Hedgefonds-Milliardär großer Verlierer im Sears-Drama - Aktie bricht ein

Überraschend kam der Insolvenzantrag des Handelskonzern Sears nicht wirklich. Trotzdem ist die Pleite schmerzhaft für diejenigen, die wie auch immer in den Versandhändler involviert sind. Der größte Verlierer in diesem Drama dürfte aber Hedgefonds-Milliardär Edward Lampert sein.
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Das 125 Jahre alte Traditionsunternehmen Sears, das zwischenzeitlich als der Inbegriff des amerikanischen Kaufhauses angesehen wurde, hat seit einigen Jahren mit Problemen zu kämpfen. Schaffte es der Aktienkurs 2007 noch auf ein Rekordhoch von 119 US-Dollar, wird das Papier seit geraumer Zeit als sogenannter Pennystock gehandelt und kostet derzeit weniger als einen halben US-Dollar.
Insolvenzantrag gestellt
Bereits im Juni des letzten Jahres musste der Einzelhändler in Kanada Gläubigerschutz beantragen, alle Läden wurden geschlossen. Nun ist es auch in USA so weit, das Unternehmen wird nun mit seinen Kreditgebern über die weitere Finanzierung verhandeln.
Der größte Anteilseigner ist der Investor Edward Lampert, der 31 Prozent der Aktien hält. Sein Hedgefonds ESL - was für Edward Scott Lampert steht - besitzt weitere 19 Prozent der Wertpapiere. Für Lampert drohen deshalb die schlimmsten Konsequenzen, wenn Sears keinen Rettungsring findet.
Lampert eher schlechter als rechter Krisenmanager?
In den letzten Jahren hat Lampert alles daran gesetzt, das Unternehmen aus der Krise zu ziehen. Bis zuletzt habe er nicht akzeptieren wollen, dass ein Insolvenzantrag unvermeidlich sei, kommentiert Bloomberg die Sache. Bereits in den 80er Jahren verlor Sears durch die Expansion ins Banken- und Hypothekengeschäft den Anschluss und wurde in den 90er Jahren dann von der Handelskette Walmart als größter Einzelhändler abgelöst.
Die Ausgliederungen des Unternehmens, wie beispielsweise in die Sears Company Inc. und die Seritage Growth Properties, hätten dem Händler den Rest gegeben, erklärte Lampert-Kritiker Mark Cohen, früherer Chef von Sears Canada, gegenüber Bloomberg. "Diese komplett unkonventionelle Art und Weise ein Geschäft zu managen hätte eine interessante alternative Strategie sein können, wenn sie nicht ein kolossaler Fehlschlag gewesen wäre."
Online-Konkurrenz unterschätzt
Lampert hat über Jahre hinweg versucht, Sears zu stützen, und viel eigenes Geld in das Unternehmen investiert, um zu vermeiden, dass Mitarbeiter gefeuert werden mussten. Sein Hedgefonds ESL und er hätten außerdem Kredite zu geringeren Zinssätzen als andere gegeben und er brachte Sears dazu, während der letzten fünf Jahre beinahe zwei Milliarden US-Dollar in einen ungedeckten Pensionsplan fließen zu lassen, wie Bloomberg berichtet.
Ihn selbst kostete die Talfahrt von Sears einiges an Geld - so verlor er 240 Millionen US-Dollar in Aktien, als der Kurs sank. Auch ESL hat allein in diesem Jahr 65 Millionen US-Dollar verloren. Doch auch Lamperts Ruf hat die missglückte Rettungsaktion beschädigt: Wurde er einst als der nächste Warren Buffett betitelt, beweist Sears, dass er wohl doch kein so glückliches Händchen wie der Starinvestor besitzt.
Der große Fehler, der Lampert unterlaufen ist, war wohl der, den Online-Versandhändler Amazon stark zu unterschätzen. Verglichen zu dem von Jeff Bezos gelenkten Konzern mutet Sears eher als Dinosaurier an. Andere Investoren sahen den Konkurrenzdruck früh genug und stiegen aus, doch Lampert und sein Hedgefonds ESL blieben auf dem sinkenden Schiff. Nun bleibt nur zu hoffen, dass der Investor, der infolge des Insolvenzantrages seinen Chefposten aufgibt, allerdings Verwaltungsratsvorsitzender bleibt, den Schaden für Sears und seine Mitarbeiter so gut es geht begrenzen kann.
Zum US-Handelsschluss verlor die Sears-Aktie 23,8 Prozent auf 0,31 Dollar.
Theresa Rauffmann / Redaktion finanzen.net
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