Schwache Finanzmärkte

Weshalb der Euro auf den tiefsten Stand seit knapp 20 Jahren fällt

05.07.22 16:59 Uhr

Weshalb der Euro auf den tiefsten Stand seit knapp 20 Jahren fällt | finanzen.net

Der Euro setzt seine Talfahrt der vergangenen Monate in hohem Tempo fort.

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Am Dienstag fiel die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit fast 20 Jahren. Im Tief kostete ein Euro 1,0248 Dollar und damit so wenig wie zuletzt am Jahresende 2002. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0290 (Montag: 1,0455) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9718 (0,9565) Euro.

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Der Euro wird schon seit einiger Zeit von der teils sehr trüben Stimmung an den internationalen Finanzmärkten belastet. Im Gegensatz zum Euro profitiert der Dollar, da er von vielen Anlegern nicht nur als sichere, sondern aufgrund der Größe des US-Finanzmarkts auch als sehr liquide Anlageform geschätzt wird. Am Dienstag verlor deshalb nicht nur der Euro fast zwei US-Cent an Wert. Auch viele andere Währungen gaben zum Greenback erheblich nach.

Ein zentrales Argument für den schwachen Euro lautet, dass Europa wesentlich stärker von den Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine betroffen sei als die USA. Als entscheidender Grund gilt die hohe Abhängigkeit vieler europäischer Länder von russischen Rohstoffen wie Erdöl oder Erdgas. Am Dienstag stieg der europäische Erdgaspreis aus Angst vor zunehmenden Engpässen auf ein Viermonatshoch.

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Ein weiterer Grund für die Euro-Schwäche ist, dass viele Notenbanken wesentlich entschlossener auf die hohe Inflation reagieren als die EZB. Während etwa die US-Notenbank Fed ihren Leitzins schon mehrfach und deutlich angehoben hat, hat sich die EZB bisher nur zu einer Ankündigung durchringen können. Mitte Juli soll ihr Leitzins erstmals seit elf Jahren steigen, allerdings wohl nur um 0,25 Prozentpunkte. Andere Zentralbanken, wie jüngst die eigentlich eher vorsichtige Notenbank Australiens, heben ihre Zinsen viel stärker an.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85845 (0,85960) britische Pfund, 139,77 (141,51) japanische Yen und 0,9932 (1,0037) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1772 Dollar gehandelt. Das waren 35 Dollar weniger als am Vortag.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

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