Kapazitätsabbau

thyssenkrupp-Aktie sackt ab: Liefervertrag mit Zulieferer HKM gekündigt

05.04.25 07:41 Uhr

thyssenkrupp-Aktie sackt ab: thyssenkrupp gibt HKM-Vertrag auf | finanzen.net

Der Stahlhersteller thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) hat einen weiteren Schritt zur Trennung vom Stahl-Zulieferer HKM unternommen.

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Der Aufsichtsrat beschloss in einer außerordentlichen Sitzung die Kündigung des Liefervertrags mit der Duisburger Stahlhütte. Sie wird spätestens Ende 2032 wirksam. Dies teilte das Unternehmen nach der Sitzung mit.

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TKSE ist zu 50 Prozent an HKM beteiligt, will sich von dieser Beteiligung im Zuge einer großangelegten Neuaufstellung aber trennen

- entweder durch einen Verkauf oder eine Schließung der im Duisburger

Süden beheimateten Stahlhütte.

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Die übrigen HKM-Anteile gehören dem Stahlkonzern Salzgitter (30 Prozent) und dem französischen Röhrenhersteller Vallourec (20 Prozent). HKM beschäftigt 3.000 Menschen. TKSE bezieht jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Stahl von HKM.

thyssenkrupp: Belieferung mit Vormaterial ist gesichert

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"Die Kündigung des Liefervertrags selbst hat zunächst keine unmittelbaren Folgen für den Weiterbetrieb der HKM", betonte TKSE. Die Belieferung ihrer Anteilseigner mit Vormaterial sei bis auf weiteres vollständig gewährleistet.

Am Morgen hatten Beschäftigte von HKM und anderer Duisburger Stahlfirmen vor der TKSE-Zentrale gegen die Kündigung der Lieferverträge protestiert. An der Aktion nahmen laut IG Metall rund 1.000 Menschen teil. Die IG Metall befürchtet eine Schließung des Werks und den Verlust Tausender Arbeitsplätze.

Hintergrund der Liefervertragskündigung ist die geplante Trennung von HKM im Zuge der Neuaufstellung von TKSE. Deutschlands größter Stahlhersteller gehört zum Industriekonzern thyssenkrupp und beschäftigt rund 27.000 Menschen. In der Zahl enthalten sind rund 1.500 HKM-Beschäftigte. Das Unternehmen soll verselbstständigt werden.

Kapazitätsabbau vor allem durch Trennung von HKM

Um seine wirtschaftliche Lage zu verbessern, will TKSE seine Kapazitäten zur Stahlerzeugung verringern und dabei 5.000 Stellen abbauen. Weitere 6.000 Stellen sollen ausgegliedert werden. Den Kapazitätsabbau will das Unternehmen vor allem durch eine Trennung von HKM erreichen. TKSE rechnet nach Angaben von Stahlchef Dennis Grimm damit, nach einer Trennung pro Jahr Fixkosten bis zu einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag vermeiden zu können.

Kommt kein Verkauf von HKM zustande, will thyssenkrupp mit den anderen Gesellschaftern über eine Schließung sprechen. Im Februar hatte laut TKSE ein Kaufinteressent Gespräche über einen Erwerb abgebrochen. Laut IG Metall laufen derzeit noch Gespräche mit möglichen Investoren.

Die Trennung von der HKM sei "zwingend, um eine wettbewerbsfähige Kostenposition zu erreichen, unseren Standort in Duisburg-Nord zu erhalten und thyssenkrupp Steel wirtschaftlich robust und zukunftsfest aufzustellen", sagte TKSE-Chef Grimm laut der Mitteilung. Ein Verkauf der Unternehmensanteile an der HKM sei für TKSE weiterhin die bevorzugte Option: "Wir sind zu Gesprächen mit allen ernsthaften Interessenten bereit."

HKM beliefert bislang unter anderem die thyssenkrupp Hohenlimburg mit Stahlblöcken in besonders schmalen Abmessungen. Damit die Versorgung des Tochterunternehmens auch nach einem HKM-Ausstieg gewährleistet ist, soll eine Stranggießanlage am Standort Duisburg-Nord umgerüstet werden. "Die dafür erforderlichen Investitionsmittel im hohen zweistelligen Millionenbereich sind bereits bewilligt", hieß es.

"Die Arbeitgeber haben durchgezogen", kommentierte der stellvertretende TKSE-Aufsichtsratsvorsitzende Knut Giesler die Entscheidung. Giesler ist Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen.

Die thyssenkrupp-Aktie notierte im nachbörslichen Tradegate-Handel am Freitag letztlich 13,88 Prozent tiefer bei 7,99 Euro.

DUISBURG (dpa-AFX)

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