Globale Unsicherheit

Türkische Lira und weitere Schwellenland-Währungen unter Druck

19.08.19 22:05 Uhr

Türkische Lira und weitere Schwellenland-Währungen unter Druck | finanzen.net

Die Türkische Lira konnte in den vergangenen Monaten, trotz Entlassung des Notenbankpräsidenten, lockerer Geldpolitik und Zinssenkung, stetig an Wert gewinnen. Zum Anfang der letzten Woche fiel die Lira allerdings wieder zurück.

Werte in diesem Artikel
Devisen

15,5765 RUB 0,0060 RUB 0,04%

1.734,5670 ARS -1,2788 ARS -0,07%

22,2920 MXN -0,0538 MXN -0,24%

55,6685 TRY -0,0646 TRY -0,12%

0,7496 BRL 0,0001 BRL 0,01%

2,5944 MXN -0,0028 MXN -0,11%

6,4786 TRY 0,0010 TRY 0,02%

1.599,9403 ARS 0,0824 ARS 0,01%

5,9412 BRL -0,0027 BRL -0,05%

20,5703 MXN -0,0214 MXN -0,10%

51,3568 TRY -0,0102 TRY -0,02%

1.833,5706 ARS 1,5434 ARS 0,08%

6,8087 BRL 0,0023 BRL 0,03%

23,5649 MXN -0,0191 MXN -0,08%

8,6977 ARS 0,0066 ARS 0,08%

0,0323 BRL 0,0000 BRL 0,02%

0,1118 MXN -0,0001 MXN -0,09%

0,2791 TRY 0,0001 TRY 0,03%

4,5006 RUB 0,0069 RUB 0,15%

0,0560 USD 0,0001 USD 0,11%

0,0642 BRL 0,0000 BRL -0,04%

0,2222 MXN -0,0003 MXN -0,15%

0,5549 TRY -0,0002 TRY -0,03%

4,7038 TRY -0,0019 TRY -0,04%

• Globale Unsicherheit belastet die Lira
Geldpolitik wird von der türkischen Politik beeinflusst
• Auch für andere Schwellenland-Währungen ging es abwärts

Obwohl am vergangenen Montag Feiertag in der Türkei war und somit keine Konjunkturdaten auf dem Plan standen und auch keine Hiobsbotschaften von Präsident Erdogan den Markt erschütterten, fiel die Türkische Lira zum Wochenstart zurück, der US-Dollar wertete von 5,49 auf 5,56 gegen die Lira auf. Bis Mittwoch kostete ein Dollar dann sogar 5,61 Lira. Dabei konnte sich die Lira, im Gegensatz zu anderen Schwellenland-Währungen, zuvor noch von ihren starken Verlusten in den Frühlingsmonaten erholen.

"Risk-Off-Stimmung"

Doch Anleger schienen umzuschichten: Sie verkauften scheinbar schwache Währungen und kauften vermeintlich sichere Häfen, wie zum Beispiel Gold oder den Schweizer Franken. Grund hierfür dürfte die negative Marktstimmung wegen der globalen Unsicherheit sein. Da das Risiko für stärkere Kursverluste in schwachen Volkswirtschaften gewöhnlich höher ist als in starken Industriestaaten, ziehen sich Anleger in Zeiten wie diesen oftmals schnell aus den sogenannten Emerging Markets zurück.

Auch beim Betrachten der Charts anderer Schwellenland-Währungen war eine klare Aufwertung des US-Dollar bzw. eine Abwertung zum Beispiel des Brasilianischen Reals oder des Mexikanischen Pesos zu erkennen. In Argentinien geriet der argentinische Peso zu Beginn der vergangenen Woche, durch die Aussicht auf einen neuen Präsidenten, ebenfalls unter Druck.

Entwicklung der Lira

Die türkische Geldpolitik steht unter dem Einfluss der Regierung, was sich in diesem Jahr deutlich zeigte, als Präsident Erdogan im Juli den Notenbankpräsidenten Murat Cetinkaya entließ, nachdem dieser nicht auf Erdogans Forderung einer Zinssenkung einging. Seinem Nachfolger Murat Uysal wird dagegen nachgesagt, eine lockere Fiskalpolitik zu befürworten. Die Notenbank senkte die Zinsen anschließend Ende Juli um 425 Basispunkte auf 19,75 Prozent, erwartet wurde ein Schritt von 250 Basispunkten. Die Türkische Lira stieg nichtsdestotrotz, denn laut Bloomberg kauften die Türken seit Ende Mai nahezu keine Dollar mehr, die sie zuvor noch aufgrund der schlechten Entwicklung des Lira-Kurses und der steigenden Inflation panisch bunkerten.

Doch nun leidet auch die Lira unter der wachsenden Unsicherheit weltweit durch Handelsstreit, Proteste in Hongkong, Brexit in Europa und vielen weiteren Sorgen, die die Anleger dazu bringen, ihr Geld in vermeintlich sichere Häfen zu retten. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Themen, die die Märkte bewegen, weiterentwickeln und ob die Risikobereitschaft der Anleger wieder zunimmt. Dann könnten die Türkische Lira und Währungen anderer Schwellenländer auch wieder profitieren.

Wichtig dürften aber auch die Entwicklungen in der Türkei sein. Kallum Pickering, Ökonom bei Berenberg, erklärte, wie Ahval berichtet, gegenüber Blommberg: "Die Türkische Währung könnte das Ziel eines Ausverkaufs werden, sollte sich die Geld- und Fiskalpolitik weiter verschlechtern".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Faraways / Shutterstock.com