Euro am Sonntag-Spezial

Hebel auf US-Erdgas: Was für Wetterfühlige

07.03.17 17:30 Uhr

Hebel auf US-Erdgas: Was für Wetterfühlige | finanzen.net

Risikobereite Anleger können mit einem Hebelpapier auf einen Preisanstieg beim heftig schwankenden US-Gas spekulieren.

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von Emmeran Eder, Euro am Sonntag

Kräftig nach unten ging es in den vergangenen Wochen mit dem US-Gaspreis. Bis auf 2,66 Dollar je Maßeinheit mmBTU, das steht für million British thermal units, sackte dieser ab. Ein mmBTU entspricht 27,5 Kubikmeter Gas. Der Preisverfall hat mehrere Ursachen. Der Winter in den USA war ausgesprochen mild. Im Dezember kam es zu einem kurzen Kälteeinbruch, der die Nachfrage nach Gas zum Heizen anspringen ließ und den Preis von 2,62 auf 3,80 Dollar katapultierte. Der anschließende Temperaturanstieg ließ den Gaspreis aber wieder um 30 Prozent abstürzen.

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Solche starken Preisschwankungen sind beim amerikanischen Gas keine Seltenheit. Die Ausschläge bei diesem Rohstoff sind teilweise enorm, seit durch die Schiefergasförderung ein riesiges Überangebot an dem Rohstoff entstanden ist. Zudem leidet Gas unter billiger Kohle. Wird US-Gas zu teuer, ersetzen die Amerikaner diese Heiz- und Stromquelle durch Kohle, was den Preis für US-Gas nach oben deckelt.

Auch die Politik von Donald Trump lastet auf dem Rohstoff. Mexiko baute in den vergangenen Jahren viele Pipelines ins nördliche Nachbarland, um von dort Gas ins Land der Azteken zu transportieren. Schadet Trump aber nun Mexikos Wirtschaft mit Strafzöllen und dem Mauerbau, wird auch die dortige Nachfrage nach US-Gas zurückgehen. Jedoch deutet einiges darauf hin, dass Trump seine Pläne nur zum Teil umsetzen kann und die Nachfrage aus Mexiko hoch bleibt.

Für einen wieder anziehenden Gaspreis spricht zudem, dass der Markt derzeit davon ausgeht, dass der Winter in den USA quasi schon vorbei ist. Dabei war es nicht selten der Fall, dass es im März noch einmal einen kräftigen Kälteeinbruch gab. Das würde die Nachfrage für US-Gas sofort stark erhöhen und den Preis kräftig klettern lassen. Ähnlich wie im Dezember.

Exportterminals vor Fertigstellung

Zudem dürften im Lauf des Jahres weitere im Bau befindliche Exportterminals ihren Betrieb aufnehmen. Dann kann von den USA aus auch Europa oder Südamerika beliefert werden. Das dürfte die Nachfrage steigen lassen. Auch die Charttechnik spricht für teu- reres Gas: Von der Unterstützung bei 2,62 Dollar hat sich der Preis zuletzt auf 2,79 Dollar deutlich nach oben entfernt.

Spekulative Anleger können mit dem 2x Natural Gas Daily Long ETC der Commerzbank (ISIN: DE 000 ETC 036 5) mit Hebel 2 auf einen steigenden US-Gaspreis setzen. Vorsicht: Dieser Hebel wirkt auch umgekehrt. Es besteht zudem ein Währungsrisiko. Die jährlichen Gebühren des ETC liegen bei 0,6 Prozent. Nur wer hohe Schwankungen aushalten kann, sollte sich engagieren - und nur mit geringen Beträgen.

Bildquellen: Robert Neumann/123RF, Chepko Danil Vitalevich / Shutterstock.com

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