DeepSeek im Fokus: KI als Treiber für China-Aktien - Goldman Sachs-Strategen sehen dennoch Risiken

Der KI-Sektor boomt und seit kurzem steht das chinesische Startup DeepSeek im Mittelpunkt der Entwicklung. Goldman Sachs-Strategen sehen in der Technologie großes Potenzial für China-Aktien, warnen jedoch auch vor möglichen Risiken.
• Goldman Sachs sieht "bedeutende Zuflüsse" in chinesische Aktien
• China benötigt laut Strategen gezielte Anreize
• Experten sehen dennoch Risiken für Entwicklung im KI-Bereich
Der chinesische CSI 300-Index notiert derzeit bei 3.968,12 Punkten (Stand: Schlusskurs vom 27.02.2025). Strategen von Goldman Sachs haben nun ihr Kursziel für den chinesischen Index von 4.600 auf 4.700 Punkte angehoben, wie MarketWatch berichtet. Die Experten trauen dem CSI 300 somit noch ein Aufwärtspotenzial von rund 18 Prozent zu.
Optimismus in Bezug auf DeepSeek
Als Treiber betrachten die Goldman Sachs-Strategen die Einführung von künstlicher Intelligenz. Während US-Aktien seit der Einführung von ChatGPT im Herbst 2022 kräftig zugelegt haben, seien chinesische Unternehmen dahinter zurückgeblieben. Laut den Strategen sorgt die positive Erwartungshaltung gegenüber DeepSeek derzeit für "bedeutende Zuflüsse" in chinesische Aktien. Goldman Sachs schätzt, dass die weltweiten Nettokäufe im Zuge des KI-Trends bis zu 200 Milliarden US-Dollar erreichen könnten, falls die betroffenen Unternehmen ihre Marktkapitalisierung innerhalb eines Jahres um drei Billionen US-Dollar ausbauen. "Wir schätzen, dass die weit verbreitete Einführung von KI die chinesischen [Gewinne pro Aktie] in den nächsten zehn Jahren um 2,5 % [pro Jahr] steigern könnte. Bessere Wachstumsaussichten und vielleicht ein Vertrauensschub könnten auch den fairen Wert chinesischer [Aktien] um 15-20 % erhöhen und potenziell Portfoliomittelzuflüsse in Höhe von über 200 Mrd. USD nach sich ziehen", gibt MarketWatch das Team von Strategen unter Leitung von Kinger Lau wieder.
Anreize nötig
Trotz der positiven Entwicklungen bleiben die Strategen zurückhaltend und betonen, dass China gezielte Anreize setzen müsse, um wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zählen Maßnahmen zur Abfederung der Auswirkungen von Zöllen, die Rotation von der Auslands- zur Inlandsnachfrage, das Entgegenwirken der "Disinflationsspirale" sowie die Korrektur makroökonomischer Ungleichgewichte. "So vielversprechend die künstliche Intelligenz für Chinas Wachstumskurs auch sein mag, so sind wir doch der Meinung, dass energische politische Anreize erforderlich sind, um die tief verwurzelten makroökonomischen Herausforderungen anzugehen und nachhaltige Aktiengewinne zu erzielen", zitiert MarketWatch.
Mögliche Risiken
Die Experten heben zudem mögliche Risiken für Chinas Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz hervor. Diese betreffen unter anderem Fragen des Datenschutzes, regulatorische Vorgaben, nationale Sicherheitsaspekte, den anhaltenden Desinflationsdruck sowie mögliche Exportbeschränkungen für Technologien seitens westlicher Staaten. Dennoch dürften diese Herausforderungen derzeit "nicht im Mittelpunkt" stehen, da Investoren noch die jüngsten positiven Impulse durch DeepSeek verarbeiten und die aktuellen Aktienbewertungen weiterhin attraktiv erscheinen würden, so die Strategen.
Hier sehen die Strategen Potenzial
Angesichts einer nachlassenden Dynamik im KI-Zyklus, aber einer zunehmenden Monetarisierung und wachsenden Zahl praktischer Einsatzmöglichkeiten, fokussieren sich die Strategen von Goldman Sachs verstärkt auf Daten- und Cloud-, Software- und Anwendungsunternehmen. "Ähnlich wie im US-Zyklus haben chinesische Halbleiter- und KI-[Infrastruktur-]Unternehmen bereits überdurchschnittlich abgeschnitten, was auf ein starkes Potenzial für spätere Nutznießer des Zyklus hindeutet, um aufzuholen", gibt MarketWatch Lau und sein Team wieder.
Redaktion finanzen.net
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