Vorstandschef von Solar Millennium wirft das Handtuch
Eine Woche nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens über den fränkischen Kraftwerkbauer Solar Millenium hat dessen Vorstandsvorsitzender seinen Rückzug aus dem Unternehmen angekündigt.
Jan Withag, Vorstandsvorsitzender der Solar Millennium, werde seine sämtlichen Ämter zum 8. März niederlegen, kündigte das Unternehmen am Montagabend in Erlangen an.
"Die mir verbleibenden Handlungsmöglichkeiten sind nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens und Übertragung der Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis an den Insolvenzverwalter begrenzt", begründete Withag laut Mitteilung seinen Schritt. "Für mich ist damit der Zeitpunkt gekommen, die Steuerung der Unternehmensgruppe und die Wahrnehmung von Mandaten in Tochtergesellschaften insgesamt in die Hände des Insolvenzverwalters zu legen."
Der Rückzug umfasse neben dem Vorstandsvorsitz auch das Ausscheiden aus anderen Ämtern, etwa bei diversen Töchtern. Das Insolvenzverfahren war am vergangenen Dienstag offiziell eröffnet worden. Die zuletzt noch rund 40 Mitarbeiter erhielten ihre Kündigung. Die Aussichten, einen Investor für die Übernahme des gesamten Unternehmens zu gewinnen, gelten als ungewiss.
Chancen sah der Insolvenzverwalter, der Nürnberger Rechtsanwalt Volker Böhm, hingegen noch für die Kölner Tochtergesellschaft Flagsol sowie für einige spanische Kraftwerksprojekte, besonders für Arenales. Der seit längerem schwächelnde Solarthermie-Spezialist hatte den Insolvenzantrag kurz vor Weihnachten gestellt, nachdem der Verkauf großer US-Projekte nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnte.
ERLANGEN (dpa-AFX)