vorherigen Börsengang der Daimler Truck Holding AG als eigenständiges Unternehmen aus der Gruppe ausgegliedert. Ganz verschwunden ist sie aus dem Mercedes-Benz-Konzern allerdings nicht, da noch immer eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 35 Prozent besteht.

Heute gehört die Mercedes-Benz Group zu den weltweit größten Anbietern von Premium-PKWs. Die Fahrzeuge werden global in nahezu allen Ländern vertrieben. Darüber hinaus bietet der Konzern Finanzierungen, Leasing, Flottenmanagement, Versicherungen und innovative Mobilitätsdienstleistungen an. Vorstandsvorsitzender ist seit 2019 Ola Källenius, der das Amt von Dr. Dieter Zetsche nach über 13-jähriger Amtszeit übernahm.

Wohin geht die Reise?

Die Mercedes-Benz Group steht vor einer spannenden Zukunft, in der sie sich zunehmend auf Elektromobilität und Nachhaltigkeit konzentriert. CEO Ola Källenius hat klare Ziele formuliert: Bis 2030 soll ein Großteil der Modellpalette elektrifiziert sein, und bis 2039 strebt der Konzern Klimaneutralität in Produktion und Produkten an. Um diese Vision zu realisieren, investiert die Mercedes-Benz Group massiv in Forschung und Entwicklung, insbesondere in Batterietechnologien und erneuerbare Energien. Gleichzeitig setzt der Konzern auf Digitalisierung, um seine Fahrzeuge noch intelligenter und vernetzter zu machen. Trotz globaler Herausforderungen wie Lieferkettenproblemen und geopolitischen Spannungen zeigt sich die Mercedes-Benz Group resilient und flexibel. Mit einer klaren strategischen Ausrichtung bleibt sie ein führender Akteur in der Premiumautomobilbranche und treibt Innovationen voran, die die Mobilität der Zukunft gestalten werden.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: olgaru79 / Shutterstock.com, Radu Bercan / Shutterstock.com

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10.01.2025Mercedes-Benz Group (ex Daimler) OverweightJP Morgan Chase & Co.
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16.01.2025Mercedes-Benz Group (ex Daimler) Market-PerformBernstein Research
14.01.2025Mercedes-Benz Group (ex Daimler) NeutralGoldman Sachs Group Inc.
13.01.2025Mercedes-Benz Group (ex Daimler) NeutralUBS AG
06.12.2024Mercedes-Benz Group (ex Daimler) HoldJefferies & Company Inc.
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13.01.2025Mercedes-Benz Group (ex Daimler) UnderweightBarclays Capital
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17.12.2021Daimler HoldHSBC
18.02.2021Daimler SellWarburg Research
02.02.2021Daimler VerkaufenDZ BANK

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