Verwirrung um Atomabkommen: DAX rettet sich nach starken Abschlägen an die Nulllinie - Ölpreise klettern

Die massive Zwischenerholung vom Montagmittag blieb zunächst ein Strohfeuer. Dennoch konnte der DAX seine zeitweiligen Verluste am Dienstag letztlich deutlich eingrenzen.
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Am Dienstag ging der DAX mit einem marginalen Aufschlag von 0,1 Prozent auf 22.677,09 Punkte stabil an den Handelsstart. Doch das Plus währte nicht lange, früh drehte der Leitindex ab und fiel weiter zurück - zeitweise unter die 22.500-Punkte-Marke. Im späten Handel konnte das Börsenbarometer dann zeitweise wieder an die Nulllinie aufschließen. Letztlich ging es dann 0,07 Prozent schwächer bei 22.636,91 Punkten aus dem Handel.
Der Leitindex trotzte damit weitgehend widersprüchlichen Signalen über einen möglichen Atom-Deal im Iran-Krieg.
Wende im Iran-Krieg? Trump plant Telefonat mit Teheran
Während US-Präsident Donald Trump trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges verbreitet und ein Telefonat mit der iranischen Seite am kommenden Montag ankündigte, gehen die Kämpfe vorerst weiter. Aus Teheran gab es für geplante Gespräche bisher keine Bestätigung.
Hoffen auf Ende des Krieges löste Vortagesrally aus
Am Montag war der DAX mit 21.863 Punkten zunächst auf einen Tiefpunkt seit April 2025 abgesackt, bevor eine Kurznachricht des US-Präsidenten auf seiner Plattform Truth Social für Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende und eine entsprechende Erholungsrally sorgte.
Der DAX schoss innerhalb weniger Minuten um mehr als 1.200 Punkte oder rund sechs Prozent nach oben; der Ölpreise tauchte unter die 100-Dollar-Marke ab. Bei anschließend widersprüchlicher Nachrichtenlage ebbte die Euphorie jedoch schnell ab, es blieb allenfalls ein zarter Hoffnungsschimmer.
Ölpreis zieht wieder an
Inzwischen kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Mai zeitweise fast 104 US-Dollar. Und der Ölpreis mit seinen Auswirkungen auf die Inflation und seiner Signalwirkung für die Konjunkturerwartungen bleibt das Zünglein an der Waage.
Die Anleger fürchten dabei weniger kurzfristige Spitzen als einen über lange Zeit zu hohen Ölpreis - wie seit inzwischen etwa vier Wochen Iran-Krieg.
DAX-Rekord vom Januar rückt weiter in die Ferne
Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Alexandra Hesse, Melanie Schürmann, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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