Bots verursachten Absturz

Solana-Blockchain fiel erneut sieben Stunden aus: Versagt Solana wegen ständiger Netzwerkprobleme?

06.05.22 21:03 Uhr

Solana-Blockchain fiel erneut sieben Stunden aus: Versagt Solana wegen ständiger Netzwerkprobleme? | finanzen.net

Vergangenen Samstag stürzte die Solana-Plattform für sieben Stunden ab. Die Blockchain war nicht mehr zugänglich, die digitale Währung Solana rauschte zeitweise um bis zu 20 Prozent nach unten. Der Grund: Während des NFT-Mints "Candy Machine" wurde Solana von einem Daten-Tsunami an Bots erfasst. Immer mehr Krypto-Kenner zweifeln nun generell an der Funktionsfähigkeit von Solana.

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• Solana-Absturz sorgte letztes Wochenende für große Aufregung in der Krypto-Community
• Bot-Attacke während NFT Minting-Sitzung "Candy Machine" offenbart Programmschwächen
• Die ultraschnelle Blockchain Solana fiel schon im September 2021 für 17 Stunden aus

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Das Blockchain-Projekt Solana wird oftmals für seine Schnelligkeit und seine Skalierbarkeit gelobt. Einige Experten rechnen sogar damit, dass ein zukünftiger dezentralisierter Finanzmarkt auf Basis der Solana-Blockchain Realität werden könne. Doch am vergangenen Samstag sorgte der siebenstündige Absturz der Solana-Plattform erneut für einen Dämpfer. Wie konnte es zu dem Ausfall kommen?

Solana wurde Opfer von Bot-Angriffen

Einem Insider zufolge war es eine "ungeheure Datenmenge", mit der die Proof-of-Stake-Blockchain von Solana am Samstagnachmittag US-amerikanischer Zeit fertig werden musste. Wie "CoinDesk" berichtet, griffen Schwärme von Bots - pro Sekunde etwa 4 Millionen Transaktionsanfragen und 100 Gigabyte Dateien - während des NFT-Mints "Candy Machine" an. Die Folge: Die Blockchain-Validatoren konnten keinen Konsens mehr erzielen, die Block-Kreation musste gestoppt werden. Ein Alptraum für die Solana-Führungsebene: Zwischen 16:32 und ungefähr 23:00 Uhr Uhr New Yorker Zeit war die Solana-Blockchain nicht zugänglich. Erst nach sieben Stunden konnten die Blockchain-Validatoren das Cluster beim Slot 131973970 wieder aufnehmen.

Für Anleger, die in die Kryptowährung Solana investiert sind, bedeutete der Technikausfall einen erheblichen Vermögensverlust: In der Spitze verloren die Solana-Token bis zu 20 Prozent an Wert. Immerhin konnte die Cyberwährung nach dem Beseitigen des Problems wieder an Boden gutmachen, notiert mit 84,32 US-Dollar (Stand: 5. Mai 2022) aber weiterhin deutlich unter dem Niveau von vor dem Absturz vom 30. April (knapp 95 US-Dollar).

Bereits im September 2021 gab es einen Solana-Absturz

Besonders gravierend für Solana ist, dass es sich bei dem Absturz vom vergangenen Samstag nicht um eine Ausnahme handelt. Im Gegenteil: Die Solana-Blockchain gerät schon seit einiger Zeit immer wieder wegen ihrer Netzwerkprobleme in die Schlagzeilen. Laut "BTC-Echo" gab es in den vergangenen Monaten ganze sieben Solana-Systemabstürze. Besonders heftig war der Absturz im September 2021, als die Solana-Blockchain für mehr als 17 Stunden unerreichbar war. Seitdem wurde ein neues Update ausgeführt, das Abhilfe schaffen sollte. Scheinbar konnte aber auch diese Programmänderung dem wiederkehrenden Problem der Netzwerkausfälle nicht den Garaus machen.

Solana: Zwischen Himmel und Hölle

Solana wird oft als die angeblich "schnellste" Blockchain der Welt bezeichnet. Laut "BTC-Echo" kann Solana bis zu 1.300 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten. Ermöglicht wird diese Leistung durch einen innovativen Konsensalgorithmus, der "Proof of History" genannt wird. Durch die regelmäßigen Totalausfälle werden die Vorteil von Solana, nämlich neben der raschen Geschwindigkeit der Blockchain-Transaktionen auch die einfache Skalierbarkeit der Plattform, durch die technischen Probleme konterkariert. Immer mehr Krypto-Experten stellen sich die Frage, ob Solana überhaupt reibungslos funktionieren kann - und ob Solana wirklich die hohen Erwartungen erfüllen kann. Viele zweifeln an der Sicherheit des Proof of History-Algorithmus.

Sheraz Shere, Leiter der Payment-Abteilung von Solana, versucht zu beschwichtigen. In einem "Bloomberg"-Interview betonte er: "Wir sind für die nächsten Jahre und Jahrzehnte an dem Thema dran. Es gibt zwar Probleme mit der Überlastung des Netzes, aber wir betrachten dies als eine viel längerfristige Chance." Er gehe deshalb fest davon aus, "dass die Probleme mit der Überlastung des Netzes nur von kurzer Dauer sind." In dem Solana-Kurs, der in den vergangenen Monaten noch heftiger als die meisten anderen Kryptowährungen abstürzte, spiegelt sich jedoch eine gewisse Skepsis der Krypto-Gemeinschaft über Solanas Zukunft wider.

Redaktion finanzen.net

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