Frankfurt intern: Aurelius - großer Deal ante portas?

Dividendenjäger dürften bei Aurelius auf Verkäufe hoffen. Spekuliert wird, dass die Beteiligungsgesellschaft vor der größten Veräußerung der Unternehmensgeschichte steht.
von Peer Leugermann, Euro am Sonntag
Weil Aktionäre an Ausstiegsgewinnen über die Partizipationsdividende beteiligt werden, könnte ein erfolgreicher Exit die gesamte Ausschüttung deutlich erhöhen. Bisher steht die Basisdividende für 2018 bei 1,50 Euro je Aktie, während sich die Partizipationsdividende an "Verkaufserlösen bis zur Hauptversammlung" orientieren werde, sagt Aurelius. Analysten zufolge könnte die Dividende bis zum Aktionärstreffen am 19. Juli auf insgesamt vier Euro je Aktie steigen. Bezogen auf den aktuellen Kurs ergäbe das eine Dividendenrendite von gut zehn Prozent.
Als wahrscheinlichster Verkaufskandidat gilt die Aurelius-Tochter Solidus. Laut Finanzkreisen kam es im Februar zu ersten informellen Gesprächen mit Interessenten für den Hersteller von Vollpappe und bedruckten Kartonagen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Solidus ein operatives Ergebnis von geschätzten 40 Millionen Euro. Wird der Gewinn mit dem branchenüblichen Sieben bis Neunfachen bewertet, dürfte die Aurelius-Tochter mindestens 280 Millionen Euro wert sein und könnte zum größten Deal der Firmengeschichte werden.
Doch auch Ghotel, UK Chemicals oder Scandinavian Cosmetics sind im Angebot. Analysten schätzen den Wert aller Verkaufskandidaten auf 500 Millionen Euro. Alles dürfte jedoch kaum bis zur Hauptversammlung veräußert sein. Zusätzlich notiert die Aktie gut zwölf Prozent unter ihrem inneren Wert, üblich ist ein Aufschlag. Verkäufe könnten daher nicht nur die Dividenden, sondern auch den Kurs treiben.
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