STRATEC-Chef Wolfinger: "Vier neue Produkte in den nächsten 24 Monaten"
Die Produktpipeline des Spezialisten für Analysensysteme ist gut gefüllt, weitere Entwicklungs- und Fertigungsaufträge sollen folgen. Vorstand Marcus Wolfinger über die weiteren Aussichten.
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Mit einem Umsatzplus von 15,9 Prozent hat der TecDAX-Konzern STRATEC Biomedical in den ersten neun Monaten 2014 die Erwartungen übertroffen. Die EBIT-Marge kletterte um 2,7 Prozentpunkte auf 16,8 Prozent.
Herr Wolfinger, Anfang Oktober zeigten Sie sich zuversichtlich, bis Jahresende noch zwei Entwicklungs- und Fertigungsaufträge abschließen zu können. Gilt diese Zuversicht nach wie vor oder könnten sich die Vertragsabschlüsse nach jetzigem Stand auch auf 2015 verschieben?
Marcus Wolfinger: Wie die Vergangenheit gezeigt hat, können bei langfristig angelegten Entwicklungs- und Fertigungsaufträgen zwischen der eigentlichen Vertragsverhandlung und der endgültigen Unterschrift durchaus einige Wochen oder Monate vergehen. Was die angesprochenen beiden Aufträge angeht, so sind wir bei einem Vertrag sehr zuversichtlich, diesen noch bis Jahresende abschließen zu können. Beim zweiten Auftrag gehen wir davon aus, dass die Unterschrift innerhalb der nächsten drei Monate kommt.
Könnten Sie uns eine erste Indikation geben, welche Umsatzdimension diese Aufträge haben könnten und mit welchen Entwicklungszyklen Sie dabei rechnen?
In unserer gegenwärtigen Mittelfrist-Guidance, die ein durchschnittliches Wachstum der Umsatzerlöse von 8 bis 12 Prozent bis 2017 vorsieht, ist ein geringer Anteil für neue Entwicklungsaufträge bereits berücksichtigt. Durch neue Aufträge sichern wir unsere Finanzprognose aber weiter nach unten hin ab, da in den ersten drei Jahren nach Vertragsabschluss nur geringe Umsätze durch Entwicklungsleistungen zu erwarten sind. Umsatzerlöse durch Systemverkäufe folgen in aller Regel erst nach etwa vier Jahren bei Vermarktungsbeginn.
Blicken wir kurz zurück auf die ersten neun Monate 2014: Bei einem Umsatzplus von 15,9 Prozent auf 105,3 Mio. Euro konnte STRATEC seine um einen Einmaleffekt bereinigte EBIT-Marge um 2,7 Prozentpunkte auf 16,8 Prozent steigern. Waren Sie selbst überrascht, wie deutlich sich die Marge nach zwei schwächeren Jahren wieder erholt hat?
Wir sind ebenso wie unsere Kunden optimistisch ins Jahr 2014 gestartet, insofern hat uns diese Margensteigerung nicht wirklich überrascht. Intern teilen wir unsere Marge in zwei Blöcke auf: Die Marge im Gerätebereich bewegt sich in der Regel in einer Bandbreite von 14,5 bis 15,5 Prozent, abhängig vom Produktmix und Skalierungseffekten. Durch ein prosperierendes Serviceteilegeschäft können wir die EBIT-Marge zusätzlich um bis zu 2,5 Prozentpunkte steigern. Die temporäre Schwäche im Serviceteilegeschäft, die wir Ende 2012 und Anfang 2013 gesehen haben, belastete entsprechend die Gesamtmarge in diesen Jahren. Durch eine bessere Auslastung unserer Ressourcen und die Erholung im Serviceteilegeschäft bewegt sich die EBIT-Marge jetzt wieder in die richtige Richtung, wobei bei optimalem Setup zukünftig wieder eine EBIT-Marge von über 17 Prozent möglich wird.
Sie sprechen es an, das margenstarke Serviceteilegeschäft hat sich in den ersten neun Monaten positiv entwickelt. Hat sich dies im vierten Quartal fortgesetzt?
Die positive Entwicklung im Serviceteilegeschäft hat sich im laufenden Quartal fortgesetzt. Allerdings fällt in den letzten drei Monaten der Basiseffekt aufgrund des starken Schlussquartals 2013 weit geringer aus als in den ersten Quartalen 2014. Insofern wird das Ergebnisplus im vierten Quartal nach unseren Erwartungen auch etwas unterhalb der Steigerungsraten nach neun Monaten liegen.
Inwiefern spürt STRATEC derzeit Auswirkungen der Ukraine-Krise sowie der Sanktionen gegen Russland?
Unsere Kunden weisen ein nur geringes Russland-Exposure auf. Entsprechend sind die Auswirkungen auf deren Geschäft und damit auch auf unsere Umsatz- und Ergebnisentwicklung unwesentlich.
Der US-Dollar hat in den zurückliegenden Monaten wieder deutlich an Stärke gewonnen. Beeinflussen die Wechselkursschwankungen Ihre Umsatz- und Ergebnisentwicklung?
Rund 75 Prozent unseres Umsatzes fakturieren wir bisher in Euro, obwohl einige unserer Kunden nordamerikanische Konzerne sind. Dies führt dazu, dass Währungsschwankungen einen überschaubaren Einfluss auf unseren Umsatz und unser Ergebnis haben. Die aktuelle Dollarstärke erleichtert unseren Kunden natürlich die Platzierung und Finanzierung der Geräte und Entwicklungsaufgaben. Entsprechend wohl fühlen wir uns mit dem derzeitigen Wechselkurs, gleichwohl man auch darauf gefasst sein muss, dass sich der US-Dollar wieder einmal in die andere Richtung entwickelt.
Sie haben weitere Markteinführungen angekündigt. Welche neuen Produkte stehen aktuell in den Startlöchern und welchen Einfluss auf die Margenentwicklung erwarten Sie hierdurch?
Unsere Planungen sehen vier Produkteinführungen in den nächsten 18 bis 24 Monaten vor. Dabei decken diese vier Neuheiten das gesamte Produktspektrum STRATECs ab, von molekulardiagnostischen Geräten über CLIA-Systeme bis hin zu Systemen für Blutbanken. Einen Druck auf unsere Bruttomarge erwarten wir während der Einführungsphasen nur in geringem Umfang. In diesem Bereich planen wir daher ein nahezu lineares Umsatz- und Gewinnwachstum.
Das Geschäftsmodell von STRATEC erlaubt eine hohe Prognosequalität. Können Sie uns schon einen ersten Ausblick auf 2015 geben?
Wie bereits angesprochen peilen wir in den Jahren 2014 bis 2017 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 8 bis 12 Prozent pro Jahr an. In den ersten neun Monaten lagen wir mit einem Umsatzplus von 15,9 Prozent deutlich über diesem Korridor. Aufgrund dieser starken Basis wäre es vermessen, für 2015 eine erneute Steigerung in dieser Größenordnung zu erwarten. Für das erste Halbjahr 2015 gehen wir von einem leichten Wachstum aus, das sich in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der angesprochenen Produkteinführungen nach unserer derzeitigen Einschätzung noch einmal leicht beschleunigen wird. Auf der Basis der Forecasts unserer Kunden sind wir zuversichtlich, dass wir im Gesamtjahr 2015 bei gutem Verlauf eine Wachstumsrate im oberen einstelligen Bereich erreichen können.
Kommen wir abschließend auf die STRATEC-Aktie zu sprechen, die im laufenden Jahr zu den Topperformern im TecDAX gehört. Insbesondere in den letzten fünf Wochen hat die Aktie regelrecht den Turbo gezündet. Worauf führen Sie die relative Stärke der Aktie zurück?
Nach der verhaltenen Kursentwicklung im Jahr 2013 ist die Kurssteigerung im laufenden Jahr neben der guten operativen Entwicklung zum Teil sicherlich auch dem Nachholeffekt geschuldet. Aufgrund einer recht volatilen operativen Entwicklung im Jahr 2012 standen einige Investoren über mehrere Quartale hinweg an der Seitenlinie, um die Rückkehr von STRATEC auf einen soliden Wachstumspfad abzuwarten. Aufgrund dieser Entwicklung sehen einige Analysten in ihren aktuellen Studien unser historisches Bewertungsniveau wieder als gerechtfertigt an und betrachten STRATEC als attraktives mittel- bis langfristiges Investment. Darüber hinaus hat der Sprung auf ein neues Allzeithoch in den letzten Wochen sicherlich auch den ein oder anderen charttechnisch orientierten Anleger motiviert, sich mit der STRATEC-Aktie zu beschäftigen.
Herr Wolfinger, vielen Dank für das Interview.
Haftungsausschluss/Disclaimer: Das aktuelle Interview dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Meinungen und Aussagen der Interviewpartner spiegeln nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder, sondern ausschließlich diejenige des Interviewpartners. Das Interview ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
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Name | Hebel | KO | Emittent |
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Bildquellen: Stratec Biomedical AG
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08.11.2024 | STRATEC SE Hold | Warburg Research | |
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25.10.2024 | STRATEC SE Hold | Warburg Research |
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