Russland droht erneut Staatspleite

Ein Zahlungsausfall Russlands rückt wieder in greifbare Nähe. Bisher ist es dem Staat trotz Sanktionen gelungen, seine Dollar-Anleihen zu bedienen.
von Redaktion Euro am Sonntag
US-Finanzministerin Janet
Yellen erklärte jedoch gegenüber dem "Wall Street
Journal", dass die USA eine entsprechende Ausnahme innerhalb der Sanktionsmaßnahmen gegen Russland voraussichtlich zum 25. Mai auslaufen lassen werden. Ohne diese Ausnahme können
US-Banken und -Investoren keine russischen Zinszahlungen empfangen. "Es gibt noch keine endgültige Entscheidung darüber, aber ich denke, es
ist unwahrscheinlich, dass diese Regelung bestehen bleibt", sagte Yellen.
Bereits am 27. Mai werden Zinszahlungen aus
russischen Staatsanleihen fällig. Kommt das Geld
nicht bei den Bond-Investoren an, würde dies
nach Ablauf einer 30-Tages-Frist als Zahlungsunfähigkeit Russlands gewertet. Während viele Ökonomen keine schwerwiegenden Konsequenzen
für die Weltwirtschaft erwarten, wenn dieser
Fall eintritt, warnt die Weltbank-Chefökonomin
Carmen Reinhart davor, dass die Risiken für das
globale Finanzsystem unterschätzt würden.
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