Zertifikate auf Ölkonzerne: Sprit fürs Depot

Mit Discount-Zertifikaten auf Ölkonzerne können Anleger im Zuge der hohen Volatilität günstig einsteigen und von seitwärts laufenden Kursen profitieren.
Werte in diesem Artikel
von Gian Hessami, Euro am Sonntag
Nicht nur die Aktienkurse sind zuletzt heftig unter Druck geraten. Auch die Ölpreise sind drastisch eingebrochen - Anfang März innerhalb eines Tages sogar um 30 Prozent.
Auslöser dafür war Saudi-Arabiens Ankündigung, die Produktion ab April auf 12,3 Millionen Barrel hochzufahren. Im Februar waren es noch 9,7 Millionen Barrel gewesen. Dem Markt droht im zweiten Quartal ein massives Überangebot, zumal die Ölnachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie stark beeinträchtigt bleiben dürfte.
Die Rohstoffexperten der Commerzbank erwarten für das zweite Halbjahr steigende Preise, da das Angebot bei niedrigen Preisen weniger stark zunehmen und die Nachfrage nach dem Abebben der Pandemie wieder anziehen könnte.
Von steigenden Preisen profitieren auch Ölkonzerne. Beispielsweise die beiden Multis Shell und Total. Zwar brachen auch deren Kurse im Zuge des jüngsten Ölpreisschocks deutlich ein. Wirtschaftlich konnten beide Konzerne aber in den vergangenen Jahren durch Sparmaßnahmen und sinkende Förderkosten punkten. Allerdings zeigen die jüngsten Geschäftszahlen von Shell den Abwärtstrend: 2019 erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 15,8 Milliarden US-Dollar, 2018 waren es noch 23,4 Milliarden.
Hohe Rabatte
Für Anleger, die glauben, dass die Krise in den aktuellen Aktienkursen bereits eingepreist ist, und die künftig seitwärts laufende bis moderat steigende Märkte erwarten, können sich Discountzertifikate eignen. Die hohe Volatilität der Märkte ermöglicht bei den Produkten hohe Rabatte auf die Aktienkurse und damit einen äußerst günstigen Einstieg.
Im Gegenzug können Anleger nur bis zu einer bestimmten Kursmarke (Cap) an Kursgewinnen partizipieren. Ansonsten orientiert sich die Auszahlung zum Laufzeitende am Kurs der unterlegten Aktie. Wenn deren Kurs unter den Einstiegspreis des Zertifikats rutscht, gerät das Investment in rote Zahlen.
Der Discounter von BNP Paribas (ISIN: DE 000 PX9 TRD 2) auf Shell läuft bis März 2021 und kostet 7,58 Euro. Damit ist das Produkt rund 30 Prozent günstiger als die Shell-Aktie, die bei 10,66 Euro notiert. Der Cap liegt bei zehn Euro. Notiert Shell bei Fälligkeit auf oder über zehn Euro, erzielen Anleger eine Rendite von rund 32 Prozent.
Wer lieber auf Total setzt, kann sich das Rabattpapier (ISIN: DE 000 PX9 TGB 9) von BNP Paribas genauer ansehen, das ebenfalls bis März 2021 läuft. Die Total-Aktie steht bei 21,62 Euro, der Discounter kostet rund 28 Prozent weniger, nämlich 15,73 Euro. Notiert Total bei Fälligkeit des Zertifikats auf oder über dem Cap von 20 Euro, ergibt sich eine Rendite von 27 Prozent.
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Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
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