Das sind die größten Anteilseigner des Corona-Impfstoffentwicklers BioNTech

Der Corona-Impfstoff aus dem Hause BioNTech hat nicht nur die Börse euphorisch gestimmt, sondern auch den Mitgründer und CEO des Konzerns, Ugur Sahin, in die globale Rangliste der Superreichen katapultiert. Doch während die Pandemie-Hochphase längst vorbei ist, richtet das Mainzer Unternehmen den Blick zunehmend auf sein ursprüngliches Kerngebiet: die Krebsforschung.
Werte in diesem Artikel
• BioNTech-Gründer bleibt Milliardär
• Strüngmann-Brüder größte Anteilseigner mit 42,8 Prozent der Aktien
• Konzern investiert Milliarden in Onkologie-Pipeline
Das in Mainz beheimatete Biotechnologieunternehmen BioNTech kannten Anfang 2020 nur die wenigsten. Denn das Unternehmen, welches inzwischen mehr als 6.000 Mitarbeiter beschäftigt, konnte vor der Corona-Pandemie noch kein einziges Präparat auf den Markt bringen.
Vom Krebsmedikament zum Corona-Impfstoff und wieder zurück
Der Konzern forscht seit dem Gründungsjahr 2008 an Immuntherapien, die für jeden einzelnen Krebspatienten individualisiert angeboten werden sollen. Das Ziel des Unternehmens ist es, zukunftsweisende Therapien gegen Krebs und andere schwere Erkrankungen zu entwickeln, die sehr individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt sind.
"Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Therapie für jeden einzelnen Krebspatienten individualisieren, basierend auf den genetischen Merkmalen des jeweiligen Tumors. Stellen Sie sich vor, diese individualisierte Krebstherapie wäre reproduzierbar, zeitnah und kostengünstig herzustellen. Wir wollen das Behandlungsparadigma für Krebspatienten weltweit verändern", so die ursprüngliche Vision des BioNTech-CEO Ugur Sahin.
BioNTech legt seinen Forschungsschwerpunkt bei der Entwicklung einer individualisierten Krebstherapie dabei hauptsächlich auf Medikamente, die eine Anpassung der mRNA vornehmen. Mit einem Präparat auf mRNA-Basis lassen sich jedoch nicht nur Krebstumore behandeln, sondern auch Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten entwickeln. So können mit einer sogenannten Messenger-RNA Teile des Erbmaterials von Tumorzellen oder Viren umgebaut werden, die wiederum auf das Immunsystem reagieren. Aufgrund dieser Tatsache haben die BioNTech-Wissenschaftler seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr nur nach einem Krebsmedikament geforscht, sondern verstärkt nach einem wirkungsvollen COVID-19-Impfstoff.
Projekt Lightspeed: In Rekordzeit zum Impfstoff
Während es dem Mainzer Konzern innerhalb seiner Firmengeschichte bis 2020 nicht gelang, einen großen Durchbruch mit einer individualisierten Krebsimmuntherapie zu feiern, ging es bei einem Impfstoff gegen das Corona-Virus blitzschnell. So entwickelte der Konzern zusammen mit dem US-Unternehmen Pfizer innerhalb von nur zehn Monaten den Impfstoff BNT162b2, der mittlerweile besser unter dem Namen "Comirnaty" bekannt ist.
Maßgeblich für die kurze Entwicklungsdauer des neuen Impfstoffs war dabei der Weitblick des BioNTech-CEOs. Denn Prof. Dr. Ugur Sahin erkannte schon im Januar 2020, dass die bis dahin noch relativ unbekannte Lungenkrankheit aus China, von welcher er in einer Medizin-Fachzeitschrift gelesen hatte, bald zum globalen Problem werden könnte.
In weiser Voraussicht legte Sahin zusammen mit seinen Vorstandskollegen und dem Aufsichtsrat daraufhin eine neue Unternehmensstrategie fest, die sich mit dem neuartigen Virus aus China beschäftigen sollte. Das neue Vorhaben von BioNTech, welches Projekt Lightspeed getauft wurde, fokussierte sich somit schon vor den ersten bekannten Krankheitsfällen in Deutschland auf die Entwicklung eines Impfstoffs.
Vom Impfstoff-Erfolg zur Onkologie-Offensive
Der Weitblick und die Intuition von Prof. Dr. Ugur Sahin haben sich mehr als ausgezahlt. Der Corona-Impfstoff bescherte dem Konzern Milliardenumsätze und spülte enorme Cash-Reserven in die Kasse. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete BioNTech laut seiner am 10. März 2025 veröffentlichten Bilanz einen Gesamtumsatz von 2,75 Milliarden Euro, nach 3,82 Milliarden Euro im Vorjahr. Gleichzeitig verfügte der Konzern zum Jahresende 2024 über liquide Mittel und Wertpapieranlagen in Höhe von 17,4 Milliarden Euro.
Dieses finanzielle Polster nutzt BioNTech konsequent für den Umbau zum breit aufgestellten Biopharma-Konzern. Im Dezember 2024 übernahm das Unternehmen das chinesische Biotech-Unternehmen Biotheus für rund eine Milliarde US-Dollar und sicherte sich damit die vollen Rechte an dem vielversprechenden Wirkstoffkandidaten BNT327. Im Juni 2025 folgte die Übernahme des deutschen Konkurrenten CureVac für etwa 1,25 Milliarden US-Dollar, wodurch BioNTech seine mRNA-Kapazitäten in Forschung und Produktion weiter stärkte. Im Januar 2026 bekräftigte CEO Sahin auf der JPMorgan Healthcare-Konferenz, dass sich BioNTech erfolgreich als biopharmazeutisches Unternehmen in der Spätphase klinischer Entwicklung positioniert habe und 2026 als das Jahr sieht, in dem die Wissenschaft in greifbare Ergebnisse münden soll.
BioNTech an der Börse: Vom Pandemie-Hype zur Konsolidierung
Die BioNTech-Aktie, welche sich seit ihrem Börsengang an der NASDAQ Mitte Oktober 2019 zunächst in einem steilen Aufwärtstrend befand, hat seit den Pandemie-Höchstständen deutlich korrigiert. Der Ausgabekurs der BioNTech-Papiere lag zum Börsengang bei 15 US-Dollar, was einer anfänglichen Marktkapitalisierung von rund 3,4 Milliarden US-Dollar entsprach. Auf dem Pandemie-Höhepunkt am 9. August 2021 erreichte die Aktie mit rund 447 US-Dollar ihr Allzeithoch, was einer Marktkapitalisierung von über 100 Milliarden US-Dollar und einem Kursanstieg von rund 2.880 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs entsprach. Seitdem hat der Kurs deutlich nachgegeben.
Der Erfolg von BioNTech machte den Gründer zum Milliardär
Sahin, der das Unternehmen zusammen mit seiner Ehefrau Özlem Türeci gegründet hat, wurde durch den BioNTech-Erfolg zum Milliardär. Laut der Echtzeit-Milliardärs-Rangliste von Forbes verfügt Sahin über ein geschätztes Vermögen von rund 4,5 Milliarden US-Dollar und belegt damit etwa Platz 900 unter den reichsten Menschen der Welt (Stand: 13. Februar 2026). Sahin hält über die Medine GmbH 16,7 Prozent an BioNTech (Stand: 30. Juni 2025, laut SEC-Filings). Hinzu kommt ein persönlich gehaltenes Aktienpaket von 0,85 Prozent, sodass Sahins gesamter Anteil bei 17,55 Prozent liegt.
Die Strüngmann-Zwillinge als größte Aktionäre
Der größte Anteilseigner von BioNTech ist Sahin jedoch nicht. Die AT Impf GmbH, die von der ATHOS KG der Zwillinge Andreas und Thomas Strüngmann kontrolliert wird, hält laut dem im November 2024 bei der SEC eingereichten Schedule 13G insgesamt 102.489.101 Aktien und damit 42,8 Prozent der BioNTech-Anteile (Stand: 30. September 2024). Die ATHOS KG, benannt nach den Initialen der beiden, ist die Beteiligungsgesellschaft, über die die Brüder ihr Vermögen und das Vermögen ihrer Familie verwalten. Gegenüber dem Stand von Ende 2021, als die AT Impf GmbH noch rund 50 Prozent der Aktien besaß, hat sich der Anteil somit verringert, die Strüngmann-Brüder bleiben aber klar die dominierenden Eigentümer.
Die eineiigen Zwillinge sind die Gründer des Pharmaunternehmens Hexal aus Holzkirchen in Bayern. Der Verkauf des deutschen Generika-Herstellers an Novartis im Jahr 2005 brachte den Zwillingen ein Vermögen in Höhe von rund 5,7 Milliarden Euro ein. Mit einem Teil dieses Geldes kaufte sich das Family Office der Brüder dann bei BioNTech und weiteren Biotechnologieunternehmen ein.
Laut Forbes verfügt jeder der beiden Brüder über ein geschätztes Vermögen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar. Zusammen gehören sie damit weiterhin zu den reichsten Deutschen und liegen unter den 300 wohlhabendsten Menschen der Welt (Stand: 13. Februar 2026).
Der BioNTech-Konzern befindet sich in festen Händen
Die Strüngmann-Brüder besitzen zusammen mit dem Firmenchef Sahin knapp 60,4 Prozent des Mainzer Biotechnologiekonzerns. Dementsprechend müssen sich alle weiteren institutionellen und privaten Investoren einen Anteil von gut 39,6 Prozent teilen.
Zu den größten institutionellen Investoren gehören laut den bei der SEC eingereichten 13F-Meldungen (Stand: 30. September 2025) der schottische Assetmanager Baillie Gifford & Co. mit einem Anteil von 3,28 Prozent, T. Rowe Price Investment Management mit 2,01 Prozent, die Frankfurter Vermögensverwaltung Flossbach von Storch AG mit 1,76 Prozent sowie Primecap Management mit 1,67 Prozent. Der US-Pharmakonzern Pfizer, der im November 2025 über die Hälfte seines BioNTech-Pakets in einem Blocktrade veräußerte, hält seitdem noch etwa 0,7 Prozent. Weitere namhafte Anteilseigner sind unter anderem die US-Fondsgesellschaft FMR LLC (Fidelity) und Dodge & Cox.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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