Überraschender Schritt der Fed? Marktexperte warnt vor Leitzins-Schock im Sommer

Die US-Notenbank hat unlängst in Sachen Geldpolitik deutlich abwartende Signale gesendet und eine Zinspause eingelegt. Ein Marktexperte hält es angesichts aktueller Entwicklungen aber sogar für möglich, dass die Währungshüter die Zinszügel wieder anziehen.
Werte in diesem Artikel
• Ökonom Torsten Sløk warnt vor möglicher Zinserhöhung der Fed
• Trumps Politik als Risiko
• Auch andere Experten besorgt
Kurz nach dem Amtsantritt von Donald Trump war die US-Notenbank Federal Reserve auf Konfrontationskurs mit dem neuen US-Präsidenten gegangen. Die Währungshüter legten eine Zinspause ein, statt - wie von Trump gefordert - die Leitzinsen weiter zu senken. Die Inflation sei nach wie vor "etwas erhöht", begründete Fed-Chef Jerome Powell die Entscheidung für die Zinspause. "Wir wissen, dass eine zu schnelle oder zu starke Lockerung der geldpolitischen Restriktionen den Fortschritt bei der Inflationsbekämpfung beeinträchtigen könnte", erklärte sich der Wirtschaftsexperte.
Donald Trump hatte im Vorfeld der Entscheidung bei einer Rede beim Weltwirtschaftsforum noch betont, er kenne sich beim Thema Leitzinsen besser aus als die Fed. "Ich denke, ich weiß es sicherlich viel besser als derjenige, der in erster Linie für diese Entscheidung zuständig ist", so der Republikaner, der in diesem Zusammenhang eine sofortige Senkung der Leitzinsen forderte, "wenn die Ölpreise sinken".
Sorgt Trump sogar für eine Zinserhöhung?
Nun könnte es aber ausgerechnet Trump als Verfechter der Niedrigzinspolitik sein, der dazu beiträgt, dass die US-Notenbank sogar eine Zinserhöhung in Betracht zieht. Der Chefökonom von Apollo Global Management, Torsten Sløk, betonte im Opening Bid-Podcast von Yahoo Finance, dass die US-Wirtschaft bereits jetzt "mit einem gesunden Wachstumstempo des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3 %" laufe" - gestützt durch hohe Aktienkurse, Investitionen in KI-Rechenzentren von Unternehmen wie Microsoft und Amazon sowie hohe Verteidigungsausgaben.
Trumps Zollpolitik dürfte diesen Effekt verstärken, warnt der Marktexperte, diese würde "das wirtschaftliche Feuer weiter anheizen und die Inflation in die Höhe treiben". Sollten die Verbraucherpreise weiter steigen, sieht Sløk dies als klaren Arbeitsauftrag an die US-Notenbank: "Wenn wir also vor diesem Hintergrund Maßnahmen ergreifen, die die Inflation jetzt von einem bereits zu hohen Niveau aus leicht anheben, dann würde ich mit Sicherheit sagen, dass wir mit den Zinserhöhungen der Fed vielleicht noch nicht fertig sind. Es besteht das Risiko, dass es im weiteren Jahresverlauf noch zu einer Zinserhöhung kommt", betont er.
Möglicher Zinsschritt Mitte Juni
Als Zeitpunkt für die Leitzinserhöhung hält der Ökonom die Fed-Sitzung Mitte Juni für möglich. Doch das könnte unter Umständen nur die erste von mehreren Zinskorrekturen nach oben sein: "Wenn die Inflation aufgrund einer starken Wirtschaft und möglicherweise einiger Maßnahmen, die die Inflation leicht ankurbeln, deutlich steigt, könnte es im weiteren Jahresverlauf mehrere Erhöhungen geben", fügte Sløk hinzu.
Trumps Zölle treiben die Inflation an
Auch bei Morgan Stanley sieht man die Zollpolitik von Donald Trump als möglichen Inflationstreiber: Höhere Zölle auf Importe könnten den disinflationären Trend verlangsamen, so Analysten des Finanzhauses in einer Mitteilung. "Eine schnellere Einführung von Zöllen als von uns angenommen würde wahrscheinlich bedeuten, dass die Disinflation bei einer höheren Inflationsrate zum Stillstand kommt und jeder Weg zu Kürzungen in naher Zukunft blockiert wäre". Selbst wenn Zölle vermieden würden, würde allein die Möglichkeit neuer Handelshürden für anhaltende Unsicherheit bei der Inflation führen, so die Marktexperten weiter. Eine oder mehrere mögliche Leitzinserhöhungen hat Morgan Stanley für dieses Jahr zwar nicht in den Karten, allerdings rechnet man nun offenbar nur noch damit, dass die Fed 2025 eine einzige Zinssenkung vornehmen dürfte. Zuvor hatten sich auch bei Barclays und Macquarie die Zinssenkungserwartungen auf einen Zinsschritt in diesem Jahr eingependelt.
Während man bei etablierten Bankhäusern zwar mehr Zurückhaltung der Fed aber keine Zinserhöhungen sieht, sind andere Marktexperten diesbezüglich pessimistischer. Phil Suttle, ehemaliger Ökonom der New Yorker Fed, sagte im Podcast von Macro Hive vom 17. Januar 2025: "Ich sehe überhaupt keine Zinssenkungen. Und das ist keine verrückte Ansicht". Er erwartet, dass Trumps Politik Zölle durchsetzt und die Immigration einschränkt, wodurch die Inflation verstärkt wird. Dies solle die Fed dazu zwingen, die Zinsen zu erhöhen. Und auch Roger Hallam, globaler Leiter des Bereichs Zinssätze bei Vanguard, wird von Bloomberg mit den Worten zitiert: "Wenn wir in den kommenden Monaten erhebliche Überraschungen bei der Inflation sehen, könnte der Markt beginnen, mit der Möglichkeit einer Zinserhöhung in diesem Jahr zu spielen".
Redaktion finanzen.net
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