Rotlichtverstöße: Diese Fahrer überfahren am häufigsten rote Ampeln - Strafen und Konsequenzen

Rotlichtverstöße gehören zu den gefährlichsten Verkehrsdelikten und können schwere Unfälle verursachen. Doch welche Verkehrsteilnehmer missachten rote Ampeln am häufigsten? Eine aktuelle Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen.
Wer fährt am häufigsten über Rot?
Laut einer Untersuchung des ADAC sind Autofahrer besonders häufig für Rotlichtverstöße verantwortlich. In stressigen Verkehrssituationen oder bei dichtem Verkehr wird das Rotlicht oftmals übersehen oder bewusst ignoriert. Der Test zeigt, dass viele Verstöße nicht aus Absicht, sondern aus Unachtsamkeit geschehen.
Radfahrer neigen ebenfalls dazu, rote Ampeln zu missachten. Dies geschieht oft aus Bequemlichkeit oder weil sie sich weniger an die gleichen Verkehrsregeln gebunden fühlen wie Autofahrer. Besonders an wenig befahrenen Kreuzungen oder bei schlecht sichtbaren Ampeln wird das Rotlicht ignoriert.
Auch E-Scooter-Fahrer fallen immer häufiger durch Rotlichtverstöße auf. Seit der zunehmenden Verbreitung dieser Fahrzeuge ist ein deutlicher Anstieg der Verstöße zu verzeichnen, vor allem in Großstädten. Die hohe Mobilität und die Möglichkeit, sich schnell durch den Verkehr zu bewegen, verleiten viele Fahrer dazu, rote Ampeln zu ignorieren. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Erfassung dieser Verstöße. Nicht alle Ampeln sind mit einer Kamera ausgestattet, sodass viele Regelverstöße unbemerkt bleiben.
Strafen für das Überfahren einer roten Ampel
Je nach Dauer der Rotphase unterscheidet der Bußgeldkatalog zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Rotlichtverstoß. Laut Bußgeldkatalog beträgt das Bußgeld für einen einfachen Rotlichtverstoß, wenn die Ampel weniger als eine Sekunde auf Rot stand, 90 Euro. Zusätzlich wird ein Punkt in Flensburg eingetragen. Falls eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorliegt, steigt das Bußgeld auf 200 Euro, verbunden mit zwei Punkten und einem einmonatigen Fahrverbot.
Ein qualifizierter Rotlichtverstoß liegt vor, wenn die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot war. In diesem Fall beträgt das Bußgeld mindestens 200 Euro, es gibt zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Falls eine Gefährdung oder ein Unfall verursacht wurde, kann die Strafe auf bis zu 360 Euro ansteigen. Auch für Radfahrer und E-Scooter-Fahrer sind Rotlichtverstöße mit Sanktionen verbunden. Die Bußgelder bewegen sich hier zwischen 60 und 180 Euro, zudem wird ein Punkt in Flensburg eingetragen. In schweren Fällen kann sogar ein Fahrverbot für motorisierte Fahrzeuge verhängt werden. Besonders gefährlich sind Verstöße an Fußgängerüberwegen oder Kreuzungen mit Straßenbahnen, wo es laut ADAC besonders häufig zu kritischen Situationen kommt.
Regionale Unterschiede bei Rotlichtverstößen
Laut einer Untersuchung von Allianz Direct gibt es deutliche regionale Unterschiede bei Verkehrsverstößen. In Nordrhein-Westfalen werden die meisten Verstöße registriert, während Brandenburg den höchsten Anteil an Rotlichtverstößen pro 1.000 Fahrer aufweist. Besonders in den Metropolen Berlin und Hamburg wird das Rotlicht überdurchschnittlich oft ignoriert. Dies könnte auf den dichten Stadtverkehr und das häufige Anhalten an Ampeln zurückzuführen sein. Gerade in Großstädten zählen Rotlichtverstöße zu den häufigsten Unfallursachen. Verkehrsplaner setzen daher verstärkt auf Ampelblitzer, um die Anzahl der Verstöße zu reduzieren und die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.
Redaktion finanzen.net
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