Secunet: Jetzt wieder ein Kauf?

30.03.26 10:27 Uhr

SmartCaps ist ein Angebot des redaktionellen Partners StockXperts.
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich.


Secunet: Jetzt wieder ein Kauf? | finanzen.net

Secunet liefert für 2025 starke Zahlen und einen kräftigen Auftragseingang. Für die weitere Kursentwicklung scheinen aber andere Faktoren entscheidend zu sein. 

Werte in diesem Artikel

Die secunet Security Networks AG hat mit dem testierten Geschäftsbericht 2025 die bereits bekannten vorläufigen Zahlen bestätigt – und damit operativ ein starkes Jahr abgeliefert. Umsatz, Ergebnis und Auftragseingang entwickelten sich deutlich besser als im Vorjahr. Dennoch bleibt die Aktie unter Druck. Grund dafür ist weniger der Rückblick als vielmehr der Ausblick – und die zuletzt ohnehin fragile Stimmung.

Secunet ist Deutschlands führender Anbieter für Cybersecurity-Lösungen im behördlichen Umfeld. Das Unternehmen entwickelt hochsichere IT-Infrastrukturen, Verschlüsselungstechnologien und digitale Identitätslösungen und arbeitet eng mit staatlichen Institutionen zusammen. Besonders stark ist secunet im Bereich Public Sector sowie zunehmend im wachstumsstarken Segment Defence & Space, das zuletzt deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Deutliches Wachstum bei Umsatz und Ergebnis

Im Gesamtjahr 2025 steigerte secunet den Umsatz um 13 Prozent auf 458,8 Mio. Euro und lag damit klar über der ursprünglichen Prognose von rund 425 Mio. Euro. Das EBIT legte überproportional um 21 Prozent auf 51,6 Mio. Euro zu, die Marge verbesserte sich auf 11,3 Prozent nach 10,5 Prozent im Vorjahr. Auch das EBITDA stieg deutlich auf 74,9 Mio. Euro.

Das Wachstum wurde von beiden Segmenten getragen. Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Defence & Space, der inzwischen rund ein Drittel des Umsatzes ausmacht und zweistellige Wachstumsraten erzielte. Auch das Geschäft mit Industriekunden und dem Gesundheitssektor legte kräftig zu.

Starker Auftragseingang 

Ein zentraler Treiber für die positive Perspektive bleibt der Auftragseingang. Dieser stieg 2025 um 26 Prozent auf 531,9 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem Umsatz. Besonders stark war das vierte Quartal mit 218,0 Mio. Euro, ein Plus von über 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Book-to-bill-Ratio lag damit sowohl im Gesamtjahr als auch im Schlussquartal klar über 1, was die hohe Visibilität des Geschäfts unterstreicht. Auch der Auftragsbestand legte deutlich auf 278,9 Mio. Euro zu. Die zuvor im Jahresverlauf sichtbaren Verzögerungen bei öffentlichen Auftraggebern haben sich damit im Schlussquartal nicht nur aufgelöst, sondern in eine starke Dynamik umgekehrt.

Vorsichtiger Ausblick belastet die Stimmung

Trotz dieser operativen Stärke fällt der Ausblick für 2026 zurückhaltend aus. Der Vorstand stellt einen Umsatz von 460 bis 500 Mio. Euro sowie ein EBIT von 53 bis 58 Mio. Euro in Aussicht. Am unteren Ende entspricht das einem nahezu stagnierenden Umsatz und einem EBIT-Wachstum von lediglich rund 2,5 Prozent. Am oberen Ende wäre hingegen ein Umsatzplus von rund 9 Prozent und ein EBIT-Zuwachs von etwa 12 Prozent möglich. Die breite Spanne deutet auf Unsicherheit hin – insbesondere im Hinblick auf Haushaltsentscheidungen und den Zeitpunkt von Projektabrufen im öffentlichen Sektor.

Aktie unter Druck – Bewertung bleibt anspruchsvoll

Der Ausblick trägt damit nicht dazu bei, die zuletzt negative Stimmung rund um die Aktie zu drehen. In den frühen Handelsstunden verlor der Kurs rund 6 Prozent und fiel auf unter 160 Euro. Damit summiert sich der Rückgang seit dem Hoch Ende Januar bei 238 Euro auf rund ein Drittel. Belastend wirkt neben dem vorsichtigen Ausblick auch die jüngst verkündete Anpassung der Dividendenstrategie, die de facto einer Kürzung entspricht. Trotz des deutlichen Kursrückgangs ist die Bewertung weiterhin ambitioniert: Auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen liegt das KGV für 2026 noch bei etwa 28. 

Langfristige Perspektive bleibt intakt

Operativ spricht weiterhin vieles für secunet. Die strukturellen Wachstumstreiber – staatliche IT-Sicherheit, digitale Souveränität und steigende Verteidigungsbudgets – sind intakt. Besonders der Bereich Defence & Space zeigt eine hohe Dynamik und bietet aufgrund der starken Wettbewerbsposition gegenüber internationalen Anbietern zusätzliches Margenpotenzial. Dementsprechend waren die Zahlen für 2025 und insbesondere der Auftragseingang überzeugend. Der vorsichtige Ausblick und die hohe Bewertung bremsen jedoch kurzfristig die Fantasie. Angesichts der Abwärtsdynamik erscheint die Aktie derzeit vor allem für risikofreudige Anleger interessant. Langfristig orientierte Investoren sollten hingegen eine Stabilisierung abwarten – andernfalls droht das bekannte Risiko, in ein fallendes Messer zu greifen.

Ebenfalls deutlich abwärtsgerichtet war zuletzt die Kursentwicklung der LAIQON-Aktie. Nun hat das Unternehmen wichtige Maßnahmen angekündigt, welche die für 2026 ohnehin geplante starke Ergebnissverbesserung zusätzlich stützen sollen und damit auch der Aktie zu einer Trendwende verhelfen könnten:  zum Artikel

Vor einem kräftigen Wachstumssprung dürfte 2026 auch Pyrum stehen. Denn das Unternehmen arbeitet an einem technologischen Durchbruch, für den noch ein letztes Detail fehlt. Und hier soll nun eine Lösung gefunden sein:  zum Artikel

Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.062 Prozent oder 13,8 Prozent p.a. (Stand: 28.03.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.

Erstellung am 30.03.26 um 10:34 Uhr.

Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zur SmartCaps-Redaktion, insbesondere zu Arbeitsmethoden und zu potenziellen Interessenkonflikten, sowie unseren Disclaimer/Haftungsausschluss: zum Artikel

SmartCaps-Newsletter – Investieren in Small & Mid Caps