Charttechnik: Dax - Auf Messers Schneide
von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag
Diagnose: Das sieht wirklich nicht gut aus. Mit der gestrigen massiven Talfahrt und ihrer heutigen Fortsetzung hat sich die Chance auf eine mögliche Trendwende erheblich eingetrübt. Doch es ist noch nicht aller Tage Abend! Noch liegen einige Handelsstunden vor dem Dax und der Wochenschluss noch einen Tag entfernt. Solange bleibt die Spekulation auf die in früheren Analysen bereits ausführlich besprochene inverse Kopf-Schulter-Formation bestehen. Mit dem heutigen Fall unter den Unterstützungsbereich bei 4300 Punkten, der die zweite Schulter der Formation ausbilden könnte, verdichten sich die Zeichen für einen weiteren Abwärtsimpulse. Jedoch würde erst ein Unterschreiten auf Wochenschlussbasis weiteres Abwärtspotential generieren, das zunächst bis in den Bereich des Jahrestiefs bei 4000 Zählern führt. Sollte auch dieses nachgeben, so würde eine weitere übergeordnete Abwärtsrallye folgen mit Kursziel 3600 / 3400 Punkten.
Zur Oberseite bildet zunächst die Marke bei rund 4450 Punkten ein Hindernis. Darüber liegt in der Region bei etwa 4800 Stellen eine hartnäckige Barriere, an der sich der Dax in der vergangenen Woche vergeblich die Zähne ausbiss. In diesem Bereich residiert auch die untere Trendkanalbegrenzung des übergeordneten Abwärtstrends. Gelingt ein nachhaltiger Eintritt in diesen Widerstandsbereich, so stehen die Chancen auf eine weitere Erholung günstig.
Dax: 3-Monats-Chart.
Prognose: Nutzt der Dax die Gelegenheit für die umgekehrte (inverse) Kopf-Schulter-Formation, so wäre nicht nur ein erneuter Kursanstieg die Folge, sondern es ließe sich auch eine Stabilisierung und Bodenbildung antizipieren. Mit dem Ausbruch über einen weiteren Widerstand bei 5280 Zählern, die sogenannte Nackenlinie, wäre die Formation vollendet. Formaltechnisch ergibt sich daraus mittelfristig Anschlusspotential bis in die Region auf 6200 / 6260 Punkten. Von Seiten der kurzfristigen Markttechnik könnte Rückenwind kommen, denn die kurzfristigen Tradingindikatoren notieren deutlich in ihrer überverkauften Extremzone.
Die Chance auf die oben beschriebene Trendwende-Formation steht auf Messers Schneide. Daher sollten Anleger das Geschehen zunächst von der Seitenlinie beobachten und von Engagements auf der Longseite Abstand nehmen.
Analyse-Datum: Donnerstag, 20. November 2008
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