Elmos Semiconductor: Kommt es zur Übernahmeschlacht?

24.03.26 15:49 Uhr

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Die Nachricht schlug ein wie ein Paukenschlag: Die Gründer von Elmos Semiconductor sollen den Verkauf des Dortmunder Chipspezialisten erwägen. Das schafft deutliche Übernahmephantasie. Doch wer stünde bereit?

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Elmos ist kein Zufallsopfer von Übernahmegerüchten. Der 1984 von Klaus Weyer, Günter Zimmer und Norbert Ellenberger gegründete Halbleiterhersteller hat sich über Jahrzehnte zu einem ernstzunehmenden Spezialisten für Automobil-Chips gemausert. Und das ist ein Segment, das im Zuge der Elektrifizierung und Digitalisierung des Automobils strategisch wertvoller geworden ist als je zuvor.

Im vergangenen Jahr erzielte Elmos einen Rekordumsatz von 583 Mio. Euro. Dass ausgerechnet in diesem Moment die Gründer über einen Ausstieg nachdenken sollen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern womöglich der nüchterne Blick erfahrener Unternehmer, die wissen, wann der Markt das Maximum zahlt.

Größter Aktionär mit knapp 21 Prozent ist die Beteiligungsfirma von Mitgründer Weyer. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt aktuell bei rund 2,3 Mrd. Euro und damit auf einem Niveau, das potenzielle Käufer zumindest nicht abschrecken dürfte.

Wer hat Interesse – und wer darf kaufen?

Die entscheidende Frage lautet: Wer kommt als Käufer in Betracht? Laut der Nachrichtenagentur Reuters soll Morgan Stanley den Verkaufsprozess begleiten, und erste Gespräche sollen bereits mit großen Halbleiterkonzernen laufen. Als logische Kandidaten gelten Infineon aus Deutschland sowie der US-Riese Qualcomm, zwei Unternehmen, für die Elmos' Fokus auf Automotive-Chips eine nahezu ideale Ergänzung des Portfolios darstellte.

Allerdings steht jedem potenziellen Deal ein erhebliches regulatorisches Fragezeichen gegenüber. Der Versuch, die Waferproduktion von Elmos an ein chinesisches Unternehmen zu verkaufen, scheiterte einst am Einspruch der Bundesregierung. Zwar wäre eine Transaktion mit Infineon oder Qualcomm politisch deutlich unproblematischer, doch auch hier dürften Kartellbehörden in Berlin und Brüssel das letzte Wort haben.

Operativ stark, aber nicht makellos

Wer Elmos kauft, erwirbt ein profitables, aber kein wachsendes Unternehmen. Der operative Gewinn sank im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent auf 127 Mio. Euro, trotz des Rekordumsatzes. Das deutet auf steigenden Kostendruck hin, wie er in der gesamten Halbleiterbranche zu beobachten ist. Für einen strategischen Käufer, der Skaleneffekte heben und Elmos in ein größeres Produktionsökosystem integrieren kann, dürfte diese Margenerosion jedoch eher ein verhandlungstaktisches Argument als ein echtes Hindernis sein.

Börsenreaktion positiv, aber überschaubar

Kein Wunder also, dass zum Wochenauftakt die Aktie von Elmos um rund 7,5 Prozent zulegen konnte. Vom Tagestief ausgerechnet waren es sogar über 12 Prozuent. Am Dienstag wurden einige Gewinne wieder einkassiert, das sicherlich aber eher dem Gesamtmarkt geschuldet. Grundsätzlich hält sich aber der Optimismus, dass es hier einen Deal geben könnte.

Allerdings zeigt die Kursentwicklung auch, dass der Markt nicht mit einem besonderem Premium rechnet. Nachdem sich der Wert seit Anfang September letzten Jahres zeitweise fast verdoppelt hatte, ist das auch wohl nachvollziehbar. Dennoch ist neben Preis und Regulatorik natürlich nicht zu übersehen, dass immer mehr Marktteilnehmer stimmungsmäßig auf Rezession umschwenken. Gut möglich, dass deshalb ein entsprechender Übernahmeprojekt erst einmal im Sande verläuft.

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Erstellung am 24.03.26 um 13:32 Uhr.

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