Nach Verhandlungen

Wieso der Euro zurückfällt

10.03.22 16:59 Uhr

Wieso der Euro zurückfällt | finanzen.net

Der Euro hat am Donnerstag von den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) nur kurzzeitig profitiert.

Werte in diesem Artikel
Devisen

1,0943 EUR -0,0012 EUR -0,11%

0,1238 EUR 0,0005 EUR 0,44%

0,9138 CHF 0,0014 CHF 0,16%

8,0790 CNY -0,0362 CNY -0,45%

0,8718 GBP 0,0006 GBP 0,07%

9,2389 HKD 0,0014 HKD 0,01%

184,3100 JPY -0,3400 JPY -0,18%

1,1810 USD -0,0004 USD -0,03%

1,1471 EUR -0,0009 EUR -0,08%

0,0054 EUR 0,0000 EUR 0,17%

0,8468 EUR 0,0003 EUR 0,04%

Zuletzt fiel er wieder unter die Marke von 1,10 Dollar. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,0980 US-Dollar. Das war rund ein Cent weniger als noch im frühen Handel. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1084 (Mittwoch: 1,0993) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9022 (0,9097) Euro.

Die EZB steuert trotz neuer Risiken für die Konjunktur auf ein Ende ihrer ultralockeren Geldpolitik zu. Sie fährt ihre milliardenschweren Anleihekäufe früher zurück als geplant und stellt deren Ende im Sommer in Aussicht. Die Aussagen beflügelten den Euro zunächst und trieben ihn bis auf 1,1121 Dollar. Angesichts der neuen Unsicherheiten für die Konjunktur durch den Ukraine-Konflikt hatten etliche Volkswirte eigentlich damit gerechnet, dass die EZB abwarten würde.

Der Euro gab seine Gewinne jedoch rasch wieder ab und geriet unter Druck. Schließlich hat es EZB-Präsidentin Christine Lagarde offen gehalten, wann die Notenbank ihre Zinsen anhebt. Die Notenbank wolle sich angesichts der hohen Unsicherheit möglichst viele Optionen offen halten. "Alles in allem sind die heutigen Entscheidungen ein guter Kompromiss, der ein Höchstmaß an Flexibilität bei einer sehr allmählichen Normalisierung der Geldpolitik bewahrt", resümierte ING-Deutschland-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. "Eine erste Zinserhöhung vor Ende des Jahres ist immer noch möglich."

Tendenziell belastet wurde der Euro durch die Entwicklung im Ukraine-Konflikt. Ein Treffen des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in der Türkei brachte am Donnerstagvormittag allerdings keine wesentlichen Fortschritte. "Nachdem der Konflikt mit einer so großen Härte begonnen hat, ist es kaum wahrscheinlich, dass er so schnell enden wird", kommentierte Antje Praefcke, Devisenexpertin von der Commerzbank. Man könne keine Entwarnung geben, was die Devisenmärkte angeht und müsse den Nachrichtenfluss genau im Blick haben.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84175 (0,83570) britische Pfund, 128,54 (127,31) japanische Yen und 1,0270 (1,0198) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold kostete am Nachmittag in London 1994 Dollar. Das waren rund 2 Dollar mehr als am Vortag.

FRANKFURT (dpa-AFX)

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