Bewusste Dollarschwächung?

EZB-Rat Nowotny wirft USA Währungsmanipulation vor

07.02.18 19:45 Uhr

EZB-Rat Nowotny wirft USA Währungsmanipulation vor | finanzen.net

Ein führender Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die US-Regierung der Wechselkursmanipulation bezichtigt.

Werte in diesem Artikel
Devisen

68.222,5699 USD 262,2473 USD 0,39%

2.063,4612 USD 10,2171 USD 0,50%

1,4386 USD 0,0050 USD 0,35%

0,2899 USD -0,0064 USD -2,16%

55,9214 USD -0,6151 USD -1,09%

34,9360 USD 0,2440 USD 0,70%

0,1462 USD 0,0006 USD 0,41%

1,1805 USD -0,0009 USD -0,07%

1,3532 USD -0,0030 USD -0,22%

3,4491 ADA 0,0746 ADA 2,21%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,35%

6,8413 CNY -0,0282 CNY -0,41%

0,0005 ETH -0,0000 ETH -0,49%

0,8471 EUR 0,0006 EUR 0,07%

0,7389 GBP 0,0014 GBP 0,19%

0,0179 LTC 0,0002 LTC 1,10%

0,6951 XRP -0,0024 XRP -0,35%

Man sei darüber sehr erstaunt, "dass das US-Finanzministerium den Dollar bewusst drückt und niedrig halten will", sagte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny in einem am Mittwochabend veröffentlichten Interview mit der "Wiener Zeitung". Details zu dem Vorwurf nannte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank nicht.

Die Anschuldigung ist schwerwiegend, weil eigentlich zwischen den G20-Staaten Wechselkursmanipulationen ein Tabu sind. US-Präsident Donald Trump hatte in der Vergangenheit Ländern wie Deutschland und China immer wieder vorgeworfen, von Wechselkursmanipulationen zu profitieren.

Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos Ende Januar hatte sich US-Finanzminister Steven Mnuchin positiv über die jüngste Dollar-Schwäche geäußert und gesagt, dass sie den USA nütze. Der Dollar verlor daraufhin deutlich an Wert und ließ den Eurokurs im Gegenzug erstmals seit Ende 2014 über 1,25 Dollar steigen. Wenig später relativierte Trump jedoch die Aussagen seines Ministers. Sie seien aus dem Kontext gerissen worden; letzten Endes sei man an einem starken Dollar interessiert.

In jüngster Zeit hatten sich mehrere europäische Notenbanker besorgt über die zum Großteil durch die Dollar-Schwäche verursachte Euro-Stärke geäußert, darunter EZB-Präsident Mario Draghi. Nowotny teilte in dem Interview nun auch direkt gegen den US-Präsidenten und sein Umfeld aus. Es sei erstaunlich, "dass es im Umfeld von Donald Trump, wo es ja eine Reihe vernünftiger Menschen gibt, niemand geschafft hat, einen positiven Einfluss auf den Präsidenten und seine Politik zu haben", sagte der Notenbanker./tos/jsl/he

WIEN/FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: OeNB, isak55 / Shutterstock.com