Preisvergleich

E-Scooter mieten oder kaufen? Was lohnt sich mehr?

17.02.26 22:17 Uhr

Mieten oder kaufen? So lässt sich die richtige E-Scooter-Entscheidung treffen | finanzen.net

E-Scooter gehören längst zum Stadtbild. Zur Wahl stehen Sharing-Dienste für spontane Fahrten, Abo-Modelle mit eigenem Roller und der klassische Kauf. Welche Option sich lohnt, hängt von Fahrhäufigkeit, Budget und Servicebedarf ab - vom günstigen Minutenpreis bis zum Rundum-sorglos-Paket.

Sharing: flexibel, aber laufend kostenintensiv

E-Scooter-Sharing ist in vielen Städten die verbreitetste Nutzungsform. Anbieter wie Voi oder Tier stellen ihre Fahrzeuge rund um die Uhr zur Verfügung, in Karlsruhe beispielsweise an allen Wochentagen ohne Einschränkung. Abgerechnet wird per App mit Freischaltgebühr und Minutentarif. Bei Voi liegt der Standardpreis bei 0,99 Euro pro Fahrt plus 0,22 Euro je Minute, alternativ können Tages- oder Monatspässe mit Inklusivminuten und kostenlosen Freischaltungen gebucht werden. Tier berechnet 1 Euro zum Start und 15 Cent pro Minute, was einer Gebühr von etwa 9 Euro pro Stunde entspricht. Damit eignet sich Sharing besonders für gelegentliche Fahrten, bei regelmäßiger Nutzung summieren sich die Kosten jedoch schnell.

Wer­bung

Mieten: eigener Roller im Abo

Neben dem Sharing existieren weiterhin klassische Miet- bzw. Abo-Modelle. Äike bietet mit "Flex" einen jederzeit kündbaren Tarif für 79 Euro pro Monat und 50 Euro Anmeldegebühr sowie mit "Regular" ein Abo für 59 Euro pro Monat bei mindestens zwölf Monaten Laufzeit ohne Zusatzkosten. Der Roller wird innerhalb weniger Tage geliefert, Reparaturen sind inklusive, und im Schadensfall erfolgt ein schneller Austausch.

Auch Augment ist inzwischen in Deutschland verfügbar und kombiniert Abo und Kaufoption. Für monatlich ab 29,95 Euro erhält man einen eigenen Roller mit Kfz-Haftpflichtversicherung und Rundum-Service. Nach Bestellung wird das Fahrzeug in der Regel innerhalb von zwei bis drei Werktagen geliefert, inklusive Straßenzulassung nach eKFV. Defekte oder Schäden sind abgedeckt, Ersatzroller werden gestellt. Wer den Roller nach Vertragsende übernehmen möchte, kann ihn für 59 Euro kaufen.

Kauf: hohe Einmalinvestition, geringe laufende Kosten

Wer sich für den Kauf entscheidet, muss neben dem Preis des Rollers vor allem auf die Straßenzulassung achten. Die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung schreibt unter anderem eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 6 bis 20 km/h, zwei unabhängige Bremsen, Lichtanlagen und ein Typenschild mit Allgemeiner Betriebserlaubnis vor. Modelle ohne ABE sind im öffentlichen Verkehr nicht zulässig. Eine Zulassung bei der Kfz-Behörde ist nicht erforderlich, Kosten entstehen lediglich für die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung.

Wer­bung

Die Anschaffungskosten variieren stark: einfache E-Scooter sind laut Verivox ab rund 400 Euro erhältlich, Premiummodelle können über 2.000 Euro kosten. Laufend entstehen nur geringe Betriebskosten - eine Kilowattstunde Strom reicht für etwa 100 Kilometer, hinzu kommt der Akkuverschleiß. Für Wartung und Reparaturen sollten rund fünf Prozent des Kaufpreises pro Jahr eingeplant werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist zudem eine Haftpflichtversicherung, die je nach Anbieter ab etwa 17,50 Euro bis 80 Euro pro Jahr kostet. Optional kann eine Teil- oder Vollkasko abgeschlossen werden.

Vergleich: Nutzungshäufigkeit entscheidet

Welche Option am sinnvollsten ist, hängt maßgeblich vom Fahrprofil ab. Für spontane Kurzstrecken in der Stadt bietet das Sharing volle Flexibilität, ist aber auf Dauer teuer. Abo-Modelle wie bei Äike oder Augment liefern einen eigenen Roller samt Rundum-Service, lohnen sich vor allem bei mittelfristiger, regelmäßiger Nutzung und bieten Planungssicherheit bei den Kosten. Der Kauf verursacht die höchsten Anschaffungsausgaben, ist aber langfristig die günstigste Lösung, sobald der Roller regelmäßig eingesetzt wird. Entscheidend sind also Häufigkeit, gewünschte Bindung und Servicebedarf - vom gelegentlichen Stadttrip bis zur täglichen Pendelstrecke.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Andrei Bortnikau / Shutterstock.com