ifo-Geschäftsklima beschert freundlichen DAX

26.03.25 09:00 Uhr

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Türkei möchte die Wogen glätten


Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu war vorigen Mittwoch gemeinsam mit Dutzenden weiteren Menschen festgenommen worden. Imamoglu ist der aussichtsreichste Konkurrent von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Ihm werden Terror- und Korruptionsvorwürfe zur Last gelegt. Dies löste die größten Straßenproteste in der Türkei seit mehr als zehn Jahren aus. Die Demonstranten befürchten, dass die Verhaftung einzig aus dem Grund geschieht, weil Erdogan einen gefährlichen Konkurrenten aus dem Weg räumen möchte. Dies brachte die türkische Lira unter Druck, und ließ den Leitindex vorige Woche um 16,6 % einbrechen, der größte Rückgang seit der Finanzkrise. Gestern versuchten Finanzminister Simsek und Zentralbankchef Karahan die Wogen zu glätten: Sie teilten internationalen Investoren am Dienstag mit, dass sie alles Notwendige tun würden, um die durch die Verhaftung von Erdogans wichtigstem politischen Rivalen ausgelösten Marktunruhen zu beruhigen. Daraufhin stabilisierten sich die Märkte; der BIST 100 Aktienindex legte um 4,5 % zu.

Verbesserte Stimmung hierzulande


Nach Angaben des ifo-Instituts ist das Geschäftsklima im März von revidiert 85,3 auf 86,7 gestiegen, der dritte Anstieg in Folge. Die Lage hat sich von 85,0 auf 85,7 verbessert, die Erwartungen zogen von 85,6 auf 87,7 an. Das freundliche ifo-Geschäftsklima war wenig überraschend, da der sich abzeichnende Regierungswechsel in Berlin Hoffnungen auf Besserung schürt. Die "Koalition der vollen Taschen" (andere Namensvorschläge für die Unions/SPD-Koalition werden noch angenommen) hat die Erwartungen getrieben. Die Lage hat sich ebenfalls aufgehellt. Hier fällt es schwer, eine klare Ursache zu erkennen. Hier und da haben vielleicht Vorzieheffekte im Vorgriff auf die Zollerhöhungen in den USA eine Rolle gespielt. Oder sollten die Zinssenkungen der EZB bereits ihre Wirkung entfalten? Ohne belastbare Daten bleibt dies Spekulation, zumal der Anstieg am langen Ende der Zinskurve (sprich: lange Laufzeiten) eher bremst. Signalisiert der Anstieg des Geschäftsklimas nun die Trendwende für die deutsche Konjunktur? Vorerst bleibt das Enttäuschungspotential beachtlich. Die Wirkungen der US-Handelspolitik kommen erst im April voll zur Geltung. Und was aus Berlin bislang zu hören ist, lässt ebenfalls Wünsche offen. Alles in allem lässt dies dennoch auf eine Frühjahrsbelebung der Konjunktur hoffen.

DAX freundlicher als der S&P 500


Mit Rückenwind vom ifo-Geschäftsklima legte auch der DAX um 1,1 % auf 23.110 Punkte zu. Etwas gedämpfter war die Tendenz an der Wall Street: Der S&P 500 avancierte bis zum Handelsschluss um 0,2 %. Dort trübte eine Verschlechterung der Verbraucherstimmung die Zuversicht der Anleger. Dem Conference Board zufolge sank der Index für das Verbrauchervertrauen im März auf 92,9 Punkte, den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Verunsicherung brachte einmal mehr die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump: Gerade als die Anleger Hoffnung schöpften, er würde kommende Woche die eine oder andere Ausnahmeregelung von den angekündigten Zollsätzen verkünden, brachte er bedingte Zollsätze ins Spiel: Wer von Venezuela Rohöl kauft, wird mit 25 % Zollsätzen belegt. Heute Nachmittag werden die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter für den Monat Februar veröffentlicht.


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