Sparen in Zeiten der Energiekrise: 50-30-20-Regel noch praktikabel?

Im Zuge der Energiepreise sparen die Deutschen deutlich weniger. Die 50-30-20-Regel soll dabei eigentlich hilfreich sein. Doch wie realistisch ist diese Regel in Krisenzeiten?
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Energiekrisen in Deutschland
Bereits im Februar 2022 führte der Ukraine-Krieg zu einer Energiekrise, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Nun droht der Krieg im Iran der Ökonomin Veronika Grimm zufolge einen neuen Energieschock in Deutschland auszulösen, wie sie gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt. Durch die steigenden Energiekosten erhöhe sich auch das Inflationsrisiko, so die Wirtschaftsweise. Laut Experten ist davon auszugehen, dass auch die Ölpreise drastisch ansteigen werden. Bereits im Sommer 2025 warnte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, gegenüber den Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN), dass "Immer mehr Haushalten […] sich kaum noch ein warmes Zuhause oder grundlegende Versorgung leisten" können. Das Sparpotenzial der Deutschen scheint also weiterhin gefährdet - kann die 50-30-20-Regel Abhilfe schaffen?
Die 50-30-20-Regel
Die 50-30-20-Regel soll beim Sparen helfen. Sie gibt vor, wie die Ausgaben in einem Haushalt idealerweise verteilt werden sollten. Demnach sollte man zunächst 50 Prozent des Einkommens für die Grundausgaben und monatlichen Fixkosten sowie für laufende Kosten berechnen. Zu diesen Ausgaben gehören zum Beispiel die Miete, Stromkosten, das Auto, Handy- und Internetverträge sowie Ausgaben für Lebensmittel. Weitere 30 Prozent des Einkommens können dann für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche ausgegeben werden. Hierzu gehören zum Beispiel Freizeitaktivitäten wie Hobbys, Restaurantbesuche, Urlaub sowie Shopping. Die restlichen 20 Prozent des monatlichen Budgets sollten entweder als Rücklage gespart werden oder können für die Schuldentilgung laufender Abzahlungen genutzt werden, wenn solche vorhanden sind. Um einen Überblick über alle Finanzen zu behalten, lohnt es sich außerdem, alle Einnahmen und Ausgaben in einem Haushaltsbuch festzuhalten.
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Wie praktikabel lässt es sich während der Energiekrise sparen?
Doch wie effektiv lässt sich mit der 50-30-20-Regel auch während der laufenden Energiekrise Geld sparen? Dem Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) nach brauchen bereits "60 Prozent der Haushalte ihre gesamten monatlichen Einkünfte und mehr, um die laufenden Ausgaben zu decken." Michael Weinhold von der ISKA-Schuldnerberatung erklärt nordbayern zufolge außerdem, dass viele Haushalte, die nur über ein geringeres Einkommen verfügen, nicht das nötige Geld haben, um notwendige Rücklagen zu bilden. Die 50-30-20-Regel stimmt demnach nicht mehr mit der derzeitigen Realität vieler deutschen Haushalte überein. Dennoch sei es durchaus empfehlenswert, sich einen genauen Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. DSGV-Pressesprecher Thomas Rienecke erklärt nordbayern nach, dass dadurch zum Beispiel Sparpotenziale entdeckt werden können.
Redaktion finanzen.net
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