EUR/CAD: Hedge-Fonds lösen Short-Positionen auf!
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Als im Frühjahr 2013 erste Spekulationen aufkamen, die US-Notenbank Fed würde aus ihrer extrem expansiven Geldpolitik aussteigen, gab es viele Hedge-Fonds und andere große Spekulanten, die besonders auf eine Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Kanada-Dollar ("Loonie") setzten.
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Seinen Ausdruck fand dies in einem kräftigen Kursanstieg von USD/CAD und EUR/CAD (+19 Prozent seit März 2013). Die Argumentation der "Loonie-Bären": Die Bank of Canada wird den bei 1,00 Prozent Leitzins liegenden Leitzins später anheben als die Fed. Ein Grund dafür sei die Gefahr des Platzens einer Preisblase am Immobilienmarkt ähnlich wie in den USA.
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Der kanadische Notenbankpräsident Stephen Poloz unterstützte solche Spekulationen, indem er bis vor wenigen Monaten eine weitere Zinssenkung nicht ausschloss. Der Kanadische Dollar blieb bis März unter Abwertungsdruck. Doch seitdem hat sich der Wind gedreht: Der Lonnie wertete wieder deutlich auf, auch weil die Konjunktur und der Immobilienmarkt Stärke zeigten. Zudem stieg die Inflationsrate im Mai erstmals seit 2012 wieder über das Inflationsziel der Notenbank von 2,0 Prozent. Dennoch hat Stephen Poloz bei der Sitzung am vergangenen Mittwoch die Erwartungen für eine Zinsanhebung gedämpft: Die Wirtschaft werde erste Mitte 2016 wieder ihr Normalniveau erreichen und die Produktionslücke (Output Gap) schließen. Bis dahin sei auch die Inflationsrate kein Problem. Der Kanadische Dollar kam daraufhin unter Verkaufsdruck, allerdings nicht unter besonders starken. Das dürfte auch daran liegen, dass am Futuresmarkt der Stimmungswechsel bezüglich des Loonie gerade erst begonnen hat: Erstmals seit Februar 2013 gab es Anfang Juli mehr Long- als Short-Positionen auf den Loonie.
EUR/CAD vor Test der Aufwärtstrendlinie
Erst ging es mit EUR/CAD in diesem Jahr steil bis auf 1,55 CAD nach oben, in den letzten Wochen wurde der Kursanstieg aber wieder komplett rückgängig gemacht. Dabei wurden auch diverse Aufwärtstrendlinien gebrochen. Aktuell ist die Abwärtsdynamik noch stark und es kann zu einem Test der wichtigen Unterstützung bei 1,43 CAD kommen. Dort verläuft auch in etwa die seit Oktober 2012 bestehende Aufwärtstrendlinie. Erst wenn diese gebrochen würde, wäre die langfristige Aufwärtstendenz endgültig beendet. Bis dahin ist der Kursrückgang der letzten Wochen nur eine Korrektur im langfristigen Aufwärtstrend.
Fazit
Solange die Bank of Canada dabei bleibt, den Leitzins erst nach der US-Notenbank anzuheben, wird sich der Aufwertungsdruck auf den Loonie in Grenzen halten. Kurzfristig kann sich der Kursrückgang bei USD/CAD und EUR/CAD aber noch fortsetzen, wenn weitere Hedge-Fonds die Geduld verlieren und spekulative Short-Positionen auf den Kanada-Dollar auflösen.
Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.