Analyst: Die Apokalypse ist vorbei, bei GE kann es nur noch bergauf gehen

Das letzte Jahr war für General Electric (GE) nicht gerade eine Glanzzeit. Das einst größte Unternehmen der USA musste fast 90 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung abgeben, nach 111 Jahren Zugehörigkeit im Dow Jones wurde GE 2018 delistet.
Die Ratingagenturen sahen schwarz für das gebeutelte Unternehmen und stuften es vom A-Level ab, hinzu kommen Ermittlungen der SEC und der Justizbehörde wegen Diskrepanzen in der Bilanz. Doch ein Ende ist schon in Sicht - meint zumindest Nicholas Heymann, Analyst bei William Blair.
"Ende des Apokalypsen-Szenarios"
In diesem Jahr konnte die GE-Aktie bereits mehr als 15 Prozent an Wert hinzugewinnen - sie steht beinahe wieder bei 9 US-Dollar, nachdem sie im Dezember zeitweise unter 7 US-Dollar fiel. Ein Anzeichen dafür, dass GE sich langsam aber sicher erholen könnte. Die Zeit des Schreckens könnte bald vorbei sein.
"Das Ende des Apokalypse-Szenarios" stehe nun bevor, erklärt Heymann in einer Mitteilung an Investoren. Das Profil von General Electric werde sich verändern und die Aktie so wieder attraktiver für Anleger werden.
Signifikante Verbesserung des Risikoprofils
"Wir glauben verstärkt, dass GEs Risikoprofil sich in den nächsten paar Monaten signifikant verbessern wird", schreibt der Analyst. Die größten Probleme, mit denen sich der Konzern konfrontiert sieht, sind die schwächelnden Geschäfte im Energiegeschäft, außerdem fehle es an Liquidität. Strafzahlungen in Frankreich könnten fällig werden, wo GE sich verpflichtet hatte, bis Ende des letzten Jahres 1.000 neue Stellen zu schaffen - pro nicht geschaffenem Job soll General Electric 50.000 Euro zahlen müssen.
Diese Risiken, "Unsicherheiten", wie Heymann sie bezeichnet, könnten laut Analysehaus in den nächsten Monaten aus dem Weg geschafft werden, was auf allen Seiten Erleichterungen zur Folge hätte. Insgesamt gäbe es drei Punkte, die die Sicht von Investoren auf GE verändern würden: Reduziertes Risiko, geringere Schulden und eine Wende im Energiegeschäft.
Umstrukturierungen könnten Liquidität GEs verbessern
So geht Heyman davon aus, dass GE durch Umstrukturierungen einiges an seiner Liquidität verbessern könnte. So soll der geplante IPO des Tochterunternehmens GE Healthcare Geld in die Kassen spülen, genauso wie der mögliche Verkauf von GE Capital Aviation Services, einem Leasingunternehmen für Flugzeuge, einem Tochterunternehmen von GE Commercial Finance.
Stephen Tusa, Analyst bei JPMorgan, zeigt sich nicht ganz so positiv wie Heymann. Er betont, dass Investoren etwas Konkretes bräuchten, um GE positiv zu betrachten. Die aktuelle Stärke der General Electric-Aktie liege an den Hoffnungen der Anleger, die davon ausgehen, dass der Konzern in Zukunft einen "sichereren Weg nach vorne" gehen wird. Doch wenn GE jetzt nichts Handfestes liefere, verstärke das den schlimmsten Fall, nämlich den, dass es keine Wunderwaffe gebe.
Redaktion finanzen.net
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