Heute im Fokus

DAX schließt tiefer -- Wall Street letztlich uneins -- Meta investiert Milliarden in KI -- SAP: Starkes Cloud-Geschäft -- Tesla, NVIDIA, Siemens Energy, AMD, Microsoft, NEL, Ölpreise im Fokus

aktualisiert 22.10.26 22:02 Uhr

Lockheed Martin mit Großauftrag. D-Wave, IonQ & Co.: IBM-Vizepräsident bekräftigt Gartners Marktbereinigungs-These. China-Aktien im Bärenmarkt. RENK verkauft Gleitlagergeschäft. Übernahmeangebot für QIAGEN. Nestlé wächst stärker als erwartet. Sartorius-Zahlen über den Erwartungen. Warum JPMorgan bei einer SpaceX-Fusion nach Peking blickt. Evonik: Milliarden-Gerücht um US-Konzern.

Marktentwicklung


Am deutschen Aktienmarkt waren am Donnerstag Verluste zu sehen.

Der DAX startete mit einem Abschlag in den Handel und blieb auch im Verlauf in der Verlustzone. Nur zeitweise wurden das Minus etwas kleiner, letztlich ging es 1,07 Prozent auf 25.271,20 Punkte nach unten.
Der TecDAX startete tiefer und blieb anschließend schwach. Zum Handelsschluss konnte er die Verluste jedoch bis auf 0,06 Prozent bei 4.065,39 Zählern eindämmen.

Nach dem starken Mittwoch rutschte der DAX am Donnerstag damit wieder in die Verlustzone. Nach Zahlen großer US-Konzerne sorgte der Technologiesektor dafür, dass die Stimmung schon wieder umschwenkte, nachdem die Vortagserholung dem Leitindex noch den höchsten Stand seit vier Wochen beschert hatte.

Wegen eines Angriffs auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien stiegen auch die Ölpreise zudem wieder deutlich. Gute Zahlen des DAX-Schwergewichts SAP verpufften im Umfeld einer international wieder beobachteten Technologie-Schwäche. Die Erholung des NASDAQ 100 hatte am Vorabend in New York schon an Schwung verloren und über Nacht ging es an den technologielastigen Börsen in Japan und Südkorea wieder merklich bergab.

"Die Quartalsberichte von Tesla, Meta, IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu festigen", schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor hatten Milliardengewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX die jüngsten Sorgen damit nur vorübergehend gemildert. Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes sieht das Thema KI in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel Geld kosten werde.

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An den europäischen Aktienmärkten waren am Donnerstag Abschläge zu sehen.

Der EURO STOXX 50 gab zum Start bereits nach, das Minus wurde im Verlauf ausgebaut. Letztlich standen hier Verluste von 1,89 Prozent auf 6.090,36 Punkte an der Kurstafel.

Europas Börsen standen am Donnerstag weiter unter Verkaufsdruck, und neue Belastung kam aus dem Technologiesektor. Die gemischten Quartalszahlen von US-Technologiekonzernen reichen nicht aus, um die Zweifel an der Rentabilität der hohen KI-Investitionen zu zerstreuen. Hinzu kam ein kräftig steigender Ölpreis, ein Fass der Sorte Brent kostet wieder mehr als 111 Dollar. Händler verwiesen auf Medienberichte, wonach die USA und Israel an neuen Plänen für Angriffe auf den Iran nach den Zwischenwahlen arbeiten. Auch die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien gehen weiter. Zudem ist die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen wieder über 5 Prozent geklettert.

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Die US-Börsen präsentierten sich am Donnerstag mit unterschiedlichen Vorzeichen.

Der Dow Jones startete etwas tiefer und hat anschließend auch weiterhin abgegeben. Schlussendlich ging er jedoch 0,02 Prozent höher bei 52.866,85 Punkten in den Feierabend.
Der technologielastige NASDAQ Composite eröffnete derweil tief im Minus und verzeichnete auch weiterhin deutliche Verluste. Er verabschiedete sich 2,6 Prozent leichter bei 26.008,86 Zählern aus der Sitzung.

Belastend wirkten neben kräftig gestiegenen Ölpreisen die Aussagen großer Branchenvertreter wie Meta, Tesla, Lam Research und IBM zur Geschäftsentwicklung, die an der Börse auf wenig Gegenliebe stießen. “Die Botschaft scheint immer deutlicher zu werden: Der Markt ist nach wie vor bereit, hohe Investitionen in KI zu belohnen, stellt jedoch immer höhere Anforderungen an die Renditen”, sagte Santiago Mateo, Leiter des Aktienbereichs bei CaixaBank AM, laut der Deutschen Presse-Agentur. “Die Anleger wollen Nachweise dafür, dass sich die Investitionen in ein stärkeres Wachstum, eine bessere Monetarisierung und letztendlich in Gewinnen niederschlagen.”

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Die größten Börsen in Fernost zeigten sich am Donnerstag tiefer.

Der Nikkei 225 verlor zum Handelsende 2,65 Prozent auf 62.907,84 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland gab daneben der Shanghai Composite 1,48 Prozent auf 3.658,03 Indexpunkte ab.

In Hongkong drückten die Anleger den Hang Seng um 3,03 Prozent auf 22.934,68 Zähler.

Aktien in Asien gaben am Donnerstag nach, nachdem gemischte Quartalszahlen großer US-Technologiekonzerne die Anleger nicht über die Renditen massiver KI-Investitionen beruhigen konnten. Dies erneuerte den Druck auf Halbleiterwerte und chinesische Aktien.

Chiphersteller führten den Ausverkauf in Asien an, während chinesische Aktien einem Bärenmarkt nahe kommen. Die erneute Schwäche kommt zu einer Zeit, in der Anleger hinterfragen, ob hohe Ausgaben für Rechenzentren und Rechenkapazitäten ausreichende Renditen erbringen können. Finanzierungskosten und stark gestiegene Bewertungen verstärken die Bedenken hinsichtlich einer potenziellen KI-Blase.

Chinas Aktien schwächten sich vor dem Hintergrund schwindender Hoffnungen auf substanzielle Konjunkturmaßnahmen, lustloser Unternehmensgewinne und anhaltender Sorgen über den globalen KI-Handel weiter ab. Die Marktschwäche stand im Gegensatz zur anhaltenden Bereitschaft einzelner Anleger, in spezifische KI-Infrastrukturunternehmen zu investieren.

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