ROUNDUP 4/Warschau: In Polen abgestürzte Drohne stammt aus Russland


(Aktualisierung: mehr Details zur Drohne ergänzt, fünfter Absatz)

WARSCHAU (dpa-AFX) - Bei einem in Polen auf einem Maisfeld abgestürzten Flugobjekt handelt es sich nach Angaben der Regierung in Warschau um eine russische Drohne. "Russland provoziert erneut die Nato-Staaten", sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz. Dies geschehe in einem Moment, wo es Bemühungen um einen Frieden in der von Russland angegriffenen Ukraine gebe. Alle Nato-Bündnispartner seien über den Vorfall unterrichtet worden, sagte Kosiniak-Kamysz weiter. Das Außenministerium kündigte eine Protestnote an Moskau an.

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Die Nato wollte sich zu dem Vorfall auf Anfrage zunächst nicht äußern.

Die Drohne war am frühen Morgen in ein Feld nahe der Ortschaft Osiny etwa hundert Kilometer südöstlich von Warschau gefallen. Aufnahmen des örtlichen Portals LukowTV zeigten einen Lichtblitz und dann einen lauten Knall. In mehreren Häusern in der Nähe gingen Fenster zu Bruch. Verletzt wurde niemand.

Sprengladung zur Selbstzerstörung an Bord

Die von Anwohnern gerufenen Polizisten fanden am Einschlagsort verbrannte Trümmer aus Plastik und Metall. Das Portal Onet veröffentlichte Bilder aus sozialen Netzwerken, auf denen ein verkohlter Motor mit einem Propeller zu sehen war.

Ein Vertreter des Oberkommandos der Armee sagte, der Motor der Drohne sei ein auf vielen Märkten erhältliches Modell, das in China produziert werde. Das Gleiche gelte für die Bordelektronik. Die Sprengladung an Bord der Drohne sei nicht groß gewesen und habe vermutlich der Selbstzerstörung gedient. "Das war definitiv kein Sprengkopf für Gefechtseinsätze." Deshalb vermute man, dass die Drohne ein sogenannter Lockvogel gewesen sei. Flugobjekte dieses Typs werden eingesetzt, um die gegnerische Luftabwehr abzulenken.

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Drohne flog unter dem Radar von Polens Luftabwehr

Die Drohne sei sehr niedrig geflogen und vermutlich deshalb von den Radarsystemen der polnischen Flugabwehr nicht wahrgenommen worden, sagte der Armeevertreter weiter. Das Oberkommando hatte am Morgen bekanntgegeben, dass die Systeme keine Verletzung des Luftraums über Polen registriert hätten.

Der für die Ermittlungen zuständige Staatsanwalt sagte, die Drohne habe einen Krater von rund sechs Metern Durchmesser und 50 Zentimetern Tiefe hinterlassen. Es sei unklar, ob die Explosion in der Luft oder erst am Boden erfolgt sei. Der Einschlagsort liegt etwa 120 Kilometer von Polens Grenze zur Ukraine und rund 100 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt.

Polen hilft der Ukraine und sieht sich selbst von Moskau bedroht

Das EU- und Nato-Mitgliedsland Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Es sieht sich auch selbst von Russland bedroht und rüstet massiv auf.

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Bereits im November 2022 war im ostpolnischen Dorf Przewodow eine Rakete eingeschlagen, zwei Männer wurden getötet. Soweit bisher bekannt, war es eine verirrte ukrainische Flugabwehrrakete./dhe/DP/he

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