Microsoft-Aktie: Warum die 25-Milliarden-Anleihe auf riesige Nachfrage trifft
Microsoft nimmt 25 Milliarden US-Dollar am Anleihemarkt auf. Die hohe Nachfrage zeigt, wie stark sich die Bonität der KI-Konzerne auf die Finanzierungschancen auswirkt.
Werte in diesem Artikel
- Microsoft platziert 25-Milliarden-Anleihe trotz positivem Cashflow
- Microsoft findet Käufer für Milliardenanleihe, CoreWeave kämpft mit hohen Renditen
- Wie viel Spielraum Microsoft behält, zeigt ein Blick auf die Bilanz
Microsoft hat am Donnerstag eine Anleihe über 25 Milliarden US-Dollar platziert. Es ist die erste Emission des Konzerns mit Investment-Grade-Rating am US-Markt seit mehr als neun Jahren. Die Microsoft-Aktie gibt am Freitag an der NASDAQ zeitweise um 1,45 Prozent auf 522,48 US-Dollar nach. Entscheidend ist, was der Schritt über die Finanzierung der KI-Ausgaben verrät.
Anleihe stößt auf hohe Nachfrage
Microsoft teilte mit, die Emission bestehe aus zehn Tranchen, darunter zwei Floater und acht Festzins-Tranchen. Die Laufzeiten reichen von 2028 bis 2066, die Zinssätze der Festzins-Tranchen von 4,85 bis 6,35 Prozent. Die Mittel sind für allgemeine Unternehmenszwecke vorgesehen, etwa Investitionen, Aktienrückkäufe, Übernahmen und die Rückzahlung bestehender Schulden. Das Closing wird für den 4. November 2026 erwartet.
Die Nachfrage war groß: Die Konsortialbanken hatten laut MarketWatch Kaufaufträge über 115 Milliarden US-Dollar erhalten. Laut Reuters war es mehr als das Vierfache des Volumens. Für Aktionäre ist das ein Hinweis auf den Marktzugang des Konzerns.
Cashflow und Bilanz als Hintergrund
Amy Hood, Finanzchefin von Microsoft, sagte am Mittwoch in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, das Unternehmen werde zusätzliche Finanzierungsquellen nutzen, wenn dies attraktiv erscheine. Microsoft erwartet laut Reuters bis Juni 2027 weiterhin positiven freien Cashflow, anders als die übrigen großen Tech-Konzerne: Alphabet verbrannte im dritten Quartal Cash, Anleger straften die Aktie ab, und auch bei Meta gab es Verkäufe.
Bei Microsoft stiegen die Sachinvestitionen im Quartal bis September 2026 auf 39,4 Milliarden US-Dollar, nach 19,4 Milliarden im Vorjahr. Die Zahlungsmittel und kurzfristigen Anlagen sanken gegenüber Ende Juni 2026 von 76,8 auf 64,5 Milliarden US-Dollar.
Investoren sortieren KI-Schulden
Anleihen von Tech-Unternehmen, darunter des Cloud-Anbieters CoreWeave, gerieten laut MarketWatch stark unter Verkaufsdruck. Die Rendite der CoreWeave-Anleihen mit Fälligkeit 2032 lag am Donnerstag bei rund 14,2 Prozent. Byron Anderson von Laffer Tengler Investments sieht den KI-Handel in Gewinner und Verlierer gespalten. Ivan Feinseth von Tigress Financial bewertet die Emission positiv. Microsoft könne seine hohe Bonität nutzen, um sich langfristig Kapital am Anleihemarkt zu beschaffen.
Joseph Bonner von Argus Research rechnet damit, dass weiterer Finanzierungsbedarf entsteht, solange die Investitionsausgaben steigen. Bei den Analysten überwiegt zugleich das positive Bild: Von 40 Stimmen stufen 36 die Aktie mit Buy ein, das mittlere Kursziel liegt bei 633,87 US-Dollar. Die Anleihe ändert daran zunächst nichts, rückt aber die Finanzierungsseite des KI-Ausbaus stärker in den Blick.
Im Fokus steht zunächst der für den 4. November vorgesehene Abschluss der Emission. Darüber hinaus dürfte sich zeigen, ob weitere große Technologiekonzerne angesichts ihrer hohen KI-Investitionen verstärkt auf den Anleihemarkt zurückgreifen.
Julia Walter, Thomas Zoller, Redaktion Finanzen.net
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