Die Krux mit Herrn Krix
An der Börse gibt es Typen, die alle paar Jahre mit einer total guten Geschäftsidee aufschlagen – und nichts als verbrannte Erde hinterlassen. Edmund Krix ist so eine Figur.
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Joachim Spiering, €uro am Sonntag
1998 brachte er den IT-Dienstleister Teleplan an die Börse, 2001 stieg er (aus familiären Gründen, wie er gern betont) rechtzeitig aus, bevor der Kurs ins Bodenlose abschmierte.
Ein paar Jahre später sorgte er abermals für Furore. Mit seiner dubiosen Neosino AG wollte er Nahrungsmittelergänzungsstoffe und Kosmetika verkaufen, die so klein gemahlen sind, dass sie im Körper wahre Wunder bewirken sollten. Irgendwie hatte es Krix geschafft, FC-Bayern-München-Vereinsarzt Müller-Wohlfahrt als Berater zu verpflichten, der damalige Stürmerstar Roy Makaay warb sogar für die scheinbaren Superpulver. Der Rest der Story ist bekannt: Nach einer fulminanten Rally, die den Aktienkurs bis auf über 150 Euro katapultierte (vor dem Börsengang hatte es übrigens noch eine Privatplatzierung zu 55,55 Euro je Aktie gegeben, bei der Krix beherzt zugriff) folgte ein Desaster. Umsätze gab es nur in homöopathischen Dosen, der Aktienkurs stürzte – richtig – ins Bodenlose. Schuld an der Misere, so Krix heute, seien die Medien mit ihren kritischen Berichten und die „Pharmamafia“ gewesen.
Jetzt ist er wieder da und versucht, Investoren für seine Adinotec AG zu finden, der Nachfolgefirma von Neosino. Diese soll ein einmaliges Verfahren entwickelt haben, um Straßen fester, schneller und günstiger bauen zu können, als dies bisher der Fall ist. Immerhin: Erste Asphaltpisten sind gebaut, das auf Nanotechnologie basierende Verfahren scheint zu funktionieren. 2010 wurden 6,7 Millionen Euro Umsatz gemacht. Dumm nur, dass ein größeres Projekt in Libyen schlecht lief, weshalb über sieben Millionen Euro abgeschrieben werden mussten. Seitdem steht der Maschinenpark „gut bewacht“, so der Firmenchef, auf einem Parkplatz herum.
Krix selbst gibt sich durchaus zuversichtlich, dass die Wüstenstraßen irgendwann doch noch gebaut werden. Zudem stellt er weitere Aufträge aus diversen asiatischen und arabischen Ländern in Aussicht. Und schließlich will er in Afrika ins Rohstoffgeschäft einsteigen. Klingt alles ganz fantastisch, mal wieder.
Die Krux ist nur: Wer will Herrn Krix noch glauben?
