Dreamworks Animation: Der Drachenzähmer

Kinoflops haben das amerikanische Filmstudio Dreamworks Animation in Bedrängnis gebracht. Wie Firmenchef Jeffrey Katzenberg die Wende schaffen will, welche Chancen die Aktie bietet.
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von Tim Schäfer, Euro am Sonntag
Wikinger auf der Insel Berk freunden sich mit wilden Drachen an, die einst die Dörfer unsicher machten. Der junge Wikinger Hicks begibt sich auf Erkundungsflüge und entdeckt eine geheime Eishöhle. Das ist in Kurzform die Story von "Drachenzähmen leicht gemacht 2". Der Animationsfilm hat an den Kinokassen weltweit mehr als 600 Millionen Dollar eingespielt und ist damit einer der zehn erfolgreichsten Filme des Jahres.
Der Produzent des Films, das unter anderem von Hollywoodregisseur Steven Spielberg gegründete Filmstudio Dreamworks Animation SKG, wird noch viele Jahre Spaß am Abenteuer des jungen Wikingers haben: Als DVD, über Internetplattformen, TV-Rechte und Werbepartnerschaften wird der Drachenzähmer viel Geld in die Kassen von Dreamworks spülen.
Die andere Seite dieses Geschäfts: Der Erfolg eines Kinofilms lässt sich schwer voraussagen. Nicht jede Story kommt beim Publikum an, das Angebot an Animationsfilmen ist deutlich gestiegen. So floppte im März Dreamworks’ "Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman", im Sommer 2013 endete "Turbo - Kleine Schnecke, großer Traum" im Millionengrab. Abschreibungen auf die hohen Herstellungskosten des Films in der Dreamworks-Bilanz lösten eine Untersuchung der Börsenaufsicht SEC aus. Der Kurs der an der Computerbörse Nasdaq notierten Aktie stürzte ab. Finanzvorstand Lew Coleman wurde intern auf einen anderen Posten versetzt. Neuer Finanzchef ist seit August Fazal Merchant.
Auch sonst soll sich einiges ändern bei Dreamworks: Firmenchef Jeffrey Katzenberg warb in den vergangenen Monaten Talente an, einige der Besten der Branche, auch für das Marketing. Sein Ziel ist es, wie er sagt, "den Wert der Marke rund um den Globus an 365 Tagen im Jahr zu steigern". In China, dem größten Unterhaltungsmarkt, startete Dreamworks ein Gemeinschaftsunternehmen, womöglich auch mit dem Ziel, dort langfristig eine zweite Filmfabrik zu errichten.
Ein anderer Wachstumsmarkt ist das Internet. Die Kalifornier kauften AwesomenessTV, ein Youtube-Netzwerk. Dessen Chef Brian Robbins soll helfen, den Filmschatz in die Wohnzimmer der Menschen zu bringen. Robbins schnappte sich im April einen weiteren Youtube-Kanal. Nun hat er auf der Videoplattform Zugriff auf 80 Millionen Abonnenten beziehungsweise eine Milliarde Filmabrufe monatlich. Mit Netflix, dem weltweit stark wachsenden Internetvideoportal, vereinbarte Katzenberg für die kommenden Jahre die Lieferung von 300 Stunden aus neuer Produktion. Mehrere Fernsehsender, darunter Super RTL und die spanische Planeta Junior, erwarben Lizenzen. Bislang hat Dreamworks 60 Länder für die Fernsehauswertung aufgerollt, weitere sollen folgen.
Das Kino, einst der wichtigste Vertriebskanal eines Filmstudios, wird von Katzenberg zunehmend als Risiko wahrgenommen, zumindest lässt er das zwischen den Zeilen durchblicken. Auch die Struktur des Unternehmens zeigt, dass sich die Gewichte verschieben: Dreamworks’ TV-Sparte hat nun mehr Personal und eine neue Spitze. An drei Fernsehserien wird intensiv gearbeitet. Sie sollen zunächst auf Netflix zu sehen sein.
Zusätzliche Einnahmen soll ein Deal mit dem Spielzeughersteller Hasbro bringen, der Figuren aus Dreamworks-Filmen mit eigenen Produkten vermarkten wird. Damit nutzt Dreamworks inzwischen die gesamte Wertschöpfungskette.
So kann es dem Unternehmen gelingen, nachhaltig profitabel zu werden. "2014 ist ganz klar ein Investitionsjahr mit höheren Kosten, das zeigen die Quartalszahlen", erklärt Katzenberg. Für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 erwarten Analysten deutliche Gewinne bei Dreamworks. Sollte das gelingen, wäre auch Katzenberg ein Drachenzähmer.
Investor-Info
Dreamworks
Großes Kino, hohes Risiko
Die Aktie des Filmstudios befindet sich nahe am Zwölfmonatstief. Der Börsenwert ist mit zwei Milliarden Dollar niedrig. Schuld sind 58 Millionen Dollar Halbjahresverlust, verursacht durch Abschreibungen. Das Buchwertvielfache ist mit 1,4 moderat. Viel spricht dafür, dass die Wende gelingt. Boss Jeffrey Katzenberg holte Talente an Bord, weitete das Geschäft aus. Spekulativ kaufen.
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