Rekordstimmung in Frankfurt: DAX markiert ein Allzeithoch nach dem anderen
Nachdem der deutsche Leitindex am Donnerstag ein neues Allzeithoch aufgestellt hatte, verbucht er auch am Freitag weitere Rekordstände.
Am letzten Handelstag der Woche geht die Rekordjagd weiter. Der DAX startete zunächst auf einem neuen Allzeithoch von 25.763,97 Punkten (+0,72 Prozent). Die Tendenz bleibt weiter positiv, auch wenn die Gewinne zeitweise etwas kleiner wurden. Am späten Nachmittag steigt er wieder an und erreicht bei 25.826,78 eine neue Bestmarke. Der Juli scheint damit seinem Ruf als guter Börsenmonat zunächst alle Ehre zu machen.
Mit dem Leitindex ging es bereits am Donnerstag bis zum Handelsende um 2,16 Prozent auf 25.580,88 Zähler nach oben. Das deutsche Börsenbarometer schloss damit so hoch wie noch nie, nachdem im Tagesverlauf bereits zum ersten Mal seit dem 13. Januar ein neuer Höchststand bei 25.655,82 Punkten erzielt worden war.
KI-Euphorie und Konjunkturoptimismus
"Derzeit herrscht an der Börse eine Mischung aus KI-Euphorie und Konjunkturoptimismus vor", konstatierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. Die tags zuvor vorgelegten US-Arbeitsmarktdaten hätten die Sorgen vor einer Beschleunigung der Inflation auf der Lohnseite eingedämmt und zugleich einen robusten Arbeitsmarkt aufgezeigt.
Kurserholung in Asien stützt
Für weiteren Auftrieb dürften am Freitag wohl vor allem die Kurserholungen in Südkorea und Japan sorgen, nachdem die KI-Rally zuletzt ins Stottern geraten war. Der KOSPI in Seoul hatte sich im Jahresverlauf mehr als verdoppelt, zuletzt hatte der Index aber um 15 Prozent korrigiert. Am Morgen schaffte er nach weiteren Verlusten zum Start jedoch die Wende klar ins Plus.
Hoffnung auf "Goldlöckchen-Szenario"
Mit dem schwächeren US-Arbeitsmarkt wurden am Donnerstag die Zinserhöhungserwartungen in den USA etwas zurückgeschraubt. Anleger setzten mit Blick auf die USA im Wesentlichen auf ein "Goldlöckchen-Szenario", bei dem sich die Inflation abkühle, während der Arbeitsmarkt stabil bleibe, erklärt Chefökonom Mark Vitner von Piedmont Crescent Capital. Dies verliehe Aktien weiter Auftrieb, ohne Ängste vor einer Konjunkturabkühlung zu schüren.
Nach Einigung auf Reformpaket folgt nächste Baustelle
Dass sich die deutsche Regierungskoalition auf ein Reformpaket geeinigt hat, hatte den deutschen Leitindex am Donnerstag angeschoben und wirkt auch am Freitag weiter nach. Mit dem umfassenden Paket zu Steuern, Arbeit und Entbürokratisierung wollen Union und SPD Deutschland aus der Wirtschaftskrise führen. Ab 2027 sollen kleine und mittlere Einkommen steuerlich entlastet werden.
Nach den Einigungen auf das Krankenkassensparpaket, zur Rentenreform sowie auf das Reformpaket zu Steuern, Arbeit und Entbürokratisierung richten sich die Blicke nun jedoch bereits auf die nächste Baustelle, die zu Wochenbeginn ansteht: Das Bundeskabinett will am Montag den Entwurf für den Haushalt 2027 beschließen. Man müsse die Staatsverschuldung unter Kontrolle halten, die Spielräume seien begrenzt, betonte Bundeskanzler Merz.
Carolin Ludwig, Melanie Schürmann, Claudia Stephan, Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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