Trump offenbar bereit Iran-Krieg zu beenden: DAX setzt sich mit Gewinnen von 22.000-Punkte-Marke ab

Nachdem sich der DAX im frühen Handel wankelmütig gezeigt hat, ging es im weiteren Handel nach oben. Damit rückt die wichtige Marke von 23.000 Punkten wieder in den Blick der Anleger.
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Der DAX begann die Sitzung marginal höher. Nachdem es kurz auf rotes Terrain ging, schraubte sich der deutsche Leitindex deutlicher ins Plus. Zuletzt stand der DAX 0,52 Prozent bei 22.680,04 Punkten in der Gewinnzone
Vor den Osterfeiertagen halten sich die Umsätze weiter in Grenzen, da am kommenden Freitag sowie Montag an der Frankfurter Börse nicht gehandelt wird.
22.000-Punkte-Marke als wichtige Schwelle
Die psychologisch bedeutende Schwelle von 22.000 Punkten rückt damit etwas aus dem Sichtfeld. Marktbeobachter warnen: Sollte der Index unter 21.863 Punkte fallen, würde er auf den niedrigsten Stand seit dem heftigen "Zollschock" im April 2025 sinken.
Nahost-Krieg & Ölpreise sorgen weiter für Bewegung
Unterdessen hat der Iran einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fortgesetzt. Zudem wurde vor der Küste von Dubai ein kuwaitischer Öltanker getroffen. Die Ölpreise - derzeit wichtigster Gradmesser für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger - zogen indes wieder an. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt gut 118 US-Dollar.
WSJ-Bericht stützt
Leicht positiv wirkt ein Bericht des "Wall Street Journal". Demnach soll US-Präsident Donald Trump bereit sein, den Iran-Krieg zu beenden auch ohne Öffnung der Straße von Hormus. Diese ist seit geraumer Zeit faktisch geschlossen. Trump spricht derweil weiter von erheblichen Fortschritten in den Friendensverhandlungen mit dem Iran, zugleich bereiten die USA aber offenbar eine begrenzte Bodenoffensive vor. Die bisherigen Schäden, die durch den Iran-Krieg entstanden seien, lassen sich indes kaum beziffern. "Die gestiegenen Energiepreise und die Verknappung von Rohöllieferungen bleiben ein Problem. Sollte der Krieg im Iran beendet werden und die Straße von Hormus weiterhin geschlossen bleiben, würde das den europäischen Unternehmen nur bedingt helfen", so die Einschätzung von CMC.
Inflationsdaten rücken in den Fokus
Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone unterdessen deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März um 2,5 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 1,9 Prozent gelegen. Volkswirte hatten allerdings im Schnitt einen noch etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet. Die Europäischen Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an.
DAX-Rekord vom Januar in weiter Ferne
Am 13. Januar hatte der DAX bei 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert und damit erstmals in seiner Geschichte die Schwelle von 25.500 Punkten überschritten. Letztlich war er an diesem Tag bei 25.420,66 Zählern in den Feierabend gegangen, was einen neuen Rekord auf Schlusskursbasis bedeutete.
Bettina Schneider, Alexandra Hesse, Melanie Schürmann, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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