Benjamin Feingold-Kolumne

Merz lässt den DAX eskalieren - aber wie lange noch?

28.02.25 15:24 Uhr

Werbemitteilung unseres Partners
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich


Merz lässt den DAX eskalieren - aber wie lange noch? | finanzen.net

Als im November Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt wurde, ging die Aktienrally bei Tech-Aktien so richtig los. Hierzulande verpuffte die Euphorie nach der Bundestagswahl sehr rasch - die Rückschlaggefahr nimmt zu.

Als wir in unserem Börsenbrief im Frühherbst 2024 zwanzig Aktien herausgesucht hatten, die von einem Regierungswechsel profitieren könnten, war der Anlagehorizont das gesamte Jahr 2025. Aus genau diesem Grund nannten wir das Paket auch "Deutschland 2025" und die Idee war, dass sich Aktien wie Mercedes, ThyssenKrupp, Gerresheimer, Gea oder Eckert & Ziegler deutlich erholen könnten. Soweit die grundsätzliche Idee.

In den vergangenen Wochen sind deutliche Aktien allerdings so stark gelaufen, dass unsere Erwartung nicht nur erfüllt, sondern massiv übertroffen wurde. ThyssenKrupp beispielsweise hat sich im Kurs in den letzten 12 Monaten glatt verdoppelt. "Im DAX haben SAP, Siemens Energy oder auch die Telekom aus einem linearen Aufwärtstrend noch einmal beschleunigt", so die Experten vom Lynx-Broker. Für Jürgen Molnar von RoboMarkets erinnert "die aktuelle Phase an der Börse sogar teilweise an den Neuen Markt".

Rheinmetall verzehnfacht

Jüngstes Beispiel ist die Aktie von Rheinmetall. Nach der Münchner Sicherheitskonferenz zogen Titel aus dem Bereich Rüstung massiv an. Auch der Konkurrent Hensoldt legte im Kurs auf ein Rekordhoch zu. Damit liegt die Marktkapitalisierung von Hensoldt auf dem Level, das Rheinmetall Ende 2021 aufwies - nämlich 4,5 Milliarden. "Die Eskalation im Kurs bei Rheinmetall wird sehr deutlich, wenn man die gegenwärtige Bewertung von 43 Milliarden ansieht - nahezu das zehnfache im Vergleich zu 2021", rechnet Experte Molnar vor. Die Aktie überschritt in dieser Woche zum ersten Mal die Marke von 1.000 Euro.

Doch auch der DAX ist seit Jahresbeginn im Vergleich zu den internationalen Börsen eskaliert. Der japanische Nikkei liegt pari und die Daten des Börsenplatzes Gettex unterstreichen wie stark überkauft oder mit anderen Worten überhitzt der DAX ist. In Europa hält da nur der Bankenindex mit, der nach Berechnungen von Federated Hermes "im bisherigen Jahresverlauf um 18 Prozent gestiegen ist, was einen der stärksten Starts in der Geschichte darstellt".

US-Börsen rutschen ins Minus

Mehr als 10 Prozent legte der DAX seit Neujahr zu und hat damit in nur zwei Monaten die durchschnittliche Performance von fast zwei Börsenjahren - jeweils gut sieben Prozent - geliefert. 2024 gab es lange Phasen in denen einem beim Blick auf Nasdaq oder S&P 500 und Dow Jones mulmig werden konnte. Doch der S&P 500 und der Nasdaq liegen inzwischen auf Jahressicht 2025 im Minus. Wir haben in unserem Börsenbrief vor der Bundestagswahl deshalb auch geraten jetzt Gewinne ins Trockene zu bringen und keinesfalls zu gierig zu werden. Im Gegenteil. Jetzt ist eine gute Gelegenheit sein Depot mit Put-Optionsscheinen auch abzusichern. Nicht weil Friedrich Merz vor der Tür steht, sondern weil die Euphorie jetzt schon so groß ist.

150 Jahre Börsenerfahrung kombiniert technische Analyse, Trading, Börsenpsychologie und konkrete Investments. Benjamin Feingold ist Mit-Gründer von Feingold Research. Unseren Börsendienst finden Sie unter feingoldresearch.de!

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.