T-Aktie dennoch unter Druck: Deutsche Telekom mit gutem Schlussquartal
Dank der guten Entwicklung zum Jahresende übertraf der Bonner DAX-Konzern seine zuletzt angehobene Prognose für das Gesamtjahr 2024. Im laufenden Jahr will die Telekom weiter wachsen und bestätigte die bereits angekündigte Erhöhung der Dividende auf 90 Cent von 77 Cent im Vorjahr.
Insgesamt stiegen die Konzernumsätze im vierten Quartal laut Mitteilung um 5,3 Prozent auf 30,932 Milliarden Euro, Analysten hatten nur mit 30,7 Milliarden Euro gerechnet. Organisch wuchs der Konzernumsatz um 4,3 Prozent.
Das bereinigte EBITDA AL erreichte 10,63 Milliarden, ein Plus von 6,2 Prozent. Analysten haben im Konsens mit 10,81 Milliarden Euro mehr erwartet. Das bereinigte Konzernergebnis im Zeitraum Oktober bis Dezember erreichte 2,35 Milliarden Euro, im Vorjahr hatte die Telekom 1,83 Milliarden verdient. Hier lag der Marktkonsens lediglich bei 2,13 Milliarden Euro. Der Free Cashflow AL sank - wie am Markt erwartet - auf gut 4 Milliarden von 4,35 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.
Im Jahr 2025 will die Telekom weiter wachsen: Das bereinigte EBITDA AL soll um rund 4,5 Prozent auf 44,9 Milliarden Euro steigen. Der Free Cashflow soll um rund 4,0 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro im Vorjahr zulegen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um etwa 4 Prozent steigen auf rund 2,00 Euro.
Deutsche Telekom zollt Rally Tribut - Chartbild aber positiv
Bilanz und Ausblick der Deutschen Telekom haben zur Wochenmitte Gewinnmitnahmen ausgelöst. Nachdem die T-Aktien am Vortag mit rund 35 Euro einen weiteren Höchststand seit dem Jahr 2001 erreicht und damit ihr Jahresplus auf gut 21 Prozent ausgebaut hatten, fielen sie am Mittwoch zurück. Im XETRA-Handel fällt die Telekom-Aktie zwischenzeitlich um 2,46 Prozent auf 34,12 Euro. Im DAX, der 1,1 Prozent gewann, waren sie das Schusslicht.
Ein Händler nannte das Zahlenwerk der Bonner durchwachsen und den Ausblick auf 2025 unter den Erwartungen. Eine für das abgeschlossene Jahr geplante Dividende von 90 Cent - so viel wie noch nie - war kein Kurstreiber. "Vor allem das schwache Inlandsgeschäft beunruhigt die Aktionäre", schrieb der Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
Analyst Akhil Dattani von JPMorgan blieb gleichwohl bei seinem "Overweight"-Votum mit Kursziel 43 Euro. Trotz einiger Enttäuschungen änderten die Zahlen an seiner langfristigen positiven Haltung gegenüber der Telekom nichts.
Auch das Chartbild sieht mittel- und längerfristig weiterhin gut aus. Der deutlich über der 200-Tage-Linie und auch über der 50-Tage-Line laufende Kurs unterstreicht diesen Eindruck. Der Test der 21-Tage-Linie belegt dagegen die Eintrübung auf kurzfristige Sicht. Übergeordnet bleibt laut dem Experten Molnar der Aufwärtstrend der T-Aktien aber intakt, "selbst ein Rücklauf bis auf 30 Euro sollte langfristig orientierte Anleger nicht beunruhigen."
Maßgeblich getragen wird die Entwicklung nach wie vor von der Tochter T-Mobile US, an der der Dax-Konzern 51,5 Prozent hält. T-Mobile US hatte bereits Ende Januar Zahlen veröffentlicht und ambitionierte Ziele beim Kundenwachstum und dem freien Mittelzufluss ausgegeben.
Barclays-Analyst Mathieu Robilliard betonte, dass das vierte Quartal unter den Erwartungen läge. Das liegt laut UBS-Analyst Polo Tang an Sondereffekten: So waren öffentliche Investitionen im Zusammenhang mit der vorgezogenen Bundestagswahl verschoben worden. Längerfristig sind Analysten für die Telekom aber optimistisch.
DOW JONES/dpa-AFX
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