Aktien von Newmont, Barrick & Co.: Sollten Anleger jetzt auf Bergbauaktien setzen?

Die Märkte haben sich nach den Turbulenzen im Nahen Osten spürbar erholt. Dennoch sehen Analysten weiterhin Risiken und raten zu einem selektiven Blick auf Bergbauaktien.
Werte in diesem Artikel
• MSCI World Metals & Mining Index reduziert Verluste, Gesamtmarkt bereits erholt
• Viele Bergbauaktien überbewertet, Zyklus bei Metallen wie Kupfer und Zink weit fortgeschritten
• Aluminium und Kohle profitieren von Angebotsengpässen, Gold stabilisiert sich nach Korrektur
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat die Rohstoffmärkte ordentlich durchgeschüttelt und die Volatilität bei Bergbauaktien zurückgebracht. Doch die Experten von Bernstein geben laut Investing.com vorsichtige Entwarnung: Geht es nach ihrer Einschätzung, haben die Titel den Zenit der Marktverwerfungen bereits hinter sich gelassen.
Ein Blick auf die Kurstafeln stützt diese These. So hat der MSCI World Metals & Mining Index seine jüngste Schwächephase fast verdaut und notiert nur noch rund sieben Prozent unter dem Vor-Krisen-Niveau. Zum Vergleich: Der breitere MSCI World Index hat seine Verluste bereits komplett wettgemacht (Stand: 27.04.2026).
Bewertungshürden und Zyklus-Risiken
Trotz der Erholung mahnen die Analysten zur Vorsicht. Das Problem: Viele Bergbautitel sind kein Schnäppchen mehr. Gemessen an den Kurs-Gewinn-Verhältnissen der letzten fünf Jahre notieren etliche Werte aktuell über ihrem historischen Schnitt. Hinzu kommt die zyklische Komponente. Bei wichtigen Industriemetallen wie Kupfer und Zink deutet vieles darauf hin, dass wir uns bereits in einer späten Marktphase befinden. Anleger müssen daher selektiv vorgehen. Es gibt sie jedoch, die Ausnahmen: Branchengrößen wie Newmont und Barrick werden laut Bernstein nach wie vor unter ihren langfristigen Durchschnittsbewertungen gehandelt.
Aluminium: Die Golfregion als Nadelöhr
Fundamental bleibt die Lage angespannt, was primär an massiven Angebotsstörungen liegt. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Aluminiumsektor. Die Golfregion steuert rund 9 Prozent zur weltweiten Produktion bei und steht logistisch unter direktem Einfluss des Konflikts. Die Quittung folgte prompt: Seit Krisenbeginn schoss der Aluminiumpreis um etwa 14 Prozent nach oben (Stand: 27.04.2026). Da Produktionsausfälle und gedrosselte Kapazitäten das Angebot künstlich verknappen, rechnet Bernstein auch mittelfristig mit einem hohen Preisniveau. Davon dürften vor allem Produzenten mit einem starken Fokus auf das Aluminiumgeschäft profitieren.
Energie-Switch: Kohle profitiert von LNG-Engpässen
Interessante Verschiebungen zeigen sich im Energiesektor. Weil Flüssigerdgas (LNG) aufgrund logistischer Hürden knapp wird, erlebt die Kohle eine ungeahnte Renaissance. Unternehmen, die hier strategisch gut aufgestellt sind, sitzen am längeren Hebel. Laut Bernstein spiegelt der Markt dieses Potenzial derzeit noch nicht im vollen Umfang in den Aktienkursen wider.
Gold: Bodenbildung nach der Korrektur
Ein überraschendes Bild liefert der "sichere Hafen" Gold. Trotz der geopolitischen Spannungen geriet der Kurs zuletzt unter die Räder, was primär am Gegenwind durch steigende Realrenditen infolge höherer Inflationserwartungen lag. Nach einem schmerzhaften Rücksetzer von mehr als 5.400 US-Dollar im Januar auf zeitweise um die 4.400 US-Dollar je Unze im März scheint der Preis nun jedoch einen Boden gefunden zu haben.
Zwar könnte eine erneute Eskalation die Notierungen kurzfristig nochmals belasten, doch die strukturelle Nachfrage bleibt robust - nicht zuletzt, weil die Zentralbanken ihre Reserven weiterhin massiv diversifizieren. Für das laufende Jahr 2026 wurde die Prognose zwar leicht auf 4.818 US-Dollar gesenkt, doch der langfristige Ausblick bleibt bullisch: Bis 2030 hält Bernstein Preise von bis zu 6.100 US-Dollar für möglich.
Die unmittelbaren Schocks scheinen also zunächst einmal verdaut, doch das Umfeld bleibt anspruchsvoll. Zwischen Erholungsrally und zyklischen Risiken dürfte daher künftig vor allem die Einzeltitelauswahl über den Anlageerfolg im Bergbausektor entscheiden.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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